Wolfsburg muss nachsitzen, Lyon stellt Rekord auf

Den Damen des VfL Wolfsburg ist trotz der Niederlage am Sonntag die deutsche Meisterschaft praktisch nicht mehr zu nehmen, während Finalgegner Olympique Lyon einen neuen Rekord aufstellte.

Wolfsburgs Lina Magull (rechts) im Zweikampf mit Potsdams Yuki Ogimi
Wolfsburgs Lina Magull (rechts) im Zweikampf mit Potsdams Yuki Ogimi ©Getty Images

Die Damen des VfL Wolfsburg müssen noch eine Woche warten, ehe sie endgültig ihre erste deutsche Meisterschaft feiern können, während Olympique Lyonnais, Gegner im Finale der UEFA Women's Champions League am 23. Mai an der Stamford Bridge, weiterhin siegt und Rekorde bricht.

Wolfsburg, das in dieser Saison als Vizemeister das Debüt in Europa gab, verlor in den letzten Wochen gegen Verfolger 1. FFC Frankfurt wertvolle Punkte, gewann aber am Mittwoch das Nachholspiel gegen Bayer 04 Leverkusen mit 4:1, sodass vor den letzten beiden Spieltagen die Meisterschaft mit sechs Punkten Vorsprung und einer um 27 Treffern besseren Tordifferenz gegenüber Frankfurt nur noch Formsache war. Dass der 1. FFC Turbine Potsdam, wo der VfL am Sonntag gastierte, damit nach vier Meisterschaften in Folge entthront werden würde, stand auch fest.

Beim Titelverteidiger brauchten die Wölfinnen nur noch einen Zähler, um nach zwölf Jahren die Dominanz von Turbine und Frankfurt zu brechen, denn seit 1999/2000 sind nur diese beiden Teams Meister geworden. Doch in Potsdam gab eine 0:2-Niederlage, die nach den Toren der Nachwuchsstars Nataša Andonova und Pauline Bremer feststand, wobei Wolfsburg einige Leistungsträgerinnen schonte. Und weil Frankfurt gleichzeitig mit 1:0 beim SC 07 Bad Neuenahr gewann, wurde die Meisterfeier nun auf den letzten Spieltag vertagt.

Frankfurt indes bleibt mit diesem Sieg auf Platz zwei, der die Rückkehr ins europäische Geschäft bedeuten würde. Mit einem Dreier am kommenden Sonntag gegen den FC Bayern München wäre dieses Ziel erreicht, während der Tabellenführer Bad Neuenahr empfängt.

Lyon, das zum dritten Mal in Folge die UEFA Women's Champions League gewinnen will, hatte sich bereits zuvor die siebte französische Meisterschaft hintereinander gesichert; am Sonntag wurde die Dominanz durch ein 6:0 bei Arras FCF unterstrichen. Camille Abily und Eugénie Le Sommer trafen je zweimal, für die anderen Tore sorgten Élodie Thomis und Louisa Necib. Lyon hat damit alle bisherigen 20 Ligaspiele in dieser Saison gewonnen, außerdem 120 Tore erzielt, womit der alte Rekord um einen Treffer überboten wurde. Noch aber sind zwei Spieltage zu absolvieren.

Insgesamt hat Lyon nun 40 Pflichtspiele in Folge gewonnen, eine Serie, die sich nun schon über mehr als ein Jahr erstreckt. Einem möglichen Triple würden die Französinnen ein Stück näher kommen, sollte am kommenden Sonntag das Pokalhalbfinale gegen Montpellier Hérault SC gewonnen werden. Aber auch Wolfsburg hat die Chance auf das Triple, denn am 19. Mai geht es in Köln im DFB-Pokalfinale gegen Potsdam, ehe vier Tage später in London das große Endspiel gegen Lyon auf dem Programm steht.

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