Women's Champions League Taktikanalyse: Chelseas Comeback gegen Manchester City
Samstag, 29. März 2025
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Anna Signeul, Technische Beobachterin der UEFA, analysiert den Sieg von Chelsea gegen Manchester City im Viertelfinal-Rückspiel der UEFA Women`s Champions League.
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Nach der 0:2-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Women's Champions League in der vergangenen Woche stand Chelsea vor der schweren. Aber dank einer starken Defensivleistung und einem direkten und effektiven Offensivspiel zog die Elf von Sonia Bompastor durch einen 3:0-Sieg in die Runde der letzten Vier ein.
In diesem Artikel hebt die Technische Beobachterin der UEFA, Anna Signeul, in Zusammenarbeit mit der UEFA-Abteilung für Leistungsanalyse hervor, wie Chelseas Stärke in Eins-gegen-Eins-Duellen in der Defensive und das schnelle zentrale Angriffsspiel der Schlüssel zum Comeback-Sieg waren.
Chelseas Verteidigen auf dem Vorderfuß als Schlüssel zum Sieg
"Chelsea hat den Willen gezeigt, alle 50/50-Duellen gewinnen zu wollen", erklärte Signeul. "Bei vielen Gelegenheiten sahen wir den Ehrgeiz von Chelsea, den Ball abzufangen. Millie Bright ist aus der Abwehrreihe herausgelaufen und hat auch im Mittelfeld wichtige Zweikämpfe gewonnen.
"Chelsea war wach, hat das Spiel gelesen und war in der Defensive sehr präsent", fügte sie hinzu. "Die Spielerinnen von Chelsea waren sowohl im Kopf als auch körperlich voll auf der Höhe und konnten Manchester City dadurch zu Fehlern zwingen. Dieser Wille war wichtig und deshalb haben sie das Spiel gewonnen."
Der Führungstreffer der Gastgeberinnen war vor allem Außenverteidigerin Lucy Bronze zu verdanken, die einen Einwurf schnell abfing und aus einer tieferen Position heraus einen Angriff einleitete. Die Mischung aus Balleroberung und schnellen Angriffen war der Schlüssel zum Sieg von Chelsea.
"Beim ersten Tor sehen wir, wie Lucy Bronze auf dem Vorderfuß ist und den Ball abfängt", erklärt Signeul. "Sie spielt dann einen Pass, läuft nach vorne und zeigt den Willen, selbst zum Abschluss kommen zu wollen.
"Weil sie aus einer tiefen Position heraus läuft, überlädt sie das Mittelfeld", fügt Signeul hinzu. "Hier spielt sie bis zu Mayra Ramírez und läuft dann weiter nach vorne. Da Bronze aus der Tiefe heraus angreift, ist es für die Gegenspielerinnen schwer, sie in den Griff zu bekommen."
Chelseas Wille, immer wieder zu attackieren
Die Bereitschaft von Bronze, immer Pässe spielen und nach vorne stürmen zu wollen, unterstrich Chelseas Herangehensweise an die Partie. Die Londonerinnen suchten nach jeder Gelegenheit, die City-Hintermannschaft unter Druck zu setzen und wurden für ihre "offensive" Spielweise belohnt.
Im Video oben sehen wir, wie Chelsea-Verteidigerin Bright mit dem Ball ins Mittelfeld vordringt, bevor sie die Spielerin des Spiels, Lauren James, bedient, die drei Mittelfeldspielerinnen von City umspielt und einen Angriff startet. Entscheidend ist, dass Chelseas Offensivspielerinnen jederzeit Lust hatten, die Defensive von City zu fordern und in den Strafraum einzudringen.
"Diese intensiven Läufe und Pässe ins Zentrum waren wichtig, um die Abwehrreihe und das Mittelfeld von Manchester City in der ersten Halbzeit unter Druck zu setzen. Die Gäste hatten Schwierigkeiten, damit fertig zu werden", erklärte Signeul.
"Den Vorstoß, mit dem Bronze das erste Tor einleitete, gab es oft in der ersten Halbzeit", fügte sie hinzu. "Diese Läufe aus tiefen Positionen ermöglichten es Chelsea, die Linien zu durchbrechen. Manchmal reagierten die Verteidigerinnen von City nicht darauf, was es schwierig machte, diese gefährlichen Pässe und Läufe zu verteidigen."
Anreize für Trainer: Die richtige Spielerin für eine bestimmte Position auswählen
Chelsea hatte den Sieg vor allem der klugen Balance zwischen Defensive und Offensive zu verdanken. Die taktische Aufstellung der Londonerinnen ermöglichte es, ihre individuellen Stärken auszuspielen und gleichzeitig defensiv stabil zu stehen.
"Die Balance innerhalb der Mannschaft ist in solchen Spielen sehr wichtig", erklärt Signeul. "Verschiedene Spielerinnen haben unterschiedliche Eigenschaften und können sich gegenseitig ergänzen. Die Hauptsache ist, dass sie zur Umsetzung der Taktik und des Matchplans beitragen."
"Es ist wichtig, dass Trainer die individuelle Entwicklung besprechen und sich Zeit dafür nehmen", sagt Signeul. "Selbst auf höchstem Niveau haben alle Spielerinnen Dinge, die verbessert werden können, und dieser Ansatz kann die Leistung der einzelnen Spielerinnen auf ein besseres Level heben."