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UEFA Women's Champions League Leistungsanalyse: Wie Arsenal sich gegen Wolfsburg behauptete

Die Technischen Beobachter der UEFA haben analysiert, wie es im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Women's Champions League zum 2:2-Unentschieden zwischen Wolfsburg und Arsenal kam.

Wolfsburgs Ewa Pajor (links) im Kopfballduell mit Arsenals Rafaelle
Wolfsburgs Ewa Pajor (links) im Kopfballduell mit Arsenals Rafaelle AFP via Getty Images

In dieser taktischen Analyse versuchen die Technischen Beobachter der UEFA zu erklären, wie es zum Auswärts-Comeback von Arsenal kam.

Wolfsburg - Arsenal 2:2

Tore

Highlights: Wolfsburg - Arsenal 2:2

1:0 - Ewa Pajor (19. Minute)

Wolfsburg erkämpfte sich den zweiten Ball und Sveindis Jónsdóttir spielte einen klugen langen Pass auf Pajor, die mit einem Flachschuss vollendete.

2:0 - Sveindís Jónsdóttir (24.)

Nach einem Fehler im Spielaufbau konnte die isländische Flügelspieler aus kurzer Distanz Manuela Zinsberger bezwingen.

2:1 - Rafaelle (45.)

Nach einer Ecke von der rechten Seite stand die brasilianische Innenverteidigerin goldrichtig und traf per Kopf zum Anschlusstreffer.

2:2 - Stina Blackstenius (69.)

Lotte Wubben-Moy fand auch der rechten Seite Victoria Pelova, die mit einer perfekt getimten Flanke Blackstenius im Zentrum bediente.

Spielerin des Spiels: Jen Beattie

Die Innenverteidigerin von Arsenal wurde von den technischen Beobachter der UEFA nicht nur für ihre sichere, fehlerfreie Abwehrarbeit und ihre Sprungkraft gelobt, sondern auch für ihre Organisations- und Führungsqualitäten im Zentrum der Gästeabwehr.

Teamformationen

Wolfsburg

So spielte Wolfsburg
So spielte Wolfsburg

Aufgrund der Verletzungen von Alex Popp und Lina Lattwein agierte Jule Brand in der 4-2-3-1-Formation von Tommy Stroot an der Seite von Stürmerin Ewa Pajor. Da Dominique Janssen zurück in die Innenverteidigung rückte, war Jill Roord als Partnerin von Lena Oberdorf im zentralen Mittelfeld zu finden.

Arsenal

So spielte Arsenal
So spielte Arsenal

Angesichts der langen Verletztenliste war Jonas Eidevall gezwungen, seine Mannschaft umzustellen - und nahm nur deshalb während dem Spiel nur zwei Auswechslungen vor (beide in der 89. Minute). Er entschied sich für ein 5-2-3-System mit Victoria Pelova und Katie McCabe an der Seite von Blackstenius im Angriff.

Tendenzen

"Arsenal begann in einer 3-4-3-Formation mit Tendenzen zu einem 5-2-3, wenn sie im Mittelblock verteidigten, und einem 5-4-1, wenn sie tief standen", so die Technischen Beobachter der UEFA. "Wenn man dieses System spielt, sind die Außenverteidigerpositionen der Schlüssel. Und die beiden Arsenal-Spielerinnen haben ihre Sache sehr gut gemacht und in allen Phasen des Spiels die perfekte Balance zwischen Offensive und Defensive gefunden."

Arsenal versuchte, Wolfsburg auf eine Seite zu ziehen und dann mit den hoch stehenden Innenverteidigerinnen und der Torhüterin ein schnelles Umschaltspiel zu betreiben. Im Spielaufbau wurden ebenfalls mit diagonalen Pässen die Außenverteidigerinnen gesucht, die mit Unterstützung ihrer Mitspielerinnen für Gefahr sorgten. Eine solche Situation führte zu der Ecke, die den Gästen den Anschlusstreffer bescherte.

Svenja Huth (10), die von den technischen Beobachtern der UEFA als "Langstreckenläuferin" bezeichnet wurde, spielte eine wichtige Rolle in Wolfsburgs Antwort auf die Formation von Arsenal. Im 4-2-3-1-System ihres Teams besetzte sie die rechte Offensivseite, musste aber auch den Weg nach hinten machen, um ein Auge auf Catleys im Mittelfeld zu haben.

Die Wölfinnen spielte im Angriffsdrittel doppelt so viele Pässe wie Arsenal, was zum Teil auf ihr aggressives Gegenpressing nach Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung und bei gegnerischen Versuchen, den Spielaufbau über die Torhüterin laufen zu lassen, zurückzuführen ist - wie das zweite Tor zeigt. Bei organisiertem Ballbesitz griffen sie mit einer Vielzahl von Spielerinnen an, was es ihnen ermöglichte, kollektiv zu pressen, wenn es zum Ballverlust kam.

Der Technische Beobachter der UEFA merkten ebenfalls an, dass Roord (14) gegen Arsenal ein wertvoller Aktivposten war. Die Niederländerin war nicht nur omnipräsent im Mittelfeld, sondern bot auch kreative Lösungen im Wolfsburger Spiel nach vorne an.

Wolfsburg-Trainer Tommy Stroot und Ewa Pjaor klatschen nach dem Spiel ab
Wolfsburg-Trainer Tommy Stroot und Ewa Pjaor klatschen nach dem Spiel abGetty Images

Die Einschätzung der Trainer

Tommy Stroot, Wolfsburg: "Es ist Halbzeit und die zweite Hälfte findet in London statt. Wir wussten, dass es ein enges Spiel werden würde, und unsere 2:0-Führung hat uns ein wenig geschmeichelt. Wir haben zu Beginn sehr gut gespielt. Die Tore, die wir kassiert haben, sind aus einer Standardsituation und einem Konter entstanden, das hätten wir besser verteidigen müssen."

Jonas Eidevall, Arsenal: "Es war erstaunlich zu sehen, mit welcher Ausdauer, Einstellung und Einsatzbereitschaft die Spielerinnen bei der Sache waren. Wir sind mit der Leistung und dem Ergebnis zufrieden. Aber es ist erst Halbzeit und alles wird in London entschieden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir vor ausverkauften Rängen spielen werden, und wir brauchen jeden, der die Mannschaft unterstützt und uns nach vorne pusht."