Wolfsburg - Lyon 1:3: Titelverteidiger erneut zu stark

Lyon lässt sich erneut nicht von Wolfsburg aufhalten und feiert seinen siebten Titel sowie den fünften in Folge.

Lyon feiert seinen fünften Titel in Folge
Lyon feiert seinen fünften Titel in Folge Getty Images
Wolfsburg - Lyon: Das Spiel zum Nachlesen

Spiel in Kürze

Der Titelverteidiger aus Lyon übernahm von Beginn an die Kontrolle und ließ Wolfsburg nicht zur Entfaltung kommen. Nach einigen Halbchancen gingen die Französinnen in der 25. Minute in Führung: Nach Zuspiel von Delphine Cascarino scheiterte Eugénie Le Sommer noch an Torhüterin Friederike Abt, ehe die Stürmerin im zweiten Versuch einnetzte.

Der Moment, in dem Lyon den Pokal bekommt
Der Moment, in dem Lyon den Pokal bekommt

Im Anschluss konnte der Deutsche Meister das Spiel etwas ausgeglichener gestalten, kassierte jedoch kurz vor der Pause den nächsten Nackenschlag. Nach erneuter starker Vorarbeit von Cascarino bekamen die Wolfsburgerinnen den Ball nicht konsequent verteidigt, so dass Saki Kumagai das Leder aus 20 Metern satt ins rechte Eck versenkte.

Auch nach der Pause war Lyon zunächst präsenter, schaltete dann aber einen Gang zurück und wurde sofort von Wolfsburg bestraft. Nach einem schönen Angriff über die linke Seite passte Fridolina Rolfö scharf in die Mitte, wo Lyon den Ball nicht klären konnte. Ewa Pajor schaltete schnell und flankte scharf auf den Kopf von Alexandra Popp, die ins leere Tor köpfte (57.).

In der Folgezeit war Wolfsburg um den Ausgleich bemüht, erarbeitete sich jedoch keine Chancen mehr. Die endgültige Entscheidung fiel in der 88. Minute: Nach einer Eck wehrte Abt den Ball zu Le Sommer ab, deren Schuss die frühere Wolfsburgerin Sara Björk Gunnarsdóttir ins Tor ablenkte.

Experten-Meinung:

Lyon bleibt eine Klasse für sich
Lyon bleibt eine Klasse für sichPOOL/AFP via Getty Images

Verónica Boquete, Gewinnerin 2015 mit Frankfurt
Wieder ein Sieg für Lyon, das nach wie vor Europa regiert. Für den Frauenfußball ist es nicht unbedingt gut, dass über zehn Jahre eine Mannschaft so klar dominiert – aber es dient auch als Motivation. Lyon zeigt den Weg zum Erfolg auf.

Sie haben alle Titel verdient, und den Ehrgeiz aufrechtzuerhalten, ist Teil des Erfolgsrezepts dieser Mannschaft. Auch Wolfsburg verdient Anerkennung – gerade Popp im Mittelfeld hat unentwegt gearbeitet. Es war ein gutes Finale und das bessere Team hat gewonnen – das ist ein Sieg für den Frauenfußball.

Annike Krahn, Gewinnerin 2009 mit Duisburg
Herzlichen Glückwunsch an Olympique Lyon, sie sind erneut verdienter Sieger der UEFA Women's Champions League! Sie waren vor allem in der ersten Halbzeit dominant und haben mit dem 2:0-Halbzeitstand den Grundstein gelegt. Wolfsburg hat erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel gefunden – mit dem Anschlusstreffer wurde es nochmal spannend, bevor die ehemalige Wolfsburgerin Gunnarsdóttir das Spiel entscheidet. Pernille Harder spielte in ihrem letzten Spiel für Wolfsburg sehr unauffällig und konnte keine Akzente setzen.

Glückwunsch an Lyon, die auch in dieser Champions-League-Saison nicht bezwungen wurden, den fünften Titel in Folge zu gewinnen, ist eine außergewöhnliche Leistung – Respekt!

Alex Popp köpfte den Anschlusstreffer für Wolfsburg
Alex Popp köpfte den Anschlusstreffer für WolfsburgPOOL/AFP via Getty Images

Reaktionen

Stephan Lerch, Wolfsburg-Trainer: "Herzlichen Glückwunsch an Lyon zur Titelverteidigung. Ich bin wirklich stolz auf mein Team – sie haben nach dem 0:2 gezeigt, was Teamgeist ist. In der zweiten Halbzeit haben wir mit Herz gespielt, ein Tor gemacht, sie unter Druck gesetzt, und es ist schade, dass wir den Ausgleich und die Verlängerung nicht geschafft haben."

Alex Popp, Wolfsburg-Spielführerin: "Wir haben eine tolle Saison gespielt, wir können stolz auf uns sein, und ich kann stolz darauf sein, Teil dieser Mannschaft zu sein. In der ersten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, unser Spiel zu machen, und in den wichtigen Momenten haben wir nicht gut reagiert. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir uns stark zurückgekämpft."

Jean-Luc Vasseur, Lyon-Trainer: "Wir reden darüber, Rekorde aufzustellen – wir haben das geschafft, weil wir auf dem gleichen historischen Level sind wie Real Madrid in den 50ern und 60ern. Sie mussten die Geschichte neu schreiben und dieser Prozess ging vor ein paar Jahren los und ich glaube nicht, dass wir bald aufhören."

Lyons sechs Triumphe
Lyons sechs Triumphe

Lyon-Spielführerin Wendie Renard: "Es ist schwierig, ein Sieger zu sein. Du musst so hart arbeiten. Du kämpfst jedes Jahr für diesen Titel. Wir haben ihn wieder geholt – wir bringen ihn für die Fans nach Hause."

Aufstellungen

Wolfsburg: Abt; Blässe (78. Bremer), Goeßling, Doorsoun-Khajeh (39. Hendrich), Janssen; Huth (61. Wolter), Syrstad Engen, Popp, Rolfö; Harder, Pajor (61. Oberdorf)

Lyon: Bouhaddi; Bronze, Buchanan, Renard, Karchaoui; Gunnarsdóttir, Kumagai; Cascarino (87. Van de Sanden), Marozsán (87. Taylor), Majri; Le Sommer

Wichtige Statistiken

  • Lyon hat den Titel zum siebten Mal insgesamt und fünften Mal in Folge gewonnen.
  • Mit Lyons sieben Siegen liegt Frankreich jetzt nur noch zwei Titel hinter Deutschlands neun Siegen insgesamt.
  • Für Lyon war es die neunte Finalteilnahme insgesamt. Das fünfte Endspiel in Folge ist ebenfalls ein neuer Rekord (und bricht den eigenen, der von 2010 bis 2013 aufgestellt wurde).
  • Sarah Bouhaddi und Wendie Renard spielten zum neunten Mal ein Finale (eines mehr als die Rekordhalter der Männer, Paco Gento und Paolo Maldini), Eugénie Le Sommer ihr achtes Endspiel.
  • Bouhaddi, Renard, Le Sommer und Alex Popp absolvierten alle acht Duelle zwischen Lyon und Wolfsburg. Diese acht Begegnungen sind Wettbewerbsrekord.