Popp hat Großes vor mit Wolfsburg

Wolfsburgs Alex Popp könnte als eine von nur drei Spielerinnen zum vierten Mal die UEFA Women's Champions League gewinnen. Im Interview mit UEFA.com spricht sie über das anstehende Finale gegen Lyon.

Alexandra Popp feiert nach dem 4:0 im Halbfinalhinspiel gegen den FFC Frankfurt
©Sportsfile

Gewinnt der VfL Wolfsburg am Donnerstag gegen Olympique Lyon die UEFA Champions League, steigt Alex Popp in einen elitären Kreis auf. Dann nämlich hätte sie als eine von nur drei Spielern in der Geschichte des Wettbewerbs vier Mal die UEFA Women's Champions League gewonnen - einmal mit Duisburg (2009) und dreimal mit Wolfsburg.

Die 25-Jährige besticht vor allem durch ihre Flexibilität und kann sowohl in der Offensive als auch in der Defensive eingesetzt werden. Mit UEFA.com spricht sie über das anstehende Endspiel.

UEFA.com: Mit ihrem Team haben Sie das Champions-League-Finale erreicht - wie bereits 2013 und 2014. Wie groß ist die Vorfreude, dass man wieder so ein großartiges Spiel bestreiten darf?

Alex Popp: Riesengroß. Im letzten Jahr hat uns ein Tor zum Finale gefehlt. Diese Spielzeit haben wir uns viel vorgenommen und gerade in der Champions League immer richtig gute Spiele abgeliefert. Dass wir es nun wieder geschafft haben, ins Finale einzuziehen - zumal wieder gegen Olympique Lyon -, ist besonders schön. 

UEFA.com: Man könnte sagen, dass Sie genau zur richtigen Zeit nach Wolfsburg gewechselt sind. Ein Jahr nach Ihrem Wechsel 2012 ging die Erfolgsgeschichte richtig los. Was hat sich seit dieser Zeit im Klub getan bzw. verändert?

Was hier in Wolfsburg sehr auffällt, ist, dass wir wirklich als Team arbeiten. Nicht nur die Mannschaft an sich, sondern auch der Trainerstab. Es ist hier unglaublich professionell. Das war man vom deutschen Frauenfußball anfangs nicht so gewöhnt - da hat man beispielsweise seine Sachen wirklich noch selbst gewaschen. Jetzt kommt man hin und hat nichts dabei, weil man all seine Sachen bereits vor Ort in der Kabine hat - angefangen bei Schuhen, Trikots oder Duschsachen. Das macht einen großen Unterschied aus und erlaubt den Spielerinnen, sich professionell auf Spiele vorzubereiten. Außerdem sind wir auf jedes Spiel topp eingestellt, da es immer eine Videoanalyse gibt. Mittlerweile sind wir als Verein auch voll in der Stadt anerkannt. Das haben wir uns durch unsere Erfolge in den letzten Jahren auch erarbeitet.

UEFA.com: Nun trifft man im Finale wie bereits 2013 auf Lyon. Kann man sich etwas von dem damaligen Spiel für die aktuelle Partie abschauen?

Popp: Damals in London war es ein wirklich verrücktes Spiel. Jetzt in Reggio wird es wohl etwas anders werden, allein schon wegen der Atmosphäre. Zwar wissen wir von damals, dass wir Lyon schlagen können. Allerdings haben wir heute eine viel höhere Qualität, vor allem was das Spielerische angeht. Vielleicht wird es daher sogar ein Spiel auf Augenhöhe.

Aber es ist schwierig zu beurteilen, weil man Lyon - bis auf bei den Champions-League-Partien -  während der Saison nie wirklich sieht. Dementsprechend wird es wohl ein sehr attraktives Finale. Wer hinterher als Sieger vom Platz, kann man nicht sagen - auch wenn Lyon als Favorit in die Partie gehen wird.

UEFA.com: Was macht Lyon so gefährlich?

Popp: Lyon ist technisch sehr versiert. Durch die Bank weg haben sie Spielerinnen im Kader, die mit dem Ball sehr gut umgehen können. Sie sind gespickt mit Weltklasse-Spielerinnen und das macht Lyon aus. Sie spielen seit Jahren fast mit demselben Kader, dementsprechend sind sie fast blind aufeinander abgestimmt und wissen, wie der andere läuft. Das macht es schwer, eine Mannschaft wie Lyon über 90 Minuten auszuschalten.

UEFA.com: Was erwarten Sie vom Finale in spielerischer Hinsicht?

Popp: Ich kann mir vorstellen, dass es am Anfang ein taktisch geprägtes Spiel sein wird, bei dem sich beide Teams ein wenig abtasten und dann wird es wohl nach 15 oder 20 Minuten hin- und hergehen. Beide Mannschaften sind - denke ich - überzeugt, den Pokal holen zu können. Ich hoffe, dass es eines der schöneren Frauenfußball-Spiele werden wird.

UEFA.com: Beide Teams könnten zum dritten Mal die Champions League gewinnen. Ist das eine reine Statistik oder eine umso größere Motivation, den Pott zu holen?

Popp: Wir machen uns darüber keine Gedanken. Wir wollen den Titel einfach als Zeichen unserer harten Arbeit nach Hause holen. Es ist also egal, ob es das dritte, vierte oder erste Mal ist. Aber das i-Tüpfelchen wäre es schon in einer Saison, in der wir mit vielen Ausfällen zu kämpfen hatten. 

Popp feiert den Sieg im Finale 2013
Popp feiert den Sieg im Finale 2013©Sportsfile

UEFA.com: Sie sind eine Spielerin, die in jedem Spiel vollen Einsatz zeigt, keinem Zweikampf aus dem Weg geht, Kopfbälle gewinnt. Was macht der Spielerin Alex Popp auf dem Platz am meisten Spaß?

Popp: Gewinnen! [lacht]. Wenn man mit der Mannschaft den Platz als Sieger verlässt, dann ist das in dem Moment das Schönste, was es als Sportler gibt. Sei es eine Runde weiterzukommen oder drei Punkte in der Liga zu sammeln - sich für die erbrachte Leistung zu belohnen, ist das Schönste. Das kann einem dann keiner mehr nehmen.

Oben