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Paris-Coach Benstiti im Interview

Fünf Jahre ist es her, dass Trainer Farid Benstiti im Finale der UEFA Women´s Champions League mit Olympique Lyonnais im Elfmeterschießen scheiterte. Jetzt visiert er mit Paris Saint-Germain gegen den 1. FFC Frankfurt den Titel an.

Für Farid Benstiti ist es sein zweites Europapokal-Finale
Für Farid Benstiti ist es sein zweites Europapokal-Finale ©Sportsfile

Fünf Jahre ist es her, dass Trainer Farid Benstiti im Finale der UEFA Women´s Champions League mit Olympique Lyonnais im Elfmeterschießen scheiterte. Jetzt visiert er mit Paris Saint-Germain den Titel an – und will gegen den 1. FFC Frankfurt einiges besser machen.

Benstiti gewann vier Titel in Serie und runderneuerte Lyon in seiner neunjährigen Amtszeit. Ausgerechnet nachdem er den Verein 2010 in Folge der Niederlage vom Punkt gegen den 1. FFC Turbine Potsdam in Getafe verließ, gewann Olympique die Königsklasse. Nach einem Intermezzo in Russland, wo er die Nationalmannschaft sowie den FC Rossiyanka trainierte, kehrte Benstiti 2012 nach Frankreich zurück und übernahm die damals frisch professionalisierte Pariser Frauenmannschaft. Am Donnerstag fordert PSG Frankfurt in Berlin zum Duell um Europas Krone heraus.

Benstiti sprach mit UEFA.com über seine Philosophie, seine Vorstellung von attraktivem Fußball, die Ansprache vor der Partie gegen Frankfurt und darüber, wie Paris mit der Sperre von Starspielerin Caroline Seger umgehen will.

Attraktiver Fußball ...

Attraktiver Fußball ist gleichbedeutend mit organisiertem Fußball - durch die Entwicklung des Frauenfußballs auch realistischem Fußball – aber ich denke einige Aspekte fehlen nach wie vor. Knackpunkt ist also, was wir können und was wir nicht können – attraktiver Fußball bedeutet, hinten gut zu stehen und vorne Tore zu erzielen, es bedeutet gut zu spielen und stets diszipliniert zu agieren.

Das Ideal stellt die Champions League der Männer dar. Wenn du dort Spiele siehst, spürst du die Leidenschaft und es ist immer besser als erwartet. Ich erwarte diesen Level auch im Frauenfußball, und ich verspreche mir einige Verbesserungen im individuellen technischen Bereich der Spielerinnen. Wir kommen dem näher, weil die Spielerinnen bereits in jungen Jahren gefördert werden. Deshalb wird es im Frauenfußball zukünftig weniger Fehler geben.

Frankfurts Stärken ...

Frankfurts Marozsán beeindruckt Benstiti
Frankfurts Marozsán beeindruckt Benstiti©Sportsfile

Frankfurts Stärke liegt in der Offensive, besetz mit herausragenden Individualistinnen wie [Verónica] Boquete und [Dzsenifer] Marozsán. Im Mittefeld sind sie zudem sehr kreativ. Besonders in der Spitze sind sie gut, mit wirklich athletischen Angreiferinnen. Die Defensive ist besetzt mit erfahrenen Spielerinnen. Insgesamt sind sie also ein ziemlich komplettes Team. Sie haben kreative Spielerinnen wie [Simone] Laudehr, die ich vergessen habe zu erwähnen, sie ist extreme gut, und sie verkörpern die deutsche Mentalität mit Disziplin, Entschlossenheit, dem Willen nie aufzugeben, bis nach der 90. Minute ist das Spiel nicht vorbei; alle Attribute die wir von den Deutschen kennen und die sie momentan derart stark machen.

Ansprache vor dem Spiel ...

Ich werde die Botschaft eines hart arbeitenden Klubs vermitteln, dessen Spieler so weit wie möglich kommen wollen, die Botschaft eines unendlich hart arbeitenden Stabs, sodass die Spielerinnen das Potenzial haben, das Finale für sich zu entscheiden. Ich werde den Spielerinnen Folgendes sagen: Ihr steht im Finale, ihr müsst euch nicht zurückhalten, weder vorne, noch hinten, ihr müsst so befreit wie möglich aufspielen. Ihr müsst eure Angriffe wiederholen, sie perfektionieren, ihr müsst euch bis zum Limit pushen, als Einzelne und im Mannschaftsverbund. Außerdem müsst ihr auf den letzten 20 Metern effizient agieren. Das ist es, was ich von meinen Spielerinnen einfordern werde.

Seger fehlt im Finale gesperrt
Seger fehlt im Finale gesperrt©Getty Images

Die Sperre von Seger ...

In einem Interview sagte ich, dass wir beide wie Waisen sind, weil wir jeweils ein Finale verloren haben und es nie geschafft haben, eines zu gewinnen. Deshalb ist es unser beider Ziel dieses Mal zu gewinnen. Es ist sehr schwierig Trainer von Caroline Seger zu sein, weil sie ein Vorbild ist.

Außerdem ist sie so zäh auf dem Feld, fast paradox im Vergleich dazu, wie sie im echten Leben ist. Ich denke, das macht große Wettkämpferinnen aus. Das werden wir am schmerzlichsten vermissen. Sie hat alles gegeben, um dieses Finale zu erreichen, sie war in jeder Runde außergewöhnlich. Es ist frustrierend, aber wir werden alles dafür tun, sicherzustellen, dass auch sie in diesem Finale eine Rolle spielt.