Lyon happy, Wolfsburg stolz

Lyons Trainer Gérard Prêcheur sowie Ada Hegerberg und Saki Kumagai waren glücklich, Wolfsburgs Ralf Kellermann und Alex Popp nahmen die bittere Endspiel-Niederlage dagegen voller Stolz.

Alex Popp: "Haben alles gegeben"
Alex Popp: "Haben alles gegeben"
  • Lyons Trainer Gérard Prêcheur glücklich nach dem Endspielsieg gegen Wolfsburg
  • Saki Kumagai erklärt ihre Taktik beim entscheidenden Elfmeter
  • Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann ist trotz der Pleite stolz auf sein Team
  • Alexandra Popp: "Haben alles gegeben"

Gérard Prêcheur, Trainer Lyon
Es war ein gutes Spiel, aber zu einem guten Spiel gehören zwei Teams, deswegen möchte ich Wolfsburg gratulieren.

Beim Ausgleich haben meine Spielerinnen die Anweisungen von vor dem Spiel vergessen, aber generell hat mein Team taktisch in Abwehr und Angriff perfekt gearbeitet. Wir haben das Spiel insgesamt kontrolliert, wir haben es geschafft, ihre Sturmreihe zu neutralisieren. Wir waren in der Defensive gut organisiert und Wolfsburg hatte nur wenige Torchancen - aber in der 88. Minute haben sie dann doch getroffen. Wir hätten uns diese Spannung ersparen können, wenn wir ein zweites Tor erzielt hätten, aber wir sind natürlich trotzdem glücklich.

Als Fußballtrainer bin ich heute natürlich sehr glücklich, denn wir haben den Lohn für unsere gemeinsame harte Arbeit erhalten. Ich bin erst vor zwei Jahren ins Traineramt zurückgekehrt, ich weiß, wie anspruchsvoll das ist. Man muss seine gesamte Energie investieren, aber auf einem professionellen Level bin ich wirklich sehr glücklich.

Saki Kumagai, Mittelfeldspielerin Lyon und Spielerin des Spiels
Ich trainiere das immer, Elfmeter so zu schießen [mit einem langen Anlauf]. Ich will zuerst immer sehen, was die Torhüterin in solch einer Situation macht. Natürlich sind wir traurig, dass sie [Amandine Henry, Lotta Schelin und Louisa Necib] gehen, aber wir haben uns vorher geschworen, dass wir es vor allem für uns gewinnen wollten. Wir haben unsere Gefühle in den Griff bekommen und haben uns von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert, jetzt sind wir einfach glücklich.

Es war wirklich hart für uns, besonders nachdem Wolfsburg zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ausgeglichen hatte. Wir haben versucht, ein zweites Tor zu erzielen, wir hatten Chancen, haben aber nicht getroffen und dann besteht immer das Risiko, dass man sich den Ausgleich einfängt. Wir haben am Schluss vielleicht auch ein paar Fehler gemacht und Wolfsburg ist zurückgekommen. Es war das erwartete Spiel, ein hartes Spiel, aber am Ende haben wir die Oberhand behalten.

Ada Hegerberg, Stürmerin Lyon
Ich kann noch gar keine Worte finden, das ist vermutlich der größte Tag in meinem Leben. Wir waren alle ein bisschen sauer, dass wir zwei Minuten vor Spielende noch den Ausgleich kassiert haben. Das war mental nicht einfach, zurückzukommen. Ich habe einen Elfmeter verschossen, aber zum Glück haben meine Teamkolleginnen den Job erledigt. Ich bin wirklich stolz auf das Team und was wir in dieser Saison erreicht haben.

Amandine Henry, Mittelfeldspielerin Lyon
Das war heute eine emotionale Achterbahnfahrt. Erst haben sie den Ausgleich geschossen, dann gab es Verlängerung und schließlich haben wir im Elfmeterschießen gewonnen. In den letzten Jahren haben wir oft unsere Elfmeter verschossen, aber diesmal hatten wir das Glück auf unserer Seite, das ist ein tolles Gefühl. Es ist toll, Lyon mit solch einem Sieg in Richtung Portland Thorns zu verlassen, und es rundet unsere tolle Saison ab. Wir haben das Triple geholt und sind natürlich superglücklich.

Ralf Kellermann, Trainer Wolfsburg
Zuallererst möchte ich Lyon zum Erfolg in diesem Wettbewerb gratulieren. Es ist hart, ein Spiel wie dieses im Elfmeterschießen zu verlieren, aber wir können trotzdem alle stolz sein. Wir haben das Spiel dank unserer Mentalität bis zum Ende offen gehalten, wir haben alles gegeben, was wir hatten, um auf dem Rasen dieses Team mit solch großartigen Qualitäten zu bekämpfen. Wir sind stolz auf unsere Leistung, aber natürlich tut das momentan ganz schön weh.

Wir waren stabil in der Defensive, dass Lyon Chancen bekommen hat, ist normal. Wir haben nur ein Gegentor zugelassen und das war mehr als vermeidbar, da wir im Ballbesitz waren. Psychologisch gesehen, hätten wir, nachdem wir die Verlängerung erreicht haben, vielleicht das zweite Tor schießen können, Lyon aber auch. Direkt nach dem Ausgleich hatten wir das Gefühl, gewinnen zu können, aber insgesamt war es ein enges Spiel und Elfmeterschießen ist Lotterie. Das war auch bitter, weil wir dort vorne lagen, aber ich habe Respekt für jede Spielerin, die den Mut hat, anzutreten.

Alex Popp, Stürmerin Wolfsburg
Wir haben genauso gespielt, wie wir das wollten, außer, dass wir kein Gegentor kassieren wollten. Das Tor war fast geschenkt, ein individueller Fehler. Wir haben dann in der zweiten Halbzeit ein bisschen umgestellt und mit zwei Spitzen gespielt. Dadurch haben wir Lyon richtig unter Druck gesetzt und ein wirklich gutes Comeback gezeigt. Da waren wir mental wieder voll auf der Höhe.

Am Ende hat man gemerkt, dass wir eine lange Saison mit vielen englischen Wochen hinter uns haben. Einige haben mit Krämpfen am Boden gelegen. Das zeigt aber auch, dass wir alles gegeben haben. Wir haben alles reingeschmissen in dieses eine Spiel, dass es am Ende nicht im Elferschießen gereicht hat, ist eine 50:50-Sache. Glückwunsch an Lyon, denn was die Torchancen oder Torschüsse angeht, war es vielleicht verdient.

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