Island auf unerwarteten Pfaden

Island hat mit großem Kampfgeist und Willen die ersten vier Spiele in Gruppe 10 gewonnen - eine Tatsache, die Trainer Eyjólfur Sverrisson so "nicht erwartet" hat.

Hordur Magnússon ist einer der isländischen Nachwuchsstars
Hordur Magnússon ist einer der isländischen Nachwuchsstars ©KSÍ

"Um ehrlich zu sein, habe ich nicht erwartet, dass wir die Gruppe anführen könnten. Aber die Mannschaft ist sehr gut zusammengewachsen", so Islands Trainer Eyjólfur Sverrisson, der mit seiner Mannschaft in Gruppe 10 der Qualifikation zur UEFA-U21-Europameisterschaft ganz oben steht.

Mit dem 2:0-Sieg gegen Kasachstan am Donnerstagabend hat Island nach vier Spielen immer noch eine makellose weiße Weste - am Montag steht in Reykjavik nun das Duell gegen Frankreich an. Zwar sind noch einige Partien zu absolvieren, aber das Team von Sverrisson ist auf einem guten Kurs in Richtung Tschechische Republik 2015, nachdem man 2011 in Dänemark erstmals bei einer Endrunde dabei war.

"Wir haben seit der letzten Endrunde eine komplett neue Mannschaft aufgebaut und die Spieler befinden sich alle auf dem gleichen Niveau. Das heißt, es gibt keine Spieler, die besser oder schlechter als die anderen sind", so Sverisson, der in seiner aktiven Karriere für Beşiktaş JK und Hertha BSC Berlin spielte. "Unsere Stärke kommt über die gesamte Mannschaft - über jeden einzelnen Spieler. Wir legen stets ein gutes Tempo vor und ackern die gesamten 90 Minuten über - wir sind sowohl in der Defensive als auch in der Offensive stark. Wir wussten bereits nach einem Testspiel und ein paar Trainingseinheiten, wie wir die Mannschaft zusammenstellen müssen."

Mittelfeldmann Emil Atlason von KR Reykjavík war bislang Islands Toptorjäger und erzielte in vier Partien bereits sieben Treffer. Aber auch Jón Dadi Bödvarsson von Viking FK oder Juventus-Verteidiger Hordur Magnússon - aktuell in die Serie B an Spezia Calcio ausgeliehen - nehmen in der Mannschaft der Skandinavier eine wichtige Rolle ein. Am Montag steht gegen Frankreich nun aber eine echte Standortbestimmung an.

"Möglicherweise war einfach unsere Power in den bisherigen Spielen entscheidend, denn wir haben alle anderen Mannschaften geschlagen", so Islands 45-jähriger Trainer. "Das Spiel gegen Frankreich wird aber nicht einfach - das ist eine sehr gute Mannschaft, die ebenfalls alle Spiele gewonnen hat. Das ist eine tolle Herausforderung, aber nach unseren Siegen sind wir natürlich sehr selbstbewusst. Wir wissen, dass wir unsere Stärken ausspielen müssen - gelingt uns das, dann könnte das ein tolles Spiel werden."

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