DFB-Team zum Abschluss versöhnlich

Russland - Deutschland 1:2 Dank der Treffer von Patrick Herrmann und Sebastian Rudy beendete die Elf von Rainer Adrion das Turnier mit dem ersten Sieg.

Trainer Rainer Adrion sprach im exklusiven Interview mit UEFA.com über die "Kleinigkeiten", die im EM-Verlauf den Ausschlag gegeben haben, lobte sein Team aber auch für einen guten Auftritt beim 2:1 gegen Russland.


Die DFB-Elf hat zum Abschluss der Gruppenphase der UEFA-U21-Europameisterschaft nach zwei verlorenen Spielen nun doch noch einen Sieg gefeiert. Nach dem 2:1 gegen Russland in Netanya beendet das DFB-Team die Gruppe B auf Platz drei. Das Ausscheiden hatte schon nach den beiden Auftaktpleiten festgestanden.

Russland ging Mitte der ersten Hälfte durch Alan Dzagoev in Führung, doch Deutschland kam noch vor der Pause durch Patrick Herrmann zum Ausgleich. Nach dem Platzverweis gegen Georgi Schennikov spielte Deutschland 50 Minuten in Überzahl, die in der 69. Minute zur Führung des eingewechselten Sebastian Rudy (Elfmeter) genutzt wurde.

Kevin Volland zwang Torwart Aleksandr Filtsov in der acht Minuten zu einer Glanzparade, auf der Gegenseite hatte Oliver Baumann, der anstelle von Bernd Leno im Tor stehen durfte, keine Mühe mit dem Schuss von Maksim Grigoryev. Die klar besseren Chancen spielte sich aber die DFB-Elf heraus, so musste Filtsov nach 13 Minuten mit dem Fuß einen Abschluss von Patrick Herrmann aus dem Eck kratzen.

Schon in den ersten beiden Spielen hatte die deutsche Abwehr einige Wackler in der Defensive gehabt und auch dieses Mal schlich sich in der Hintermannschaft ein dicker Patzer ein, den Dzagoev eiskalt zum 1:0 ausnutzte. Matthias Ginter bekam die Kugel nicht vernünftig geklärt und so beförderte der Offensivspieler vom PFC CSKA Moskva den Ball aus zehn Metern ins lange Eck (22.).

Die Antwort von Deutschland gab Herrmann in der 34. Minute, allerdings gehörte das Tor zur Hälfte Volland. Der Stürmer der TSG 1899 Hoffenheim setzte sich gegen seinen Gegenspieler stark durch und legte dann quer in die Mitte, wo Herrmann aus kurzer Distanz vollendete – 1:1. Russland musste aber nicht nur den Ausgleich verkraften, sondern war ab der 39. Minute nur noch zu zehnt, da Schennikov wegen groben Foulspiels vom Platz gestellt wurde.

Für Kapitän Lewis Holtby war die Karriere in der U21-Nationalmannschaft zur Halbzeit beendet, Adrion nahm ihn und Christian Clemens vom Platz, dafür kamen Sebastian Rudy und Sebastian Polter. Letzterer machte gleich richtig Betrieb, legte erst eine Möglichkeit für den sehr agilen Herrmann auf (49.) und lief kurz darauf alleine auf das Tor zu, kam jedoch nicht an Filtsov vorbei.

Deutschland übte nach einer Stunde eine Menge Druck aus und schaffte es auch mehrfach, den Ball gut in die Gasse zu spielen. Eine dieser Situation führte zur nächsten Chance für Herrmann, der von der Strafraumgrenze zu weit nach links zielte. Aber auch die Russen gaben ein Lebenszeichen von sich, so verfehlte Denis Cheryshev nach Vorlage von Dzagoev in der 67. Minute nur knapp das Tor.

Keine 60 Sekunden später gab es auf der Gegenseite Elfmeter für Deutschland. Herrmann wurde von Taras Burlak zu Fall gebracht und Rudy verwandelte auch seinen zweiten Strafstoß im Turnier sicher – 1:2 (69.). Danach ging es weiter fast nur in eine Richtung, denn die DFB-Auswahl wollte nachlegen. Filtsov machte seine Sache aber hervorragend und parierte in der 77. Minute stark den Schuss des eingewechselten Patrick Funk. Sechs Minuten vor Ende der Partie zog Volland aus 18 Metern ab, der russische Keeper konnte mit Mühe zur Ecke klären. Volland war es auch, der kurz darauf eine tolle Flanke auf Rudy spielte, die dieser freistehend nicht verwandeln konnte. Doch auch Russland hatte noch eine große Möglichkeit, als Fedor Smolov den Ball an den rechten Pfosten nagelte.

Beide Teams gehen jetzt in die Sommerpause, die deutsche Mannschaft startet am 6. September auf den Färöer Inseln in die Qualifikation für die nächste Endrunde. Beim Turnier 2015 in der Tschechischen Republik kann man den nächsten Anlauf nehmen, nach 2009 den zweiten Titel zu holen.

Oben