Nächster Coup von Belarus?

Mit einem Sieg über Italien in den Play-offs hat Belarus für eine Riesenüberraschung gesorgt und will bei der zweiten Endrunden-Teilnahme hintereinander in Dänemark weitere Schlagzeilen schreiben.

Pavel Nekhaychik ist einer der Hoffnungsträger von Belarus
Pavel Nekhaychik ist einer der Hoffnungsträger von Belarus ©Pressball

Eine sensationelle Aufholjagd hat Belarus in den Play-offs zur Endrunde der UEFA-U21-Europameisterschaft einen überraschenden 3:2-Erfolg gegen den fünffachen Titelträger Italien beschert. In Dänemark werden sie damit nach 2004 und 2009 zum dritten Mal an einer Endrunde teilnehmen.

Vor allem Pavel Nekhaychik und Vladimir Yurchenko holten während der Qualifikation die Kastanien aus dem Feuer. Flügelstürmer Nekhaychik, der bereits mit dem FC BATE Borisov in der UEFA Champions League 2008/09 für Aufsehen gesorgt hatte, erzielte in den letzten beiden Gruppenspielen wichtige Treffer gegen Schottland und Aserbaidschan, während Yurchenko, ein pfeilschneller und technisch starker Torjäger gegen Italien groß auftrumpfte und im Rückspiel zwei Tore innerhalb der ersten fünf Minuten erzielte.

In der Gruppe 10 hatte Belarus zuvor den zweiten Platz hinter Schottland belegt und war als einer der vier besten zweitplatzierten Mannschaften in die Play-offs gekommen. Begonnen hatte alles mit Siegen gegen Österreich und Aserbaidschan, ehe sie im Oktober 2009 unglücklich und in letzter Sekunde die Begegnung gegen Schottland verloren. Es folgten zwei Siege gegen Albanien und im Auftaktspiel des Jahres 2010 bewiesen sie gegen Österreich Moral, als sie sich auch von einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand nicht unterkriegen ließen. Der eingewechselte Dmitri Rekish markierte in den letzten 15 Minuten zwei Tore und rettete damit einen Punkt.

In den letzten beiden Spielen trumpfte Nekhaychik groß auf und sicherte gegen Schottland ein 1:1-Remis, ehe er gegen Aserbaidschan den wichtigen Siegtreffer markierte. Mit 17 Zählern war Belarus am Ende punktgleich mit Schottland, allerdings mussten sie sich aufgrund des direkten Vergleichs mit dem zweiten Platz zufrieden geben, der letztendlich aber den Weg für die Play-offs frei machte.

Gegen Italien gab es im Hinspiel eine 0:2-Niederlage und alles schien gelaufen. Doch beim Rückspiel in Minsk legten sie den perfekten Start hin und nach Yurchenkos blitzschnellem Doppelpack war alles wieder offen. In der regulären Spielzeit fielen keine weiteren Treffer, so dass es Verteidiger Oleg Veretilo überlassen war, in der Nachspielzeit zum Held des Abends zu avancieren. Trainer Georgi Kondratyev durfte dann doch noch die Champagner-Flasche auf machen, die er für alle Fälle eingepackt hatte.

Yurchenko hat in der Qualifikation drei Treffer erzielt, ebenso viele wie Maksim Skavysh, Nekhaychik und Rekish. Belarus hat einen sehr ausgeglichenen Kader und verfügt mit Yurchenko, Veretilo und Kapitän Mikhail Sivakov über drei Akteure, die bereits 2009 in Schweden Endrunden-Erfahrung sammeln konnten.

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