DFB-Team will Finnland schlagen

Horst Hrubesch, Trainer der deutschen U21-Nationalelf, weiß um die Schwere der Aufgabe gegen Finnland, doch für ihn kommt nur ein Sieg in Frage als wichtiger Schritt Richtung Halbfinale.

Deutschlands Trainer Horst Hrubesch hat gegen Finnland einen Sieg eingeplant
Deutschlands Trainer Horst Hrubesch hat gegen Finnland einen Sieg eingeplant ©Getty Images

Wer bei der Abschlusspressekonferenz vor dem Spiel der UEFA-U21-Europameisterschaft zwischen Deutschland und Finnland dabei war, der konnte keinen Augenblick daran zweifeln, dass es nur eine Mannschaft geben kann, die den Sieg davon tragen wird. Während die Finnen in ihrem Eröffnungsspiel der Gruppe B gegen England enttäuscht hatten, ist der Optimismus bei den Deutschen groß.

Siegermentalität
Ein Blick in das Gesicht von Deutschland-Trainer Horst Hrubesch sagte eigentlich alles, als die Frage gestellt wurde, ob er denn auch mit einem Remis zufrieden wäre. "Ein Unentschieden?", fragte er. "Ein Unentschieden ziehe ich nicht einmal in Betracht. Wir sind hier, um zu gewinnen." Die Zuversicht nach dem beeindruckenden Auftaktspiel gegen die Spanier, das zwar ohne Tore und damit auch ohne Sieger blieb, hat das Selbstvertrauen gestärkt. "Vor dem ersten Spiel weiß man nie, wie es laufen wird", erklärte Hrubesch. "Gegen Spanien haben wir voller Selbstvertrauen begonnen, haben uns Chancen erarbeitet, und die Spieler haben sich gefunden. Ich bin überzeugt, dass wir Finnland schlagen und einen Schritt Richtung Halbfinale machen werden. Wir haben eine großartige Mischung aus Teamspielern und Individualisten, die auf Topniveau den Unterschied ausmachen können. Wir spielen um den Titel."

Sadik wieder dabei
Natürlich ist Deutschland der große Favorit, niemand mag daran zweifeln. Aber auch die Finnen glauben noch an ihre Chance. "Wir werden um die drei Punkte kämpfen und das Spielfeld voller Zuversicht betreten", sagte Markku Kanerva, dessen Mannschaft nun wieder auf Starstürmer Berat Sadik zurückgreifen kann, der seine Sprunggelenksverletzung überwunden hat. "Wir müssen wenigstens so gut spielen wie gegen England, aber wir müssen auch die Fehler vermeiden, die uns am Ende teuer zu stehen kamen", fügte der 45-Jährige hinzu. "Deutschland weiß, wie man mit dem Ball umgeht - wir müssen sicherstellen, dass sie ihn nicht so oft bekommen. Deutschland spielt gern lange Bälle über die Abwehr - das müssen wir verhindern."

Özils Einsatz ungewiss
Kanerva möchte der deutschen Abwehr Probleme bereiten, indem er Teemu Pukki in die Starformation stellt, nachdem der Stürmer von Sevilla FC beim 1:2 gegen England überzeugt hatte. Ein Hinweis darauf könnte sein, dass Pukki beim Training am Mittwoch zusammen mit Sadik und den Hetema-Brüdern in einer Mannschaft agierte. Aber nicht nur Training stand auf dem Programm, sondern auch Golf, Tennis oder Schwimmen. "Ich bin ich glücklich, sagen zu dürfen, dass sie wieder dabei sind", erklärte der finnische Coach. Solche Verletzungsprobleme hat oder hatte Hrubesch nicht, dennoch geht er die kommende Aufgabe ohne Übermut an. "Finnland verfügt über eine Menge Qualität", sagte der 58-Jährige, der für den verletzten Linksverteidiger Sebastian Boenisch wohl Marcel Schmelzer bringen wird. Ein Fragezeichen steht indes über dem Einsatz von Mesut Özil, der wegen Rückenproblemen auf das Training verzichten musste. "Am wichtigsten für mich ist, auf meine eigene Mannschaft zu schauen. Wir haben ein Ziel: das Halbfinale zu erreichen, und das hätten wir nach einem Sieg gegen Finnland fast geschafft."

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