Leichte Vorteile Schweiz

Nach dem 1:1 im Play-off-Hinspiel in Leverkusen ist nach wie vor völlig unklar, wer den Sprung zur U21-Endrunde in Israel schaffen wird, die Schweiz oder die DFB-Elf?

Josip Drmić erzielte im Hinspiel das 1:1
©Getty Images

"Die erste Enttäuschung nach dem 1:1 vom Freitag ist verflogen. Wir sehen das Positive, beispielsweise dass wir auswärts in der Quali immer mindestens ein Tor geschossen haben und auch Rückstände aufgeholt haben wie bei den schweren Begegnungen in Bosnien oder Griechenland", so versuchte Trainer Rainer Adrion der deutschen U21-Nationalmannschaft vor dem Play-off-Rückspiel gegen die Schweiz am Dienstag in Luzern Mut zu machen.

Kurz vor Schluss war die lange Zeit dominante DFB-Elf in Leverkusen durch einen Elfmeter von Sebastian Rudy in Führung gegangen, doch in der 87. Minute konnten die dezimierten Eidgenossen durch Josip Drmić noch ausgleichen. Damit würde den Schweizer schon ein 0:0 zur Reise nach in Israel genügen, doch Maximilian Beister sieht den Druck nun auf Seiten der Schweizer. "Wenn wir dort ein Tor erzielen, fangen die auch an zu grübeln", so der Stürmer vom Hamburger SV.

Größtes Problem am Freitag war - neben dem überragenden Gäste-Keeper Roman Bürki - vor allem die schlechte Chancenverwertung, so sah es auch Kapitän Lewis Holtby. "Chancen hatten wir genug. Und dann kassieren wir so ein dummes Tor. Das ist Horror, das darf nicht passieren. Aber es gibt noch ein Spiel, und da werden wir uns wieder aufrappeln. Das kann für uns ein Spiel des Lebens werden. Es geht um alles, es geht um das EM-Ticket. Und das wollen wir uns ergattern."

Ins selbe Horn stößt auch der Trainer, der das Unentschieden nur als kleinen Ausrutscher auf dem Weg zu größeren Erfolgen sieht. "Ich bin davon überzeugt, dass wir auch in der Schweiz Tore schießen können", so Adrion, dessen Stuhl bei einem Ausscheiden kräftig ins Wackeln geraten dürfte. Der neue DFB-Sportdirektor Robin Dutt legte die Messlatte jedenfalls schon mal ziemlich hoch: "Zweimal in Folge in der EM-Quali zu scheitern, das darf bei uns in Deutschland eigentlich nicht sein", so Dutt, der aber dennoch optimistisch ist: "Ich setze in so einer Drucksituation auf die Erfahrung dieser Spieler."

Doch wird in Luzern auch ein Gegner auf dem Platz stehen und zwar, wie man über weite Strecken in Leverkusen sehen konnte, weiß Gott kein schlechter. Torschütze Drmić sieht sein Team nach dem Remis taktisch klar im Vorteil. “Wir sind parat und konzentriert. Wenn wir zu Null spielen, sind wir qualifiziert, deshalb wird ein stabiles Defensivverhalten wieder entscheidend sein.“

Störend könnte sich da das Fehlen des gesperrten Fabian Schär auswirken, doch Pierluigi Tami hat genug Alternativen, um diesen Ausfall zu kompensieren, dennoch warnt der Trainer: “Wir sind nicht der Favorit im Rückspiel, weil Deutschland so eine starke Mannschaft hat.“

Die Taktik der Schweizer, so Drmić, wird sich am Auftreten der Gäste ausrichten. “Sie werden sicher noch etwas aggressiver zu Werke gehen und versuchen, uns durch frühes Pressing zu Fehlern zu zwingen. Wir müssen versuchen, sie abzufangen und ihr Pressing zu Konterchancen zu nutzen.“

Wessen Taktik auch immer aufgehen wird, die Zuschauer erwartet in Luzern ein hochattraktives Spiel zweier Teams, die von der Qualität her beide zur Endrunde gehören.

 

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