Deutschland oder die Schweiz?

Am Freitagabend findet in Leverkusen das Hinspiel in den Play-offs der Qualifikation zur UEFA-U21-Europameisterschaft 2013 zwischen Deutschland und der Schweiz statt.

Patrick Funk (rechts) und Sebastian Rudy wollen mit Deutschland zur Endrunde
Patrick Funk (rechts) und Sebastian Rudy wollen mit Deutschland zur Endrunde ©Getty Images

"Wir haben zwei Jahre auf diese beiden Spiele hingearbeitet. Jetzt ist es unser Ziel, uns gegen die Schweiz durchzusetzen und das EM-Ticket zu lösen. Ich bin überzeugt davon, dass die Mannschaft das Potenzial hat, diese Hürde zu überspringen", sagte Deutschlands U21-Nationaltrainer Rainer Adrion, der mit seiner Mannschaft mit 28 Punkten aus zehn Spielen überlegener Sieger der Gruppe 1 wurde. Da neben Gastgeber Israel aber nur sieben andere Nationen an der Endrunde teilnehmen können, gibt es ebenso viele Play-off-Begegnungen. Die Schweiz hat sich als Gruppenzweiter für diese qualifiziert, fünf Punkte hinter Titelverteidiger Spanien.

Da es gegen den amtierenden Welt- und Europameister bei den Herren für die Eidgenossen auf heimischem Terrain sogar ein 0:0 gab (auswärts unterlag man 0:3) ist es wenig überraschend, dass Adrion großen Respekt vor seinem kommenden Gegner hat: "Sie waren bei der Auslosung im zweiten Topf das Team mit dem höchsten Koeffizienten. Bei der vergangenen U21-EM 2011 in Dänemark standen die Schweizer im Endspiel, und sie haben einige U17-Weltmeister von 2009 im Aufgebot".

"Die Play-offs sind zwar so oder so nicht einfach, aber mit der Schweiz haben wir einen schweren Brocken erwischt. Jetzt geht’s ans Eingemachte", erklärte auch Adrions defensiver Mittelfeldspieler Patrick Funk. "Wenn wir zur EM nach Israel und dort eine gute Rolle spielen wollen, müssen wir auch gegen die Schweiz gewinnen. Wir haben eine sehr gute Mannschaft mit viel Qualität. Ich bin zuversichtlich, dass wir gegen sie bestehen und uns für die EM qualifizieren werden." Patrick Herrmann (Oberschenkel-Zerrung) und Boris Vukčević (Autounfall) fallen aus und natürlich war das Unglück des Hoffenheimers auch ein Thema in der Mannschaft, wie Adrion einräumte: "Wir spielen auch für Boris. In Gedanken sind wir bei ihm und wollen auch für ihn diese beiden Spiele gewinnen."

Pierluigi Tami, der für das Erreichen des Endspiels der UEFA-U21-EM 2011 in Dänemark, als man Spanien unterlag, zum Schweizer Fußballtrainer des Jahres 2011 gewählt wurde, ist auch nicht gerade begeistert gewesen, dass die Auslosung ihm den nördlichen Nachbarn bescherte. "Das war der stärkstmögliche Gegner. Die Deutschen wollten wir unbedingt vermeiden. Nun müssen wir gegen sie spielen", sagte er. "Viele Spieler sind bereits Stammspieler in der Bundesliga."

Dabei werden weder die Deutschen, für die etwa Mario Götze, Toni Kroos, André Schürrle, Mario Götze, İlkay Gündoğan, Marc-André ter Stegen oder der verletzte Julian Draxler spielberechtigt wären, noch die Schweizer, für die Granit Xhaka oder Xherdan Shaqiri auflaufen könnten, auf Akteure ihrer A-Nationalmannschaften zurückgreifen. Tami begreift die Herausforderung, die vor seiner Mannschaft liegt, auch als sportliche Aufgabe: "Es ist auch eine Chance für uns, zweimal gegen eines der stärksten Teams zu spielen. Wir werden mit Selbstvertrauen und Mut an die Aufgabe herangehen."

Kader Deutschland
Tor: Oliver Baumann (SC Freiburg), Bernd Leno (Bayer 04 Leverkusen), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

Abwehr: Marc Hornschuh (Borussia Dortmund), Tony Jantschke (VfL Borussia Mönchengladbach), Sebastian Jung (Eintracht Frankfurt), Jan Kirchhoff (1. FSV Mainz 05), Sebastian Neumann (VfL Osnabrück), Lasse Sobich (SpVgg Greuther Fürth), Stefan Thesker (TSG 1899 Hoffenheim)

Mittelfeld: Patrick Funk (FC St. Pauli), Lewis Holtby (FC Schalke 04), Moritz Leitner (Borussia Dortmund), Christoph Moritz (FC Schalke 04), Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt), Sebastian Rudy (TSG 1899 Hoffenheim)

Sturm: Maximilian Beister (Hamburger SV), Karim Bellarabi (Bayer 04 Leverkusen), Alexander Esswein (1. FC Nürnberg), Peniel Mlapa (VfL Borussia Mönchengladbach), Sebastian Polter (1. FC Nürnberg), Kevin Volland (TSG 1899 Hoffenheim)

Kader Schweiz:
Tor: Roman Bürki (Grasshopper-Club), Joël Mall (FC Aarau), Benjamin Siegrist (Aston Villa FC)

Abwehr: François Affolter (SV Werder Bremen), Fabio Daprela (Brescia Calcio), Berat Djimsiti (FC Zürich), Mickaël Facchinetti (FC Lausanne-Sport), Philippe Koch (FC Zürich), Fabian Schär (FC Basel 1893), Silvan Widmer (FC Aarau)

Mittelfeld: Amir Abrashi (Grasshopper-Club), Oliver Buff (FC Zürich), Izet Hajrovic (Grasshopper-Club), Pajtim Kasami (Fulham FC), Antonio Marchesano (AC Bellinzona), Nzuzi Toko (Grasshopper-Club), Alain Wiss (FC Luzern), Steven Zuber (Grasshopper-Club)

Sturm: Orhan Ademi (Eintracht Braunschweig), Josip Drmic (FC Zürich), Haris Seferovic (ACF Fiorentina)