Andersen warnt vor altbekannter Gefahr

Auch wenn Island bei der Endrunde der UEFA U21-EM noch kein Tor erzielen konnte, ist sich Dänemarks Torhüter Mikkel Andersen des Offensivpotenzials des Gegners bewusst.

Mikkel Andersen könnte am Samstag auf seinen alten Freund Gylfi Sigurdsson treffen
©fodboldbilleder

Auch wenn Island bei der Endrunde der UEFA U21-EM noch kein Tor erzielen konnte, ist sich Dänemarks Torhüter Mikkel Andersen des Offensivpotenzials des Gegners bewusst. Vorallem der rechte Fuß von Gylfi Sigurdsson sorgt für Respekt.

Andersen konnte die Qualitäten von Sigurdsson, der mittlerweile bei TSG 1899 Hoffenheim spielt, mehrere Jahre als Teamkollege bei Reading FC aus erster Reihe mitverfolgen. "Gylfi hat großartige Fähigkeiten und einen starken rechten Fuß. Ich habe im Training oft gegen ihn gespielt", meinte der Schlussmann vor dem entscheidenden Spiel in Gruppe A am Samstag.

"Er ist ein toller Typ und ich bin gut mit ihm befreundet", fügte Andersen hinzu. "Er hat großes Potenzial und viel Talent. Aber wir müssen uns aufs Spiel konzentrieren. Wir wissen, dass Island Qualität hat. Sie hatten in den ersten beiden Spielen Pech. Sie haben individuelle Klasse. Wir haben das im Play-off und auch bei der Endrunde gesehen."

Während Sigurdsson Reading letzten Sommer nach der Wahl zum Spieler des Jahres in Richtung Deutschland verlassen hat, muss Anderson noch auf seinen ersten Einsatz für den englischen Zweitliga-Klub warten. Vor vier Jahren war der Torhüter im Januar 2007 von Akademisk Boldklub zu Reading gewechselt. Der 22-Jährige durfte bislang erst manchmal auf der Bank Platz nehmen. Bei seinem achtzehnmonatigen Leihvertrag bei Bristol Rovers FC, der im letzten Januar auslief, kam er auf 58 Ligaeinsätze.

"Ich habe in diesen Spielen viel Erfahrung gesammelt", sagte Andersen über sein Engagement in der dritthöchsten englischen Spielklasse. "Ich bin zu Reading zurückgekehrt und habe mich voll auf die Vorbereitung der EM-Endrunde konzentriert. Ich hatte eine sehr gute Saison. Ich bin mit viel Selbstvertrauen hierhergekommen. Ich möchte auf dem höchsten Level spielen und das ist für mich die englische Liga."

Die Webseite von Reading brachte am Freitag eine Geschichte über Andersen und seine Auftritte mit dem dänischen U21-Nationalteam bei der Endrunde. Der Titel lautete "Eine Million Menschen sahen Mikkel zu!", eine Anspielung auf die Anzahl der TV-Seher, die am Dienstag beim Sieg gegen Belarus die Fernsehübertragung mitverfolgten. Der Spieler selbst, der beim Turnier in Toulon im letzten Sommer zum besten Torhüter gewählt wurde, genießt es sichtlich, den Menschen auf heimischem Boden zu zeigen, was er kann.

"Man bekommt sehr viel Aufmerksamkeit von der Familie und den Freunden, die zusehen. Das können sie nicht, wenn ich in England spiele. Da hören sie nur, was ich am Telefon erzähle."

Ironischerweise haben bislang eher die Torhüter der Gegner von Dänemark die Blicke auf sich gezogen. Sowohl der Schweizer Yann Sommer als auch Aleksandr Gutor von Belarus zeigten gegen die Gastgeber exzellente Leistungen. "Dadurch sieht man, dass wir viele Torchancen herausgespielt haben. Aber natürlich haben beide stark gespielt, besonders Sommer in der ersten Begegnung." Doch auch Andersen selbst ist bereit, mit guten Leistungen auf sich aufmerksam zu machen. Selbst wenn es bedeutet, dass dadurch der Samstagabend eines guten alten Freundes verdorben werden sollte.

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