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Trainer des Siegers

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Portugals Trainer Hélio Sousa (links) und Kapitän Diogo Queirós ©FPF

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"Wir haben den Spielen einen portugiesischen Stempel aufgedrückt: Defensiv stark sein, den Gegner unter Druck setzen, viele Chancen kreieren und Tore schießen. Meine Spieler waren positiv, haben ihre Qualitäten gezeigt und demonstriert, dass wir eine Spielphilosophie haben."

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Portugal erhält in Finnland den Pokal

Diese Worte von Hélio Sousa wurden nach Portugals Gewinn des UEFA-U17-Titels 2016 gesprochen. In den zwei Jahren seither hat sich seine Einstellung nicht geändert, obwohl er in Finnland ein ganz anderes Team unter sich hatte. Fünf Spieler waren aufgrund fehlender Freistellung ihrer Vereine nicht dabei, einer war verletzt. "Das Wichtigste ist, dass wir unsere Identität nicht verloren haben, egal was passierte. Und es ist wichtig, dass wir weiterhin versuchen, diese Identität zu entwickeln: Dass wir das implementieren, was wir im Training tun, und unser Wissen aus den gemeinsamen Jahren auch nutzen. Alle portugiesischen Nationalmannschaften spielen auf Basis eines 1-4-3-3. Das kann aufgrund der Spielerentwicklung und von individuellen Eigenschaften angepasst werden, und manchmal sieht man uns auch im 1-4-4-2. Das ist die Basis unserer Arbeit. Ich glaube, dass man die Persönlichkeit des Teams verändert, indem man Spieler verändert, und nicht die Strukturen."

Nirgendwo zeigte sich seine positive Philosophie so wie im Gruppenspiel gegen Italien in Vaasa, in dem sein Team nach acht Minuten in Unterzahl geriet. Unbeeindruckt spielte Portugal im 1-4-2-3 hohes Pressing und fiel nur, wenn es sein musste, in ein 1-4-4-1 zurück. Portugal schoss zwei Tore. "Wir haben in diesem Spiel ein paar Fehler gemacht – wie in der Szene vor der Roten Karte – und für diese wurden wir bestraft. Aber die Art und Weise, wie Italien den 3:2-Sieg gefeiert hat, zeigt, wie viel Respekt sie vor unserem Team hatten."

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João Filipe feiert eines seiner zwei Tore im Endspiel

Als Schlüsselelemente seiner kontinuierlichen Spielerentwicklung identifiziert er in erster Linie "Intensität". "Im Training muss man intensiv arbeiten", sagt er. "Wenn man nur kurz mit der Gruppe arbeiten kann, muss man die Spieler aus ihrer Komfortzone holen. Ich glaube, dass zum Beispiel ein Training ohne Gegner kein richtiges Training ist. Ich denke, dass Nationaltrainer aus anderen Ländern das gleiche Problem haben wie ich:Ddie Spieler bei Topklubs werden nicht oft an ihr Limit gebracht. Das heißt zum Beispiel, dass wir den Fokus auf Spielsituationen ohne Ballbesitz legen müssen, weil sie oft nicht hart pressen müssen, um den Ball zurückzubekommen. Auf internationalem Niveau treffen wir auf viele Teams, die - zumindest in einigen Spielsituationen - auf Ballbesitz ausgelegt sind. Deshalb müssen die Spieler lernen, damit umzugehen und geduldig und effizient zu sein, wenn der Gegner den Ball hat."

Auch das Umschaltspiel und die defensive Struktur gehören zu den Prioritäten. "Das Spiel entwickelt sich und ich denke, dass manchmal fast zu viel Wert darauf gelegt wird, das Spiel von hinten aufzubauen. Man muss akzeptieren, dass es ein Risikoelement gibt und man muss daran arbeiten, einen längeren Pass in einen Bereich zu spielen, wo wir ihn nutzen können."

"Der Sieg war schön", gibt er zu. "Aber es ist auch wichtig, sich nicht nur auf das Ergebnis zu konzentrieren. Wenn man mit diesen Altersgruppen arbeitet, muss man im Kopf behalten, dass es diese Wettbewerbe sind, die man ihnen geben will. Erinnerungen sind Spiele, aber zu Erinnerungen gehören auch Kollegen und gemeinsame Erfahrungen. Ich kenne das aus meiner eigenen Vergangenheit und dem Beginn meiner Karriere. Die Beziehungen, die ich damals aufgebaut habe, bedeuten mir heute noch sehr viel. Klar, nur ein Team kann den Titel holen, aber man muss im Kopf behalten, dass diese Turniere eine unvergleichliche Erfahrung sind."

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