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Erfolgstrainer: Ludovic Batelli

Erfolgstrainer: Ludovic Batelli
Ludovic Batelli führte Frankreich nach einem durchwachsenen Start zum Sieg ©Sportsfile

Erfolgstrainer: Ludovic Batelli

"Wir sind mit drei Zielen nach Deutschland gekommen", sagte Ludovic Batelli am Vorabend des Endspiels. "Und zwei davon haben wir bereits erreicht." Seine Mannschaft hatte sich für die FIFA-U20-Weltmeisterschaft qualifiziert und das Finale erreicht. "Jetzt muss ich meine Spieler motivieren, nach der Trophäe zu greifen. Ich will Feuer in ihren Augen sehen." Als auch das dritte Ziel erreicht worden war, dankte Batelli dem gesamten Team hinter dem Team, denn der Erfolg war der Lohn für deren Hingabe und harte Arbeit nicht nur während des Turniers in Deutschland, sondern auch weit darüber hinaus. Als Wendepunkt bezeichnete er den 1:0-Sieg gegen Eliterunden-Gastgeber Serbien. "Gegen diesen sehr starken Gegner und vor 12 000 Zuschauern ist die Mannschaft zusammengewachsen. Hier sind wir zu einer richtigen Einheit geworden, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive."

Gegen diesen sehr starken Gegner und vor 12 000 Zuschauern ist die Mannschaft zusammengewachsen. Hier sind wir zu einer richtigen Einheit geworden, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive.
Ludovic Batelli

Darauf hat Batelli im Anschluss aufgebaut: Im Mai reiste er mit seiner Mannschaft zu einem Turnier in Korea, für die Urlaubszeit gab er seinen Spielern einen detaillierten Vorbereitungsplan mit auf den Weg und vor der Endrunde in Deutschland setzte er zwei Trainingslager zur optimalen Vorbereitung an. In der Bretagne durchliefen 22 Spieler während eines 11-tägigen Aufenthalts insgesamt 17 Trainingseinheiten, in denen darauf abgezielt wurde, körperlich in Form zu kommen und Angriffsstrategien zu entwickeln. Im zweiten Trainingslager in Straßburg lag der Fokus auf der Feinjustierung in der Defensive. "Das Ziel war, organisiert zu sein und systematisch vorzugehen. Eine starke Defensive sollte die Grundlage sein, um uns Möglichkeiten in der Offensive zu schaffen."

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Frankreichs Trainer Ludovic Batelli


Der frühere Torhüter wurde 2013 in den Trainerstab des Französischen Verbandes aufgenommen, nachdem er sich durch seine Hingabe und harte Arbeit in der zweiten französischen Liga sowie in Belgien einen guten Ruf erarbeitet hatte. Im Jahr 2014 begann er seine Arbeit mit Frankreichs U18 und führte dieses Team sofort zum Erfolg bei der U19-EM in Deutschland. Dabei hatte er sich auf "eine ausgewogene Mannschaft sowie Ausgewogenheit innerhalb der Mannschaft" konzentriert. Außerdem vermittelte Batelli eine Fußballphilosophie, die auf klaren Strukturen und Prinzipien im Angriff und in der Verteidigung basiert.

Batellis Auswahlverfahren beruhte auf einer klaren Aufgabenverteilung sowie taktischem Bewusstsein, besonders in Bezug auf das Umschaltspiel in beide Spielrichtungen. Zusätzlich zu den Kriterien Leistung, Schnelligkeit und technischer Versiertheit suchte er jedoch auch nach Spielern, die positiv zum Kollektiv und Mannschaftsgeist beitragen konnten, denn er war sich bewusst, dass dies eine wichtige Komponente während des fünfwöchigen Programmes sein würde.

Das Kollektiv wurde auch sofort auf die Probe gestellt, denn zum Auftakt in das Turnier gab es nach einer mageren Leistung eine 1:2-Niederlage gegen England. Bereits nach zehn Minuten war Batellis Elf mit zwei Toren zurückgelegen. "Vielleicht haben wir wegen diesen zehn Minuten das Turnier gewonnen, weil in diesem Moment jeder realisiert hat: Wenn wir so weitermachen, endet es in einer Katastrophe. Sie haben in allen Partien mit hoher Qualität füreinander gekämpft, gegen die Niederlande, gegen Portugal und vor allem natürlich im Finale. Wer gegen Italien nicht gut verteidigt, gerät in Schwierigkeiten. Die drei Kernpunkte waren: Vor allem bei Kontern schnell spielen, über die Außenbahnen kommen, gut verteidigen. Wir wollten auch die zweiten Bälle gewinnen. Das war eine Top-Leistung, taktisch ein perfektes Spiel."

Als der Schlusspfiff ertönte, ging Batelli als erstes zu seinem italienischen Pendant Paolo Vanoli, um diesen zu trösten. Danach gratulierte er seinem Trainerstab, und als sein Kapitän den Pokal in die Höhe stemmte, hatte Batelli Feuer in den Augen.

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