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Spanien: Ballbesitz ohne Ende

Spanien: Ballbesitz ohne Ende
Spaniens Borja Mayoral feiert seinen Führungstreffer im Finale gegen Russland ©Sportsfile

Spanien: Ballbesitz ohne Ende

Für den Trainer einer Nationalmannschaft stellen sich mehrere Fragen, wenn man innerhalb kürzester Zeit zweimal auf den gleichen Gegner trifft.

In Vereinswettbewerben steht das Rückspiel unter dem Einfluss des Hinspiels, der Auswärtstore, des Publikums und so weiter und so fort. Aber in den neutralen Spielorten eines internationalen Turniers ist jede Partie wie ein Eiland. Neun Tage vor dem Endspiel in Katerini fand das Gruppenspiel in Veria statt, als Russland dank seines kraftvollen Spiels und der brandgefährlichen Konter mit 3:1 gewann. Während Dmitri Khomukha vielleicht versucht war, alles beim Alten zu belassen, hatte Luis de la Fuente die Mängel genau analysiert und einen Matchplan erarbeitet, um nicht ein zweites Mal über den gleichen Stein zu stolpern, wie eine spanische Redensart besagt.

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Das Ziel war es, Russlands kraftvolles Spiel zu unterbinden. Eine hohe Ballzirkulation; Ballverluste in gefährlichen Bereichen wurden auf ein Minimum beschränkt; gutes Positionsspiel sowie eine ausgewogene Balance zwischen Angriff und Abwehr; Russland sah fast das ganze Spiel über nur selten den Ball und wurde dazu genötigt, auf der Jagd nach Schatten jede Menge Kalorien zu verbrennen. Darüber hinaus führte der vermehrte spanische Ballbesitz zu mehr Torchancen als in allen vorherigen Spielen.

Über weite Strecken war das Endspiel eine einseitige Angelegenheit. Aber die Russen wurden zu keinem Zeitpunkt müde, selbst Chancen herauszuarbeiten. So musste der spanische Torhüter Antonio Sivera zu seiner Rechten abtauchen, um einen Kopfball von Stürmer Ramil Sheydaev um den Pfosten zu lenken. Das war in der 16. Minute, zu diesem Zeitpunkt war Russlands Keeper Anton Mitryushkin bereits mächtig ins Schwitzen geraten.

Der spanische Trainer hatte die Bedeutung von Standardsituationen hervorgehoben - und seine Spieler hatten genau zugehört, da sie nur fünf gegnerische Freistöße und einen Eckball zuließen. Russlands Enttäuschung wiederum führte zu 17 Fouls und acht Eckbällen - beim dritten konnten die Russen gerade noch auf der Linie klären und beim fünften konnte sich Mitryushkin gleich zweimal auszeichnen.

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