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Der siegreiche Trainer

Der siegreiche Trainer
Serbiens Trainer Ljubinko Drulović spricht zu seinen Spielern ©Sportsfile

Der siegreiche Trainer

Ljubinko Drulović war nach dem Endspiel in Marijampole seine Freude deutlich ins Gesicht geschrieben: Er würde als der Mann in die Annalen eingehen, der nach einem hart erkämpften Sieg über Frankreich eine bei europäischen Nationalmannschaften begehrte Trophäe nach Serbien geholt hat.

"Ein fantastisches Ergebnis, das beste in der Geschichte des serbischen Fußballs", strahlte er. "Als Trainer, der diese Mannschaft vor einem Jahr ausgewählt hat, bin ich sehr glücklich. Der Gewinn der Europameisterschaft ist die Krönung dieses Jahres und war ein großer Traum von uns allen."

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Ljubinko Drulović in einem Länderspiel für Jugoslawien

Der 45-jährige Drulović hatte um die Jahrtausendwende 38 Einsätze für eine recht erfolgreiche jugoslawische Nationalmannschaft. Die besten Jahre seiner aktiven Karriere verbrachte der technisch versierte Flügelspieler in Portugal, wo er mit dem FC Porto zwischen 1994 und 2001 fünf Meisterschaften und vier Pokalsiege feierte. Nach seiner ersten Trainerstation bei dem kleinen Verein GD Tourizense hatte er vor seinem Amtsantritt 2012 als Serbiens U19-Nationaltrainer Teams in Serbien, Slowenien und Angola übernommen.

"Der Grundstein für meine Trainerlaufbahn wurde in Portugal gelegt", so Drulović. "Ich spielte dort 15 Jahre für Topklubs unter Spitzentrainern wie José Mourinho, Bobby Robson oder Fernando Santos, von denen ich viel gelernt habe. Ich mag den portugiesischen Fußball, die Einsatzbereitschaft und die taktische Vorbereitung der Mannschaften. Ich bin sehr beeindruckt von Portugals Fußball im Allgemeinen. Noch heute habe ich viele Freunde dort." Als ihm José Mourinho in der EM-Vorbereitung viel Glück wünschte, gab ihm das zusätzlichen Auftrieb.

Anschauen: Ljubinko Drulović im Rampenlicht

Serbiens erstes Ziel in Litauen war das Halbfinale. "Ich sagte bei unserer Abfahrt in Serbien, dass wir von Spiel zu Spiel denken. Ich wollte nicht den Druck aufbauen, dass der Titel Pflicht sei", so Drulović. "Viele Teilnehmer waren größere Favoriten und konnten auf eine deutlich erfolgreichere Geschichte zurückblicken. Aber man braucht Ziele im Leben. Und unser erstes hieß Halbfinale."

Drulović analysierte die Gegner akribisch. "Ich wusste, dass die Franzosen ein sehr gutes Team haben. Wir haben uns intensiv mit ihnen beschäftigt und aus taktischer Sicht ein hervorragendes Spiel gemacht. Unser EM-Titel ist verdient, insbesondere weil wir in allen fünf Spielen ausgezeichnete Leistungen ablieferten. Unsere Gegner waren starke europäische Teams, kamen aus viel größeren Ländern mit einer wesentlich größeren Auswahl an Spielern und stehen seit Jahren an der Spitze des europäischen Fußballs."

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Ljubinko Drulović blickt optimistisch in die Zukunft

Der Trainer ist sehr stolz auf das Kämpferherz und die mentale Stärke seiner erfolgreichen Spieler. "Diese fantastische Generation hat sich selbst die Türen geöffnet. Viele können zu großartigen Fußballern heranwachsen und später bei tollen Vereinen spielen", so Drulović. "Ich will meinen Spielern nicht zu viele Informationen mit auf den Weg geben, sondern konzentriere mich auf das Wesentliche. Ich halte nicht allzu viele Besprechungen ab und lasse meine Spieler mit der Analyse der gegnerischen Teams größtenteils in Ruhe. Mein Team soll sich auf unser Spiel konzentrieren und die Stärken des Gegners nicht zur Entfaltung kommen lassen."

Die Zukunft sieht sehr rosig aus. "Das ist eine große Motivation für alle serbischen Mannschaften und für den serbischen Fußball", so ein begeisterter Drulović. "Wir haben einen Mentalitätswandel vollzogen; wir kamen, um am Turnier teilzunehmen, und beendeten dieses als EM-Sieger. Ich predige immer, dass wir uns hinsichtlich der Spielweise, des Tempos und der Qualität am europäischen Fußball orientieren müssen. Dieser großartige Erfolg wird uns in Zukunft den Glauben geben, dass wir uns gegen große europäische Nationalmannschaften behaupten können."

"Auch wenn ich als Spieler auf viele Trophäen zurückblicken kann, ist das für mich die wichtigste meiner Karriere, da es die erste ist, die ich für Serbien gewonnen habe – alle anderen Erfolge habe ich im Ausland gefeiert. Der EM-Titel bedeutet mir viel, und ich bin sehr glücklich."

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