Heraf: "Leben von unserer Organisation"

Nach vier Jahren ist Österreich mal wieder bei einer U19-Endrunde dabei. In Ungarn will die ÖFB-Truppe mit "Organisation, Teamgeist und Torgefahr" auf sich aufmerksam machen.

Österreichs U19-Trainer Andreas Heraf
©Octavian Cocolos

Die österreichische U19 Nationalmannschaft konnte sich erstmals seit 2010 wieder für die UEFA-U19-Europameisterschaft qualifizieren. In Ungarn treffen die Rot-Weiß-Roten auf den Gastgeber, Portugal und Israel. UEFA.com fragte bei Trainer Andreas Heraf vorab nach, was man von seiner Mannschaft erwarten kann.

UEFA.com: Herr Heraf, die U19-EM steht vor der Tür. Österreich ist dabei. Das ist doch bestimmt ein absolutes Highlight für Sie und Ihr Team, oder?

Andreas Heraf: Bei einer Europameisterschaft sind nur noch die allerbesten Mannschaften dabei. Das ist etwas ganz Besonderes. Eine besondere Erfahrung ist natürlich, dass wir das Eröffnungsspiel gegen Ungarn bestreiten dürfen. Da werden sicherlich viele Zuseher ins Stadion kommen.

UEFA.com: Beschreiben Sie doch bitte einmal ihre Mannschaft. Was zeichnet Ihr Team aus?

Heraf: Wir haben, was die Dichte betrifft, einen eher schmalen Kader. Im ersten Spiel sind auch drei Spieler [Lukas Gugganig, Florian Grillitsch und Michael Brandner] aus der Qualifikation gesperrt. Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Wir leben von unserer Organisation, unserem Teamgeist und der Torgefahr unserer Offensive. Von den fußballerischen Fähigkeiten her sind vielleicht ein paar Mannschaften über uns zu stellen, wir sind aber absolut verdient dabei. Favoriten auf den Titel sind wir jedoch nicht. Unser Minimalziel ist die Qualifikation für die FIFA U20-Weltmeisterschaft in Neuseeland. Natürlich wollen wir auch ins Halbfinale, das wird aber schwierig.

UEFA.com: Sinan Bytyqi von Manchester City FC und Florian Grillitsch vom SV Werder Bremen waren in der Qualifikation ihre Topscorer mit jeweils fünf Treffern. Können diese Spieler auch in Ungarn den Unterschied ausmachen?

Heraf: Grillitsch hatte eigentlich ein durchwachsenes Jahr bei uns. In dem einen Spiel konnte er aber mit vier Treffern extrem aufzeigen. Von ihm kann man aber sicher noch mehr erwarten. Bytyqi ist konstant in der Offensive, er ist unser wichtigster Mann.

UEFA.com: Was wissen Sie schon über Ihre Gegner? Wie kann man Ungarn, Portugal und Israel charakterisieren?

Heraf:Die Ungarn haben den Vorteil, dass sie sich lange vorbereiten konnten. Ich glaube alleine im Frühjahr absolvierten sie neun Spiele. Bislang habe ich mich auch fast ausschließlich mit ihnen befasst. Für die Begegnungen gegen Israel und Portugal habe ich ja noch einige Tage vor Ort Zeit. Israel hat neun Punkte in der Eliterunde geholt, das ist eine bärenstarke Mannschaft. Sie spielen sehr schnell, sehr aggressiv und sind schwer zu bekämpfen. Die Portugiesen kennt man. Das sind technisch extrem beschlagene Spieler, Portugal ist für mich der große Favorit in dieser Gruppe. Ungarn ist sehr schwierig einzuschätzen, sie haben ja keine Qualifikation gespielt. Ich weiß aber, dass sie sehr stark sind. Es ist eine sehr robuste Mannschaft mit großen Spielern. Mit dem Heimvorteil im Rücken sind sie natürlich auch sehr motiviert. Aber sie haben auch den Druck auf ihrer Seite. Damit müssen junge Spieler auch erst einmal fertig werden.

UEFA.com: Sie kennen das ganze Team schon lange. Wie hat sich die Mannschaft in den letzten beiden Jahren verändert?

Heraf: Vom Kader her hat sich nicht viel geändert. Nachdem wir uns nicht für die Eliterunde der U17-Europameisterschaft qualifizieren konnten, habe ich intensive Analysen betrieben. Wir haben zwar brav mitgespielt, aber keine Resultate geliefert. Im taktischen Bereich haben wir deswegen einige Dinge geändert. Darauf musste sich die Mannschaft erst einstellen. Die Jungs wollten einfach drauf los spielen, das habe ich versucht einzudämmen um die Organisation zu straffen. Ich glaube, das hat gut funktioniert. Die Resultate stimmen, die Burschen glauben deswegen auch an sich.

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