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Zwillinge lenken das deutsche Spiel

Deutschland hat bei der UEFA-U19-EM mit den typischen Tugenden den Finaleinzug geschafft. Einen großen Anteil daran hatten auch die Bender-Zwillinge.

Sven und Lars Bender lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden
Sven und Lars Bender lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden ©Sportsfile

Deutschland hat bei der UEFA-U19-Europameisterschaft mit den typischen Tugenden den Finaleinzug geschafft: Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer. Entscheidenden Anteil am Sieg gegen die Tschechische Republik hatten dabei zwei Brüder, die aus dem Mittelfeld das Tempo bestimmten.

Noch ein Sieg
Die Bender-Zwillinge Lars und Sven hatten großen Anteil daran, dass Deutschland am Samstag im Finale in Jablonec gegen Italien spielt und haben für dieses Spiel nur ein Ziel: "Einfach gewinnen", sagte Lars gegenüber uefa.com. "Die Mannschaft muss weiterhin machen, was sie bisher ausgezeichnet hat; diszipliniert sein, taktisch clever agieren und die Chancen verwerten. Was wir bisher erreicht haben, war ein großer Schritt zu unserem Ziel." Sven fügte hinzu: "Das jetzige Ziel ist, Europameister zu werden und es wäre ein absoluter Traum, das zusammen mit meinem Bruder zu schaffen."

Löwenduo
Die Brüder haben das Tempo im deutschen Mittelfeld bestimmt. Dass sie gemeinsam auf dem Platz spielen, ist für die Zwillinge nichts Neues. "Wir kennen das von der U17-Europameisterschaft [2006] und natürlich von unserem Klub [TSV] 1860 München - wo wir in der gleichen Mannschaft spielen, seit wir dort sind", erklärte Sven. Lars verrät weiter: "Wir waren immer in der gleichen Mannschaft. Es hat sich nie die Frage gestellt, dass wir für unterschiedliche Vereine spielen, obwohl man nie weiß, was passiert."

Kleine Unterschiede
Die Beiden sehen äußerlich identisch aus und da sie zusammen im zentralen Mittelfeld spielen, ist es noch schwerer, die beiden auseinander zu halten. Außerdem haben sie eine ziemlich ähnliche Spielweise, auch wenn sie selbst natürlich Unterschiede ausmachen können. "Es gibt kleine Unterschiede zwischen uns als Spieler, die den meisten Leuten wahrscheinlich nicht so auffallen", sagte Lars. "Wir unterscheiden uns, auch wenn wir sehr gut zusammenpassen. Ich bin etwas offensiver als Sven, der lieber defensiv agiert - allerdings ähneln wir uns doch in vielen Aspekten. Immerhin spielen wir auch auf der gleichen Position."

Die Benders
Sven hat es mittlerweile zur Kenntnis genommen, dass die Öffentlichkeit weniger die einzelnen Spieler, als vielmehr die Brüder zusammen wahrnimmt. "Wir werden nicht einzeln bewertet - keiner redet über Lars Bender oder Sven Bender, die Leute reden über 'die Benders' und sagen, die 'Benders haben gut gespielt' oder 'die Benders haben schlecht gespielt'", sagte er. "Das hat uns aber auch stärker gemacht, weil wir gelernt haben, dass einer dem anderen helfen kann, sich zu verbessern und seine Spielweise auf ein höheres Niveau zu bringen, auch wenn wir in Zukunft eventuell getrennt sind, weil wir die gleiche Position spielen." "Wir haben uns gleich schnell entwickelt", fügt Lars hinzu. "Wir haben immer in der gleichen Zeit die gleichen Fortschritte gemacht, auch wenn einer von uns vielleicht mal etwas schneller aufgefasst hat - aber auch hier waren das immer nur kleine Unterschiede."

Bundesliga, WM und Königsklasse
Keine Unterschiede gibt es bei den Karrierezielen. Beide wollen auf dem höchsten Niveau spielen. "Ich will eines Tages Bundesliga spielen, hoffentlich mit 1860 München", sagte Sven. "Außerdem ist es mein Ziel, in die A-Nationalmannschaft zu kommen, mit meinem Verein in der UEFA Champions League oder dem UEFA-Pokal zu spielen und mit meinem Land an einer [FIFA-]Weltmeisterschaft oder [UEFA-]Europameisterschaft teilzunehmen." Die Brüder mag also die eine oder andere Kleinigkeit unterscheiden, doch zunächst soll der erste Juniorentitel für Deutschland seit der U17-Europameisterschaft 1992 eingefahren werden. Lars sagte dazu: "Ich habe es immer genossen, für Deutschland zu spielen, aber Europameister zu werden, wäre wirklich fantastisch."