Mourinho über Chelsea, Bayern und den Superpokal

Im Trophäenschrank von José Mourinho fehlt nur noch der UEFA-Superpokal, doch dies könnte sich am Freitag ändern. Vor dem Duell mit dem FC Bayern München sprach UEFA.com mit dem neuen Trainer von Chelsea FC.

José Mourinho hat bisher jeden Wettbewerb, an dem er in seiner Karriere teilgenommen hat, mindestens ein Mal gewonnen – bis auf einen.

In Portugal, England, Spanien und Italien wurde er Meister und Pokalsieger, außerdem holte er bereits die UEFA Champions League und den UEFA-Pokal, also den Vorgänger der UEFA Europa League. Doch der UEFA-Superpokal fehlt noch auf seiner Liste. Im Jahr 2003 unterlag er mit dem FC Porto in Monaco gegen den AC Milan und nach den Triumphen mit Porto und dem FC Internazionale Milano in der Königsklasse verließ er den Verein, so dass im August bei den Partien um den UEFA-Superpokal jeweils ein Nachfolger auf der Bank saß.

Am Freitag hat er erneut die Chance, den Superpokal seiner Sammlung hinzuzufügen, wenn er mit Chelsea FC in Prag auf den FC Bayern München trifft. Mit UEFA.com hat der Portugiese über seinen Rückkehr nach London, die Bedeutung des UEFA-Superpokals und den FC Bayern gesprochen.

UEFA.com: Wie ist das Gefühl, wieder bei Chelsea zu sein?

José Mourinho: Ich bin bei dem Verein, wo ich hingehöre. Und ich bin in dem Land, wo ich gerne leben möchte und empfinde dies als Privileg, weil man sehr, sehr oft einen Verein oder ein Land bevorzugt, aber keine Möglichkeit hat, dort zu arbeiten. Nach meinen Erfahrungen in verschiedenen Ländern könnte ich nicht glücklicher sein.

UEFA.com: Was bedeutet Ihnen der UEFA-Superpokal?

Mourinho: Für uns ist dies ein Titel, den wir gewinnen wollen. Bei Superpokalen handelt es sich normalerweise um  Trophäen, bei denen man im Voraus weiß, dass es nicht das gleiche ist, als wenn man einen Wettbewerb mit vielen Spielen gewinnt. Es ist nur ein Spiel und das bedeutet im Fußball nicht viel, aber es ist ein Titel mit Prestige. Diesen Pokal würde jeder Verein gerne in seinen Trophäenschrank stellen. Also müssen wir es versuchen.

UEFA.com: Vor drei Jahren haben Sie mit Inter das Triple geholt, nun hat Bayern dies auch geschafft …

Mourinho: Es ist enorm schwierig, ein Triple zu gewinnen und nur Mannschaften mit einer großartigen Mentalität und mit fantastischen fußballerischen Qualitäten – aber nicht nur fußballerischen Qualitäten – schaffen dies. Wie Bayern dieses Niveau und diese Ambitionen in allen drei Wettbewerben hoch gehalten hat, war fantastisch, wirklich bemerkenswert. Jupp Heynckes hat da unglaubliche Arbeit geleistet. Natürlich war ich beeindruckt, wie sie in der gesamten letzten Saison aufgetreten sind.

Jetzt gegen das beste Team des letzten Jahres zu spielen – und sie waren letztes Jahr wirklich erstaunlich gut – ist meiner Meinung nach eine große Herausforderung für uns. Für uns ist es eine Standortbestimmung. Wir können uns mit den Besten messen, denn an diesem Tag wissen wir ja auch bereits, gegen wen wir in der Gruppenphase der Champions League spielen müssen. Es ist für uns ein großes Ziel, die Gruppenphase zu überstehen. An diesem Tag kennen wir unsere Gegner und finden in dem Spiel gegen die beste Mannschaft heraus, wo wir stehen.

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