Unai Emery im Interview: Aston-Villa-Trainer über UEFA Superpokal, Respekt vor Luis Enrique und Hunger auf europäische Titel
Montag, 10. August 2026
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Trainer Unai Emery erklärt im Gespräch mit der UEFA, dass für Aston Villa "eine neue Ära" angebrochen sei, während sich sein Team auf das Duell mit Paris im UEFA Superpokal 2026 vorbereitet.
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"Ich habe das Gefühl, dass für den Klub eine neue Ära angebrochen ist und wir jetzt die Möglichkeit haben, um Titel zu kämpfen", sagt Aston-Villa-Trainer Unai Emery im Gespräch mit der UEFA vor dem Superpokal 2026.
Tatsächlich hat sich Villa seit der Ankunft des Basken im Jahr 2022 wieder dauerhaft auf der europäischen Bühne etabliert. 2024 erreichte der Klub das Halbfinale der UEFA Conference League, 2025 das Viertelfinale der UEFA Champions League, ehe im Mai der Triumph in der UEFA Europa League folgte – Villas erster Europapokaltitel seit 1983.
Am Mittwoch, den 12. August, bietet sich die nächste Titelchance. Villa wird ohne Angst ins Duell mit Paris angehen, obwohl ihr Gegner für Emery "das beste Team der Welt" ist.
"Sehr wichtig", sagt Emery über die Bedeutung des Superpokals. "Wir versuchen, erfolgreich zu sein, indem wir zunächst ein Team aufbauen, das gewinnen kann. Dann wollen wir den nächsten Schritt machen und Titel holen."
"Der UEFA Superpokal ist eine weitere Gelegenheit, dabei zu sein und einen Titel zu gewinnen. Wir spielen gegen Paris Saint-Germain – derzeit das beste Team der Welt und ein weiterer Gegner, mit dem wir uns messen können."
Aston Villa bestreitet nach dem Triumph gegen Barcelona 1983 zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Superpokal. Villas Trainer hat deutlich mehr Erfahrung mit diesem Endspiel: 2021 nahm Emery mit Villarreal am Superpokal teil, 2014 und 2015 mit Sevilla.
Alle drei Endspiele gingen knapp verloren, darunter 2015 gegen ein Barcelona-Team unter dem heutigen Paris-Trainer Luis Enrique. Elf Jahre später freut sich Emery auf das erneute Duell mit seinem Landsmann.
"Seine Teams spielen immer gut", sagt Emery über Luis Enrique. "Unsere Beziehung ist durch die Duelle gegeneinander entstanden. Genauso wie ich stolz auf meine Arbeit und unsere Entwicklung bin, empfinde ich es auch als große Herausforderung, gegen die besten Trainer der Welt anzutreten."
"Für mich ist es großartig, gegen [Pep] Guardiola anzutreten, und genauso großartig, gegen Luis Enrique anzutreten. Warum? Weil sie mir sehr viel abverlangen und mich enorm motivieren. Ich habe großen Respekt vor Trainern, aber wenn ich gegen sie antrete, ist dieser Respekt noch größer. Und genau deshalb will ich sie unbedingt schlagen, denn für mich gehören sie zu den Besten."
Deutlich erfolgreicher ist Emerys Bilanz in Endspielen der Europa League. Beim souveränen Finalsieg von Villa gegen Freiburg im Mai feierte er seinen fünften Titel im sechsten Finale.
"Fünf Europa-League-Titel gewonnen und dazu ein Halbfinale sowie ein Viertelfinale in der Champions League erreicht zu haben, macht mich sehr stolz und dankbar", sagt Emery.
"Einen dieser Titel mit einem Klub wie Aston Villa zu feiern, der eine so unglaubliche Geschichte hat und 1982 den Europapokal der Landesmeister gewann, lässt diese Hoffnung bei uns wieder aufleben. Wir spüren, dass wir das Potenzial haben, einen europäischen Titel zu gewinnen. Als Trainer erfüllt mich das mit großer Zufriedenheit. Gleichzeitig bin ich aber auch sehr anspruchsvoll, damit wir dieses Niveau halten können."
Dem Erfolg in der Europa League waren bittere Rückschläge vorausgegangen: 2024 schied Villa im Halbfinale der Conference League aus, 2025 in der Champions League. Bei der Rückkehr auf Europas größte Bühne nach mehr als vier Jahrzehnten spielte Villa eine starke Saison, ehe ausgerechnet Paris im Viertelfinale Endstation war. Nach zwei engen Partien setzte sich PSG mit insgesamt 5:4 durch.
"In Paris haben wir 1:3 verloren. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, konnten die Partie aber nicht so prägen wie im Rückspiel", erinnert sich Emery. "Im Rückspiel haben wir unser Potenzial in der Offensive ausgeschöpft. Wir hatten einige richtig gute Phasen, in denen wir dem Comeback sehr nahe waren und gegen das beste Team wirklich dominant aufgetreten sind. Am Ende haben wir es aber nicht geschafft."
"Gegen ein Team wie PSG zu spielen und dabei zu spüren, dass wir ihr Niveau erreichen können, war enorm wichtig für unseren Glauben an uns selbst. Genau diese Botschaft wollen wir auch diesmal in der Kabine vermitteln. Wir werden uns auf das Spiel mit der Überzeugung vorbereiten, dass wir unsere Chancen bekommen können, wenn wir auf unserem höchsten Niveau spielen."
Zur Saison 2026/27 ist Villa zurück in der Champions League – und Emery setzt sich erneut hohe Ziele.
"Natürlich träume ich davon, die Champions League zu gewinnen", so der Villa-Trainer. "Ich habe in den vergangenen Jahren Teams gesehen, die auf einem ähnlichen Niveau waren wie wir und sehr weit gekommen sind. Vor drei Jahren erreichte Borussia Dortmund das Finale. Villarreal stand gegen Liverpool im Halbfinale und war dem Einzug ins Endspiel nahe."
"Deshalb wollen wir auch Aston Villa zu einem konkurrenzfähigen Team machen, zu einem Team, das sich einen Namen gemacht hat, das dem Gewinnen näher ist als dem Verlieren und das wieder in der Lage ist, mit den besten Teams um Titel zu kämpfen."
Dieses Interview wurde am 27. Juli 2026 geführt.