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Luis Enrique im Interview: Der Trainer von Paris über eine "einzigartige Herausforderung" und seine Sommerpause

"Ich glaube nicht, dass es in Europa eine Mannschaft gibt, die motivierter ist als wir", sagt Paris-Trainer Luis Enrique vor dem UEFA-Superpokal gegen Aston Villa.

Paris-Trainer Luis Enrique mit dem Champions-League-Pokal
Paris-Trainer Luis Enrique mit dem Champions-League-Pokal UEFA via Getty Images

Nachdem insgesamt neun Titeln in den letzten zwei Jahren, darunter zwei Champions-League-Triumphe, kann man dem Pariser Trainer Luis Enrique durchaus nachsehen, dass er sich über den Sommer etwas Zeit gönnt, um sich zu entspannen und dem Alltag zu entfliehen.

Der Countdown: Paris gegen Villa

Im Gespräch mit der UEFA räumt der spanische Trainer jedoch ein, dass er nie ganz abschalten konnte, da sich die Aufmerksamkeit bereits auf die neue Saison richtet, die am Mittwoch mit dem Superpokal gegen Aston Villa in Salzburg beginnt.

"Ich bin nicht in Paris geblieben, sondern war sieben Wochen lang mit meiner Familie unterwegs – eine für den Fußball ziemlich ungewöhnlich lange Auszeit", sagt er. "In dieser Zeit versucht man, so gut es geht abzuschalten, aber man ist immer in Verbindung, weil alle mit einem über die Saison reden und einem zu den gewonnenen Titeln gratulieren.

Das klingt zwar schön, zeigt aber letztendlich, dass ein Trainer nie wirklich abschalten kann. Im Sommer müssen wir viele Entscheidungen treffen. Man schaltet zwar ab, weil man nicht an seinen Arbeitsplatz geht, aber man ist immer mit dem Verein verbunden."

Luis Enrique gibt Vitinha Anweisungen im Finale der Champions LeagueUEFA via Getty Images

Vielleicht ist es genau diese Mentalität, die Luis Enrique zu solchen Erfolgen verholfen hat. Der ehemalige Mittelfeldspieler von Real Madrid und Barcelona betont, dass das einzige Geheimnis hinter seinem sportlichen Ruhm harte Arbeit und sein Kampfgeist sind.

"Ich bin kein Genie und will auch keines sein", meint er weiter. "Ich glaube, ich bin dafür geboren, mich im Wettkampf zu messen, denn dabei fühle ich mich am wohlsten. Ob ich nun Parchís (ein spanisches Brettspiel), Tennis, Padel oder Fußball spiele oder trainiere – genau das liebe ich.

Außerdem bin ich ständig darauf bedacht, die Leistungen zu verbessern, meine Beziehung zu den Spielern und zur Mannschaft zu stärken, den an mich gestellten Anforderungen gerecht zu werden, Einfühlungsvermögen für die Spieler zu zeigen und das Beste aus ihnen herauszuholen.

Aber ich mache das gerne, indem ich sie überzeuge, und nicht nur, weil ich der Trainer bin und euch sage, was ihr tun sollt. Ich versuche, das Spiel zu verstehen und es den Spielern so einfach wie möglich zu erklären. Ich glaube, das ist es, was mich motiviert, mich ständig weiter zu verbessern. Wenn mir die Leute jetzt sagen: 'Du hast viele Titel gewonnen', dann ist das irrelevant; das gehört der Vergangenheit an, das ist Geschichte."

Luis Enriques drei Champions-League-Titel

In der kommenden Saison hat Paris die Chance, nach Real Madrid zwischen 2016 und 2018 als erst zweite Mannschaft in der Ära der Champions League dreimal in Folge den Titel zu holen. Es ist keine Überraschung, dass diese Herausforderung auch Luis Enrique nicht entgangen ist.

"Ich konzentriere mich darauf, diesen Siegeswillen wieder zu wecken. Es ist schwer, immer wieder zu gewinnen. Derzeit stehen wir vor einer einzigartigen Herausforderung – etwas, das in der Geschichte des europäischen Fußballs nahezu beispiellos ist: Wir können mit Real Madrid gleichziehen, wenn wir zum dritten Mal in Folge die Champions League gewinnen.

Wow! Das ist eine ganz andere Liga. Niemand in der Geschichte hat drei Titel in Folge gewonnen – nur Real Madrid. Wir können mit ihnen gleichziehen. Aber ich glaube nicht, dass es in Europa eine Mannschaft gibt, die motivierter ist als wir."

Der Gewinn des Superpokals zum zweiten Mal in Folge wäre der perfekte Start in die neue Saison, und Luis Enrique freut sich sichtlich darauf, gegen seinen spanischen Landsmann Unai Emery anzutreten.

Luis Enrique letzte Saison mit dem SuperppokalGetty Images

Er fügt hinzu: "Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass es [der Superpokal] ein wirklich wichtiger Titel ist und dass Villa ein sehr starker Gegner sein wird. Wenn wir uns die Premier League ansehen, gibt es bei den besten Mannschaften fünf oder vielleicht sogar sechs spanische Trainer.

Ich bin der Meinung, dass der spanische Fußball in jeder Hinsicht zur absoluten Weltspitze gehört, sei es bei den Spielern, den Trainern oder den Funktionären. Unser Spiel steht für eine unterhaltsame Art, Fußball zu spielen: Wir wollen den Ball, legen größten Wert darauf, ihn in unseren Reihen zu halten, und nutzen den Ballbesitz, um uns defensiv zu stabilisieren. Ich denke, dass der spanische Fußball im weltweiten Vergleich gerade eine großartige Phase durchläuft, und darauf sollten wir stolz sein."

Der mittlerweile 56-Jährige wirkt so motiviert und ehrgeizig wie eh und je, während er sich auf seine vierte Saison im Parc des Princes vorbereitet, und schließt mit einem Rückblick darauf, wie alles im Sommer 2023 begann.

"Ich werde den Tag nie vergessen, an dem [Berater] Luis Campos zu mir nach Hause kam und es nur 15 Minuten dauerte, bis klar war, dass wir auf einer Wellenlänge lagen. Es besteht kein Zweifel daran, dass das Projekt hier das ist, das mich als Trainer am meisten begeistert hat. Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre hier bleiben werde.

Es ist fantastisch, jede Saison mit der Unterstützung des Vereins, der Fans und des Vorstands zu beginnen. Ich werde alles geben. Es wird wirklich schwer werden, weiter zu gewinnen, aber wir werden nichts dem Zufall überlassen."

Dieses Interview wurde am 3. August 2026 geführt

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