Micky van de Ven über Tottenhams Triumph in der Europa League, den Härtetest gegen Paris und Thomas Frank
Dienstag, 12. August 2025
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"Das ist ein großartiges Spiel und ein wunderschöner Start in die Saison", sagt Tottenham-Hotspur-Verteidiger Micky van de Ven vor dem Superpokal-Duell mit Paris Saint-Germain im Gespräch mit UEFA.com.
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Man sagt, ein Tor zu schießen, sei das beste Gefühl im Fußball, doch Micky van de Ven von Tottenham Hotspur dürfte da anderer Meinung sein. Der 24 Jahre alte niederländische Innenverteidiger lieferte wohl den entscheidenden Moment im Finale der UEFA Europa League der vergangenen Saison: Mit einer sensationellen, akrobatischen Rettungstat auf der Linie bewahrte er die Spurs vor dem Ausgleich, ebnete so den 1:0-Sieg gegen Manchester United und damit den ersten europäischen Titel der Londoner seit 1984.
Neben der Qualifikation für die Champions League in dieser Saison brachte der Triumph den Spurs noch eine weitere Premiere ein: das erste Spiel um den UEFA-Superpokal der Vereinsgeschichte – am Mittwoch in Udine gegen den amtierenden Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain. Im Gespräch mit UEFA.com äußert sich Van de Ven über die harte Prüfung, die das Team von Luis Enrique bereithält. Er blickt zurück auf die legendäre Nacht von Bilbao und verrät seine ersten Eindrücke von seinem neuen Trainer Thomas Frank.
Zur Herausforderung Paris
Das ist ein großartiges Spiel und es ist fantastisch, dass wir dabei sein dürfen. Es wird eine echte Prüfung, denn Paris ist ein sehr starker Gegner, das haben sie in den vergangenen Monaten eindeutig bewiesen. Aber ja, es ist ein tolles Spiel und ein wunderschöner Start in die Saison.
Als ich mir [das Champions-League-Finale] angeschaut habe, wollte ich einfach nur das Spiel genießen. Es war nicht so: 'Okay, wer auch immer gewinnt, wird unser Gegner.' Im Nachhinein denkt man schon: Das wird eine harte Nummer. Vor allem, wenn man sieht, wie sie gegen Inter aufgetreten sind.
Zum Europa-League-Finale
Das war das größte Spiel, das ich je in meinem Leben bestritten habe. Die Nervosität in den Tagen davor war extrem. Freunde und Familie sind im Stadion und der Verein hat seit langer Zeit auf einen Titel gewartet. Das sind Gedanken, die dir vor dem Anpfiff durch den Kopf gehen. Aber ich muss sagen, in dem Moment, als ich zum Aufwärmen rausging, schaltete ich in den Fokus-Modus.
Beim Mannschaftsessen drei Stunden vor dem Spiel spürst du den Druck. Du bist angespannt, hast keinen Hunger. Der ganze Tag dreht sich nur um dieses eine Spiel. Du willst einfach, dass es vorbei ist und dass es gut gelaufen ist. Aber es ist eine großartige Erfahrung, die ich machen durfte und aus der ich viel mitnehmen konnte.
Zum Gefühl, einen Titel zu gewinnen
Es war eine richtig harte Saison, auch aufgrund meiner Verletzungen, weshalb ich nicht wirklich viel gespielt habe. Umso wichtiger war es, die Saison mit einem positiven Abschluss zu beenden. Ich weiß, dass es auch für die anderen Jungs eine schwierige Spielzeit war.
Jeder hat das auf seine Weise erlebt. Für mich persönlich war es ein sehr emotionaler Moment, als der Schlusspfiff ertönte. Es war wie ein Befreiungsschlag, ein Ausbruch an Emotionen, der bei allen spürbar war. Die riesige Freude darüber, dass wir unsere Saison retten konnten und dem Klub sowie unseren Fans endlich das gegeben haben, was sie sich über all die Jahre verdient hatten.
Zur neuen Saison unter Thomas Frank
Mit einem neuen Trainer wird sich natürlich einiges verändern. Ich glaube, wir gehen alle mit einem positiven Gefühl in die Saison. Im vergangenen Jahr hatten wir eine schwache Premier-League-Saison, aber in der Europa League haben wir gezeigt, wozu wir fähig sind. Wir hoffen, dass diese Spielzeit eine gute und besondere wird.
[Frank] betrachtet das Spiel und die Taktik aus einem anderen Blickwinkel. Er hat eine klare Vorstellung davon, wie wir spielen sollen. Offensiver Fußball, nach vorne gerichtet und angriffslustig.
Zur Aussicht auf die Champions League
Tottenham ist ein Klub, der dorthin gehört. Für mich persönlich ist es etwas ganz Besonderes, weil ich bisher noch nie in der Champions League gespielt habe. Es wird also mein erstes Mal in der Königsklasse. Ein Meilenstein, den ich abhaken kann.
Für den Verein und die Fans sind das natürlich die schönsten Spiele. Dienstag- und Mittwochabende, dunkel, unter Flutlicht. Das sind Partien auf der größten Bühne, für die man lebt. Das ist etwas richtig Schönes.