Mit Cissé kommt der Erfolg zum FC Liverpool

Liverpool FC - PFC CSKA Moskva 3:1 (nach Verlängerung)
Der eingewechselte Stürmer führt Liverpool zum dritten UEFA-Superpokal-Sieg.

Entscheidung in der Verlängerung
Der französische Nationalspieler rettete den englischen Klub mit einem ungewöhnlichen Tor in der 82. Minute in die Verlängerung und glich damit die Führung des PFC CSKA Moskva durch Daniel Carvalho aus, der in der ersten Halbzeit traf. Cissé blieb auch bei seinem zweiten Torschuss in der 103. Minute cool und bereitete den entscheidenden Treffer von Luis García vor. Damit gewann Liverpool nach 1977 und 2001 den dritten Superpokal in der Vereinsgeschichte.

Gerrard fehlt
Der UEFA Champions League-Sieger begann das Spiel mit sechs Akteuren, die auch in der Startformation beim Finale der Champions League im Mai standen. Der Kapitän und wertvollste Spieler der letzten UEFA-Saison, Steven Gerrard, musste wegen einer Wadenverletzung aussetzen und gab die Binde an Jamie Carragher weiter. Liverpool setzte mit Torwart José Reina und Flügelspieler Boudewijn Zenden zwei Spieler ein, die erst im Sommer verpflichtet wurden.

Einzige Spitze
Bei Moskau spielte Vágner Love trotz Knieproblemen die Rolle des einsamen Stürmers, denn sein etatmäßiger Partner Ivica Olic aus Kroatien fehlte nach einer schweren Knieverletzung, die er sich zu Beginn des Monats zugezogen hatte. Der offensive Mittelfeldspieler Miloš Krasic - der einzige CSKA-Spieler, der beim UEFA-Pokalfinale nicht in der Startformation stand - erhielt den Vorzug vor Rolan Gusev.

Moskau wartet ab
Mehrere tausend russische Fans und ihre englischen Widersacher gaben von Beginn an ihr Bestes, um ein rauschendes Fußballfest zu feiern. Liverpool hatte durch Dietmar Hamann die erste Chance. Doch seinen Schuss von der Strafraumkante wehrte Igor Akinfeev ebenso ab wie den des auf ihn zu laufenden Luis García zwei Minuten später.

Heil in Kontern
García und Fernando Morientes schossen in der Folgezeit über das Tor beziehungsweise am Kasten vorbei. CSKA verlegte sich zunächst nur auf Konter. Die erste richtige Chance der Russen vergab Krasic in der 27. Minute, als er Sami Hyypiä ausspielte, danach aber den Ball am Tor vorbei zirkelte.

Führungstreffer
Eine Minute später schon zog Vágner Love die gesamte Liverpooler Abwehr auf sich, und Daniel Carvalho nutzte seine Freiheiten, drang in den Strafraum ein und schob den Ball an Reina vorbei ins Tor. Sehr zur Freude ihrer ekstatischen Anhänger gingen die UEFA-Pokalsieger in Führung. Viele Fans hatten an dem milden Abend in Monaco ihre T-Shirts schon ausgezogen.

Plan geht auf
Die Liverpooler beendeten die erste Halbzeit so aggressiv wie sie sie begannen. Doch vor dem Tor waren besonders García und Hamann nicht kaltschnäuzig genug. Der Plan der auf Konter lauernden Moskauer ging dagegen zur Pause auf.

Gefährlicher Freistoß
Daniel Carvalho erzielte in der 50. Minute per Freistoß beinahe seinen zweiten Treffer. Auf der anderen Seite versuchte Josemi zwei Mal sein Glück aus der Ferne. Doch die schön vorgetragenen Angriffe der Liverpooler blieben zunächst noch erfolglos. Stattdessen hatte Daniel Carvalho schon wieder seinen zweiten Treffer für CSKA auf dem Fuß. Nur Hyypiä konnte seinen Lauf zum Tor stoppen.

Ausgleich
Die frustrierten Liverpool-Fans begannen langsam den Namen ihres früheren Lieblings Michael Owen zu singen. Doch auch der in der 79. Minute eingewechselte Cissé hatte ihre Unterstützung. Und der brauchte nicht lange, um die in ihn gesetzten Hoffnungen zu bestätigen. Nach einer Ablage von García wurde er von Ignashevich angeschossen und hatte anschließend wenig Mühe, den Ball ins Tor zu drücken.

Hamanns Flanke
Das vorentscheidende zweite Tor fiel aus einem Konter heraus. Diesmal startete ihn allerdings Liverpool. Nachdem Daniel Carvalho gestoppt wurde, setzte Hamann mit einem glänzenden Flankenball Cissé in Szene, dessen Schuss zunächst von Akinfeev pariert werden konnte. Doch der Torhüter konnte nicht verhindern, dass der Franzose zum 2:1 abstaubte. Danach bereitete Cissé mit einer feinen Flanke die endgültige Entscheidung durch García vor, der per Kopf verwandelte.