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Große Ehre für Plautz

Der österreichische Schiedsrichter Konrad Plautz wird heute das Duell um den UEFA-Superpokal zwischen dem AC Milan und Sevilla FC leiten.

Der österreichische Schiedsrichter Konrad Plautz wird am Freitagabend im Stade Louis II von Monaco das Duell um den UEFA-Superpokal zwischen dem AC Milan und Sevilla FC leiten.

Theaterschauspieler
Plautz wird dabei von drei Landsleuten assistiert: Egon Bereuter und Markus Mayr an den Linien sowie Fritz Stuchlik als viertem Offiziellen. Der 42-jährige gelernte Werkzeugmacher aus dem kleinen Tiroler Dorf Navis fungiert in seiner Freizeit als leidenschaftlicher Direktor und Schauspieler einer Theatergruppe - vielleicht die perfekte Ablenkung zu den meist hektischen und stressigen Auftritten auf Europas Fußballbühne, der er seit einigen Jahren angehört.

Erfolgreiche Karriere
"Schiedsrichter haben mich schon in meiner Kindheit fasziniert und ich habe 1984 schon als Teenager angefangen, Spiele zu leiten", erzählte er kürzlich gegenüber uefa.com. "Ich habe zu solchen Leuten wie dem österreichischen Schiedsrichter Erich Linemayr aufgeblickt, die mich inspiriert haben. Als Jugendlicher habe ich rechter Verteidiger gespielt, aber um ehrlich zu sein, war ich nicht besonders gut, daher hatte mein Interesse, Schiedsrichter zu werden immer Vorrang."

Denkwürdiges Jahr
Seinen kometenhaften Aufstieg begann er im Jugendbereich, dann kletterte er über die Amateurligen bis hin zu den österreichischen Profiligen. "Ich habe mir selbst das Ziel gesetzt, es in zehn Jahren bis ganz nach oben zu schaffen und 1992 hatte ich es nach sechs Jahren geschafft, Bundesliga-Spiele leiten zu dürfen. Meine internationale Lizenz habe ich 1996 erhalten." Der Höhepunkt dieses denkwürdigen Jahres war die Berufung von Plautz für das Endspiel der UEFA-U16-Europameisterschaft zwischen Frankreich und Portugal in Wien.

Wichtige Spiele
Seit diesem Tag steht Plautz zunehmend im Blickpunkt des europäischen Fußballgeschehens. 2005/06 leitete er zum Beispiel den 1:0-Sieg von Arsenal FC im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Champions League gegen Villarreal CF. Neben zahllosen Auftritten bei UEFA-Europameisterschafts-Qualifikationsspielen wurde er auch schon in der Qualifikation für zwei FIFA-Weltmeisterschaften eingesetzt.

Spiele der beteiligten Klubs
Plautz hat in der vergangenen Saison beide UEFA-Superpokal-Aspiranten näher kennen gelernt. Milan pfiff er im März beim 1:0-Sieg im Achtelfinalrückspiel der UEFA Champions League gegen Celtic FC, Sevilla beim 2:2 gegen Tottenham Hotspur FC im Viertelfinalrückspiel des UEFA-Pokals im April in London. Vor dem Start der neuen Saison hat er bislang 24 Partien der europäischen Königsklasse geleitet, die Partie in Monaco wird zudem sein 50. Spiel in einem UEFA-Wettbewerb.

Alter Bekannter
Abgesehen vom Celtic-Spiel hat Plautz auch schon weitere Milan-Auftritte in der UEFA Champions League beaufsichtigt. Am 14. August 2002 leitete er den 1:0-Erfolg in der dritten Qualifikationsrunde gegen den FC Slovan Liberec; am 19. Oktober 2005 war er Unparteiischer der Begegnung in der Gruppenphase gegen den PSV Eindhoven und am 29. März 2006 pfiff er den Viertelfinal-Auftritt Milans bei Olympique Lyonnais (0:0).

Autorität wichtig
Plautz wird sich auf das Spiel am Freitag in der gewohnten Gründlichkeit vorbereiten: "Das heißt nicht, dass ich nicht ein Kribbeln im Magen verspüren werde, wenn ich den Platz betrete - bis zu einem gewissen Maße braucht man das auch, um die richtige Motivation mitzubringen. Man muss für 90 Minuten total präsent sein. Es ist schön, dass man positiv zum Spielfluss beitragen kann, man darf aber nie seine Autorität aufs Spiel setzen."