Viel Licht und ein wenig Schatten

Wenn nur nicht die verpatze Qualifikation für die FIFA-WM gewesen wäre, wäre es ein sehr gutes Jahr für die österreichische Nationalmannschaft gewesen, die seit Anfang 2018 von Franco Foda trainiert wird.

Franco Foda trainiert seit Anfang 2018 Österreich
©AFP/Getty Images

Den 2:1-Sieg über Uruguay im November 2017 absolvierte Franco Foda noch als Trainer des SK Sturm Graz und als ÖFB-Teamchef. Mit 1. Jänner 2018 startete die eigentliche Zeit des 52-jährigen Deutschen auf der ÖFB-Trainerbank. Beinahe ein Jahr später blickt man beim ÖFB auf ein erfolgreiches Jahr - mit Abstrichen - zurück.

Am bitterlichsten schmerzt vielleicht eine Altlast. Das Scheitern in der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft in Russland im Sommer diesen Jahres datiert noch ins Jahr 2017. Jedoch war die Rolle als Zuschauer im heurigen Jahr ein kleiner Wermutstropfen im ansonsten gelungen Fußballjahr für Rot-Weiß-Rot.

"Es hätte wirklich schlechter sein können. Wenn man es auf den ersten Blick sieht, ist es sehr positiv, aber ich analysiere sachlich und nüchtern", sagte Foda über sein erstes Teamchef-Jahr. Insgesamt brachte es die ÖFB-Elf unter ihm 2018 auf sieben Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen. Nur 1982 konnte Österreichs A-Team öfter gewinnen. Wobei die Statistik ein wenig täuscht, es gab erfolgreichere Länderspieljahre, in denen aber weniger Spiele ausgetragen wurden.

Eines der Highlights sowohl für Verband als auch Fans war das 2:1 im freundschaftlichen Aufeinandertreffen über Nachbar Deutschland. Die DFB-Elf wurde genauso wie die Russen (1:0) im Rahmen deren Vorbereitung auf die WM-Endrunde besiegt. Gegen Brasilien (0:3) setzte es im Test im Wiener Ernst-Happel-Stadion nur wenig Tage später die erste Niederlage in der Ära Franco Foda.

In der UEFA Nations League ist man mit dem zweiten Platz der Gruppe B3 nicht zur Gänze zufrieden. Mit dem 0:1 im ersten Spiel gegen Bosnien-Herzegowina wurde die Ausgangslage vom Fleck weg gemindert. Zwei Siege gegen Nordirland und ein Remis gegen den Auftaktgegner waren aber zumindest versöhnlich. "Wir sind nach der komplett unnötigen Niederlage schon nach dem ersten Match mit dem Rücken zur Wand gestanden. Da muss man positiv bewerten, dass die Mannschaft dann in den nächsten drei Partien sieben Punkte geholt hat", so der Teamchef.

"Es ist nicht alles super. Ich kenne unsere Schwachpunkte, die wir verbessern müssen", erklärte Foda nach dem letzten Spiel des Jahres – dem 0:2 im Test gegen Dänemark. Vor allem in der Offensive ist noch Steigerungspotenzial vorhanden. Personell ist derzeit die einzige zählbare Stürmeroption Marko Arnautović. So feierte zum Beispiel der 35-jährige Marc Janko in der UEFA Nations League ein Teamcomeback im Kader. In der Defensive sah Franco Foda, früher selbst Verteidiger, dafür sehr viel Qualität. "Wir bekommen wenig Gegentore und sind kompakt." Auch das Umschalten zwischen Dreier- und Viererkette funktioniere gut.

In den vergangenen Monaten haben sich zudem einige neue Spieler im Kader der ÖFB-Auswahl etablieren können. "Xaver Schlager und Peter Žulj haben sich relativ schnell in der Mannschaft integriert und gute Leistungen gezeigt. Und es kommen noch einige Jüngere nach, da muss man aber noch Geduld aufbringen. Ich bin aber überzeugt, dass wir uns auf einem guten Weg befinden."

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