Fakten: Wolfsberg - Borussia Mönchengladbach

Im ersten Europapokal-Gruppenspiel seiner Vereinsgeschichte siegte Wolfsberg sensationell beim ehemaligen UEFA-Pokal-Sieger Borussia Mönchengladbach mit 4:0, jetzt wollen die Fohlen Revanche.

So jubelte Wolfsberg nach dem Sieg in Mönchengladbach
So jubelte Wolfsberg nach dem Sieg in Mönchengladbach ©Getty Images

Im ersten Europapokal-Gruppenspiel seiner Klubgeschichte sorgte der österreichische Verein aus Wolfsberg beim einstigen UEFA-Pokal-Sieger Borussia Mönchengladbach für eine riesige Überraschung. Im Rückspiel will Gladbach jetzt Revanche, zumal sich die Fohlen mit einem Sieg schon für die K.o.-Runde qualifizieren könnten.

• Seit dem 4:0-Auftaktsieg in Gladbach und einem überaus respektablen 1:1 gegen AS Roma lief es für Wolfsberg nicht mehr so rund, zuletzt setzte es zwei Niederlagen gegen İstanbul Başakşehir (0:1 auswärts, 0:3 zuhause), Mönchengladbach dagegen punktete zuletzt kräftig, vor allem dank seiner Nervenstärke, fielen doch drei der letzten Treffer der Fohlen in der Nachspielzeit: der Ausgleich in Istanbul und Rom (jeweils zum 1:1) sowie das Siegtor in der 95. Minute gegen Rom durch Marcus Thuram.

• Sollte Wolfsberg gegen den deutschen Bundesligisten verlieren, wären die Österreicher definitiv ausgeschieden, Mönchengladbach dagegen wäre bei einem Dreier in Graz und gleichzeitiger Niederlage von Rom in der Türkei definitiv in der Runde der letzten 32.

Frühere Begegnungen
• Am ersten Spieltag gab es eine der größten Überraschungen in der Geschichte der UEFA Europa League, als Europapokal-Debütant Wolfsberg bei Mönchengladbach mit 4:0 siegte, die Tore erzielten Shon Weissman, Mario Leitgeb (2) und Marcel Ritzmaier.

• Wolfsbergs Erfahrungen mit deutschen Bundesligateams beschränkten sich vor diesem Duell auf zwei Partien, 2015/16 gab es gegen Borussia Dortmund in der dritten Qualifikationsrunde der UEFA Europa League zwei Niederlagen (0:1 H, 0:5 A).

• Mönchengladbach hatte vor der Heimpleite gegen Wolfsberg in zehn Europapokalspielen gegen Teams aus Österreich sechs Siege und ein Unentschieden eingefahren, drei Partien gingen verloren. Alle Spiele fanden in den 1970er Jahren statt. In Österreich gab es für die Fohlen bisher zwei Siege und drei Niederlagen. Zuletzt siegte Gladbach 1978/79 in der ersten Runde des UEFA-Pokals bei Sturm Graz mit 2:1, ein paar Monate später holte Gladbach den Pokal.

Hintergrund
Wolfsberg
• 2012 schaffte Wolfsberg erstmals den Aufstieg in die österreichische Bundesliga, letzte Saison belegte man hinter Meister Salzburg und Vizemeister LASK den dritten Platz.

• Seine bisher einzige Europapokalsaison bestritt der Klub 2015/16, als man zunächst in der zweiten Qualifikationsrunde zwei Siege gegen das belarussische Team von Shakhtyor Soligorsk (1:0 A, 2:0 H) feierte, ehe gegen Dortmund das Aus kam.

• Wolfsbergs Europapokalbilanz: 3 Siege, 1 Remis und 4 Niederlagen. Zuhause hat Wolfsberg ein Spiel gewonnen, einmal unentschieden gespielt und zweimal verloren.

Mönchengladbach
• Mit dem fünften Platz buchte Mönchengladbach letzte Saison sein Ticket für die Gruppenphase der UEFA Europa League und kehrt damit nach zweijähriger Abwesenheit in den Europapokal zurück.

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• Gladbach qualifizierte sich in seinen beiden Gruppenphasen der UEFA Europa League (2012/13 und 2014/15) für die Runde der letzten 32, schied dann dort aber jeweils aus. 2016/17 stieg man aus der UEFA Champions League in die K.o.-Runde der UEFA Europa League ab und qualifizierte sich in zwei packenden Partien gegen Fiorentina (0:1 H, 4:2 A) erstmals für das Achtelfinale. Dort scheiterte man dann allerdings in einem deutschen Duell aufgrund der Auswärtstorregel an Schalke (1:1 A, 2:2 H).

• Die Fohlen haben in der Gruppenphase der UEFA Europa League auswärts noch nie verloren (2S, 6U). Zuletzt gab es einen 4:2-Erfolg bei der Fiorentina, die nächsten drei Spiele in der Fremde endeten jeweils 1:1.

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Verschiedenes
• Gladbachs Jonas Hofmann erzielte 2015/16 in Wolfsberg das Siegtor für den BVB.

• Wolfsbergs Linksverteidiger Lukas Schmitz ist Deutscher und hat schon für Schalke, Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf gespielt. Acht seiner 104 Bundesligaspiele bestritt er gegen Mönchengladbach.

• Seine Wolfsberger Teamkollegen Stefan Perić und Michael Liendl haben ebenfalls in Deutschland gespielt, Dominik Baumgartner ist von Bochum ausgeliehen.

• Wolfsberg ist einer von sechs Debütanten in der Gruppenphase der UEFA Europa League, die anderen sind Espanyol, Wolverhampton Wanderers, Ferencváros, Olexandriya und Ligarivale LASK.

• Nach drei Bundesliga-Siegen in Folge kassierte Mönchengladbach am Samstag eine überraschende 0:2-Niederlage bei Aufsteiger Union Berlin, liegt aber noch immer mit einem Punkt Vorsprung vor RB Leipzig und Bayern München an der Tabellenspitze.

Die Trainer
• Am 20. November wechselte Wolfsbergs Cheftrainer Gerhard Struber zu Barnsley in die zweite englische Liga. Mohamed Sahli, ein 40 Jahre alter Österreicher tunesischer Abstammung und zuvor Strubers Assistent, ersetzte ihn als Interimstrainer. Sahli hatte vor seiner Zeit in Wolfsberg in der Jugend von Salzburg und Sturm Graz gearbeitet, ehe er als Co-Trainer für die österreichische U19 und U16 verantwortlich war. Im Sommer 2019 kam er nach Wolfsberg.

• Rose ersetzte vor der Saison 2019/20 Dieter Hecking als Coach in Mönchengladbach. Er kam als österreichischer Doublesieger aus Salzburg zu den Fohlen, 2016/17 hatte er mit dem Salzburger Nachwuchs die UEFA Youth League gewonnen. In seiner aktiven Karriere spielte Rose als Verteidiger für seinen Heimatklub VfB Leipzig, Hannover und Mainz, anschließend wechselte er für sechs Jahre in den Trainerstab der Salzburger, wo er 2017/18 in seiner ersten Saison als Cheftrainer für den Einzug ins Halbfinale der UEFA Europa League verantwortlich war. Letzte Saison führte er Salzburg ins Achtelfinale.

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