WAC-Motor läuft nicht mit Passivität

Das rotzfreche 1:1 von Underdog Wolfsberg gegen AS Roma ist für Trainer Gerhard Struber schlicht nur ein Resultat der eigenen Prinzipien.

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Der Wolfsberger AC bleibt eines der Überraschungsteams der UEFA Europa League. Durch ein hochverdientes 1:1 daheim gegen die große AS Roma haben die Kärntner bereits vier Punkte am Konto. Und das, weil das Team von Gerhard Struber seinen eigenen Idealen treu blieb. 

"In der ersten Hälfte haben wir großen Respekt gezeigt. Wir wollten zu viel zu schnell", wusste der Trainer. Dass man mit 0:1 zur Pause hinten lag, war die logische Konsequenz. Leonardo Spinazzola brachte den italienischen Top-Verein mit etwas Glück und einem Billard-Kopfball nach einer Ecke in Führung. Alles war angerichtet für Roma, doch Struber setzte die richtigen Maßnahmen.

"Wir haben einen Plan entwickelt, sind mutiger ins Spiel gegangen und waren sauberer in der Positionierung", stellte der Trainer fest. Ein Traumtor von Michael Liendl war die Folge. Mit einem satten Schuss ins Kreuzeck brachte er die Wolfsberger zurück ins Geschäft. "Ja, ich hab den Ball wahrscheinlich schon einmal schlechter getroffen", lachte der Spielmacher nach Abpfiff. 

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Und erst dann kam der eigentliche Knackpunkt. Denn während sich andere Außenseiter beim Zwischenstand von 1:1 gegen eine Mannschaft wie AS Roma am eigenen Strafraum verschanzen, spielten die Kärntner rotzfrech weiter nach vorne.

Die Idee, den sprichwörtlichen Bus zu parken, ist Struber nie gekommen: "Die Prinzipien, die wir verwenden, sind unser Antrieb. Ich wüsste doch gar nicht, wie ich auf Passivität umstellen sollte, da würde ich ja unseren Motor abstellen."

Die augenscheinlichste Maßnahme war die Einwechslung von Alexander Schmidt in der 81. Minute. Ein Stürmer kommt ins Spiel – und das bei einem Zwischenstand, der alleine schon einen der größten Erfolge der Klubgeschichte darstellte.

"Ich hatte einfach das Gefühl, dass wir das gewinnen können. Mit frischen Jungs für die Offensive wollte ich in die Vollen gehen. Mit dem Sieg sind wir nicht belohnt worden, aber wir nehmen natürlich den Punkt", so Struber.

Neben den Wolfsbergern zeigten in dieser Woche auch der FC Salzburg und der LASK mit mutigem Offensivfußball auf – der allerdings nicht belohnt wurde. "Wir haben in Österreich eine richtig coole Ausbildung der jungen Spieler. Dass auch die anderen Teams aufzeigen, ist kein Zufall. Das ist eine planmäßig gute Arbeit, die auf einer guten Struktur beruht. Und im Moment werden wir dafür belohnt", erklärte der Trainer.

Die Belohnung lässt sich mit vier Punkten, dem geteilten ersten Platz und der reellen Chance auf den Aufstieg beziffern. Wer hätte das noch vor wenigen Wochen gedacht?

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