Sommer ehrlich, Wolfsberg herrlich

Am Ende eines denkbaren Abends hätten die Gefühlswelten bei den Teams aus Mönchengladbach und Wolfsberg nicht unterschiedlicher sein können. Der Blick ging bei allen aber schnell nach vorne.

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Die Wolfsberger Spieler fielen sich im Kabinengang um den Hals. Die Gladbacher wanderten derweil nach der 0:4-Klatsche in ihre Fankurve, um sich bei ihren treuesten Fans zu entschuldigen. Die Gefühlswelten hätten kaum unterschiedlicher sein können.

Bei den Gastgebern stellte sich Yann Sommer als erster den unangenehmen Fragen. "Sie haben es sehr gut gemacht. Wir waren auf alles vorbereitet, wussten wie sie spielen und haben trotzdem 0:4 verloren. Das war einfach zu wenig", versuchte der Schweizer erst gar nicht, irgendwelche Ausreden zu finden.

Wolfsbergs Doppeltorschütze Mario Leitgeb war natürlich ganz anders drauf. Er erklärte: "Selbstverständlich hat uns dieses Spiel richtig viel Spaß gemacht - und mir besonders. Ich mache mein erstes Europapokalspiel und dabei gleich zwei Tore. Viel mehr geht nicht."

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Kurios: Viele wichtige Zahlen sprachen für die Fohlen. 69:31% Ballbesitz, 644:261 Pässe, 5:4 Ecken - am Ende stand trotzdem die höchste Niederlage einer deutschen Mannschaft gegen eine österreichische in der Europapokal-Geschichte.

Wolfsberg-Coach Gerhard Struber lobte: "Das war ein cooles Spiel für uns. Wir haben es einfach geschafft, unheimlich viele Dinge, die wir uns vorgenommen haben, umzusetzen. Mit viel Überzeugung, Energie und Substanz, aber auch einer guten Balance zwischen Herz und Hirn."

Bei beiden Teams ging der Blick schnell nach vorne. Sommer verriet: "Wir werden uns jetzt sehr, sehr genau ansehen, was wir in diesem Spiel falsch gemacht haben - und die Fehler für die nächsten Wochen abstellen."

Leitgeb erklärte derweil: "Diese Leistung heute war kein Ausrutscher nach oben. Wir wissen, dass wir guten Fußball spielen können und haben das auch heute gezeigt. Ich denke, wir werden dieses Niveau noch weitere Male an den Tag legen."

Es klang wie eine kleine Drohung an die anderen Teams in der Gruppe J, der Gladbach-Coach Marco Rose noch ein Sonderlob folgen ließ: "Wolfsberg hat heute 'Fußball pur' gespielt."

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