5 Gründe: Deshalb ist für Frankfurt jetzt alles möglich

Vor 39 Jahren gewann Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokal. Nach dem Sieg bei Inter und dem Einzug ins Viertelfinale erscheint ein erneuter Coup realistischer denn je.

Watch the Luka Jović goal which proved decisive in the tie.

Mit dem 1:0-Sieg bei Inter Mailand hat die Frankfurter Eintracht eine weitere Etappe ihrer unglaublichen Europa-Reise hinter sich gebracht. Am Freitag befinden sich die Hessen als eine von nur noch acht Mannschaften im Lostopf für die Ziehung der Viertelfinal-Duelle in Nyon. UEFA.com nennt Gründe, warum die Reise auch in der nächsten Runde noch nicht zu Ende sein muss.

Motivation

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Eintracht im Viertelfinale als letzter Bundesligist die deutsche Fahne im Europapokal hoch hält. Vom ersten Gruppenspiel versprühte das Team von Adi Hütter die pure Lust an Europa - auch wenn es "nur" der kleinere der beiden europäischen Wettbewerbe ist.

Jedes einzelne Spiel nahmen sie so an, als ob es bereits das Finale wäre. Selbst in der Vorrunde, als  der Sieg in ihrer Gruppe längst feststand, erkämpfte sich das Team bei Lazio Rom einen 2:1-Sieg. "Es ist toll. Das macht uns stolz, dass wir international noch dabei sind", sagte Torhüter Kevin Trapp bei RTL.

Angriffswirbel

Luka Jović erzielte schon früh die Führung für Frankfurt
Luka Jović erzielte schon früh die Führung für Frankfurt©Getty Images

Mit 17 Toren in der Gruppenphase war die Eintracht die zweitgefährlichste Mannschaft - nur der FC Sevilla traf noch einmal mehr. Sébastien Haller, Ante Rebić  und Luka Jović - mit sechs Toren Frankfurts Toptorschütze – gehören nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Europa League zu den besten Sturmreihen. Jović war es auch, der mit seinem frühen Tor den Unterschied im Achtelfinal-Rückspiel bei Inter gemacht hat.

Steigerungsfähigkeit

Trotz des souveränen Gruppensiegs gingen die Hessen nicht unbedingt als Favorit ins erste K.-o.-Duell. Denn Gegner Shakhtar Donetsk hatte die Vorrunde in der Champions League gespielt und sich dort gegen die TSG Hoffenheim durchgesetzt. Doch die Eintracht steigerte sich gegen die Ukrainer noch einmal und nahm Donetsk nach dem 2:2 im Hinspiel in der heimischen Arena beim 4:1 auseinander.

Kevin Trapp hielt seinen Kasten gegen Inter sauber
Kevin Trapp hielt seinen Kasten gegen Inter sauber©Getty Images

Es folgte mit Inter Mailand der bis dato schwerste Gegner. Und selbst gegen den mehrmaligen Europapokalsieger aus Italien legte die Eintracht noch einmal ein paar Prozentpunkte drauf. Vor allem die taktische Leistung im Rückspiel in Mailand war makellos. Nach dem frühen Tor von Jović zog sich das Team nicht etwa zurück, sondern spielte weiter nach vorn, ohne jedoch die Defensive zu vernachlässigen. "Wir haben kaum Torchancen zugelassen. Das war heute der Schlüssel zum Sieg", sagte Sebastian Rode.

Fans

13.500 Eintracht-Anhänger in Mailand, auf Zypern bei Apollon Limassol das halbe Stadion gefüllt - und in Frankfurt schon fünfmal Gänsehaut-Atmosphäre, inklusive gigantischer Choreographien. Die Fans der Eintracht waren mit ihrer bedingungslosen Unterstützung einer der Hauptfaktoren dafür, dass das Europa-Abenteuer in Mailand noch nicht zu Ende ist.

Selbstbewusstsein

Stolz sei man auf das Erreichen des Viertelfinals, "aber zufrieden sind wir noch nicht", sagte Torwart Trapp nach dem Spiel in Mailand. Auch Sportvorstand Fredi Bobic hat das "F"-Wort nicht verboten. "Den Traum dürfen wir haben", sagte der Europameister von 1996 auf die Frage, ob denn die Europa-Reise erst im Finale in Baku enden würde. Und im Umfeld ist sowieso schon klar, wohin die Reise führt. Frankfurts Torwart-Ikone Uli Stein sagte im kicker: "Wenn sie Mailand überstehen, kommen sie ins Finale." Und Andreas Möller, ebenfalls ein Star früherer Eintracht-Tage, betonte bei RTL: Der Mannschaft traue ich einiges zu. Ich zähle sie sogar schon zu den Favoriten in der Europa League."

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