Zahlen und Fakten: Frankfurt - Inter

Hat Eintracht Frankfurt das Zeug, um der beeindruckenden Saison ein weiteres Highlight hinzuzufügen? Mit Internazionale wartet ein starker Gegner.

Eintracht Frankfurt hat sich bisher keine Blöße gegeben
Eintracht Frankfurt hat sich bisher keine Blöße gegeben ©Getty Images

Eintracht Frankfurt, die torgefährlichste Mannschaft der UEFA Europa League, ist im laufenden Wettbewerb noch ungeschlagen und trifft nun auf Internazionale.

• Für die Eintracht lief bisher alles nach Plan. Die Gruppe H schloss man mit der maximalen Punktzahl ab, nachdem man gegen Lazio, Apollon Limassol und Marseille jeweils zwei Siege verbuchte. Im Sechzehntelfinale wurde mit Shakhtar Donetsk ein Absteiger aus der UEFA Champions League aus dem Weg geräumt (6:3 nach Hin- und Rückspiel).

• Inter wurde in der Gruppe B der UEFA Champions League Dritter und verpasste den zweiten Platz nur aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs mit Tottenham Hotspur. So ging es für die Italiener im Sechzehntelfinale der UEFA Europa League weiter. Dort gab es einen 5:0-Gesamterfolg über Rapid Wien.

Klassiker im Europapokal: Bundesliga gegen Serie A
Klassiker im Europapokal: Bundesliga gegen Serie A

Bisherige Begegnungen
• Diese beiden Teams standen sich noch nie in einem UEFA-Vereinswettbewerb gegenüber.

• Eintrachts Bilanz gegen italienische Teams: 4S, 1U, 2N. Beim 4:1 in der Gruppenphase gegen Lazio feierte man nach drei vergeblichen Anläufen den ersten Heimsieg. Die Bilanz in Duellen mit Hin- und Rückspiel gegen Klubs aus Italien: 1S, 1N (beide Spiele im UEFA-Pokal 1994/95).

• Inter feierte in 37 UEFA-Spielen 16 Siege gegen deutsche Klubs (8U, 13N). Auswärtsbilanz: 5S, 7U, 5N. Das letzte Duell gab es im Achtelfinale der UEFA Europa League 2014/15 gegen Wolfsburg. Beide Spiele gingen verloren (1:3 auswärts, 1:2 zuhause).

• Inter setzte sich 2010 in der UEFA Champions League im Finale gegen Bayern München mit 2:0 durch. Gegen Schalke gab es im Endspiel des UEFA-Pokals 1997 eine Niederlage im Elfmeterschießen. In 13 Duellen mit Hin- und Rückspiel gegen Klubs aus Deutschland gab es nur fünf Niederlagen.

Highlights: Eintracht Frankfurt - Shakhtar Donetsk 4:1
Highlights: Eintracht Frankfurt - Shakhtar Donetsk 4:1

Hintergrund
Eintracht
• Die Frankfurter sicherten sich ihren Platz im Europapokal - erstmals seit fünf Jahren - durch einen 3:1-Sieg im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern. Es war zugleich der erste Titel der Hessen seit 30 Jahren.

• Frankfurt begann die Gruppe H mit einem 2:1 in Marseille und zog nach Siegen gegen Lazio (4:1 zu Hause) sowie Apollon (2:0 zu Hause, 3:2 auswärts) vorzeitig in die nächste Runde ein. Mit weiteren Erfolgen gegen Marseille (4:0 zu Hause) und Lazio (2:1 auswärts) schloss man die Gruppenphase mit der perfekten Bilanz und neun Punkten Vorsprung auf Lazio ab. Im Sechzehntelfinale bekam es Frankfurt mit Shakhtar zu tun und setzte sich dank eines 4:1-Triumphes im Rückspiel durch (Hinspiel 2:2).

• Eintrachts einzige andere Europapokalteilnahme in den letzten zwölf Jahren führte die Hessen 2013/14 nach dem Überstehen der Play-offs und der Gruppenphase bis in die Runde der letzten 32 der UEFA Europa League, wo man gegen den FC Porto aufgrund der Auswärtstorregel scheiterte (2:2 auswärts, 3:3 zu Hause).

• Die Frankfurter Bilanz in der UEFA Europa League insgesamt (zuhause und auswärts, inklusive Qualifikation): 14 Siege, 3 Unentschieden, 1 Niederlage. Die einzige Pleite gab es vor fünf Jahren bei Maccabi Tel-Aviv (2:4). In 18 der letzten 19 Europapokalspiele erzielte Frankfurt mindestens zwei Tore. Ohne ein einziges Tor blieb man zuletzt beim 0:0 gegen Newcastle in der Gruppenphase des UEFA-Pokals 2006/07. Ihre Heimbilanz in diesem Wettbewerb steht bei 7 Siegen und 1 Remis, lediglich Porto konnte einen Eintracht-Heimsieg verhindern.

Highlights: Inter - Rapid Wien 4:0
Highlights: Inter - Rapid Wien 4:0

Inter
• Inter belegte 2017/18 den vierten Platz in der Serie A und qualifizierte sich damit erstmals seit 2011/12 für die UEFA Champions League. Dort verpasste man jedoch zum neunten Mal in Folge den Einzug in die K.-o.-Phase, obwohl man mit zwei 2:1-Siegen - zu Hause gegen Tottenham und auswärts bei PSV - in die Gruppenphase startete. Danach kamen nur noch zwei Punkte dazu, letztendlich war das 0:1 bei den Spurs in Wembley die entscheidende Niederlage.

• Inters letzte Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb war 2016/17, als sie in der Gruppenphase der UEFA Europa League ausschieden. Bei den vorherigen beiden Teilnahmen an diesem Wettbewerb schied man im Achtelfinale aus (2012/13 gegen Tottenham, 2014/15 gegen Wolfsburg).

• Der dreimalige UEFA-Pokal-Sieger Inter (1991, 1994 und 1998) ist zudem die letzte italienische Mannschaft, die die europäische Königsklasse gewinnen konnte, im Jahr 2010. Auch 1964 und 1965 konnte Inter triumphieren.

• Die Nerazzurri haben nur zwei ihrer letzten elf Auswärtsspiele auf europäischer Ebene gewonnen, allerdings sechs der letzten acht verloren - die Ausnahmen gab es beide in dieser Saison (2:1 bei PSV und 1:0 in Wien). Es waren die ersten Auswärtssiege in diesem Wettbewerb seit September 2014 (1:0 bei Dnipro).

#UEL-Sechzehntelfinale - die besten Paraden
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Sonstiges
• Inters Ivan Perišić spielte in Deutschland bei Borussia Dortmund (2011–13) und Wolfsburg (2013–15). Er traf sechs Mal auf die Eintracht. Sein erstes Spiel war mit Dortmund, die anderen fünf mit Wolfsburg. Keines dieser Spiele endete mit einer Niederlage. Zum Auftakt der Saison 2015/16 gelang ihm ein Treffer beim 2:1-Sieg für Wolfsburg. Es war sein letztes Bundesligator, ehe er zwei Wochen später zu Inter wechselte.

• Von Januar bis September 2013 spielte Eintrachts Makoto Hasebe bei Wolfsburg zusammen mit Perišić.

• Eintrachts Ante Rebić erreichte zusammen mit seinen kroatischen Teamkollegen Perišić und Marcelo Brozović das Finale der FIFA-WM 2018.

• Rebić war bei der Fiorentina einst Teamkollege von Borja Valero und Matías Vecino. Auch Gelson Fernandes (Chievo, Udinese) und Jonathan de Guzmán (Napoli, Carpi, Chievo) haben in Italien gespielt. Bei Udinese war Fernandes 2011/12 Teamkollege von Samir Handanovič und Kwadwo Asamoah.

• Im Herbst hat Frankfurt als erste deutsche Mannschaft der Geschichte alle sechs Gruppenspiele in der UEFA Europa League gewonnen. Mit 23 Treffern ist man die torgefährlichste Mannschaft des Wettbewerbs (Salzburg folgt mit 22 Toren).

• Mit sechs Treffern ist Eintrachts serbischer Stürmer Luka Jović der zweitbeste Torschütze des laufenden Wettbewerbs (ein Tor hinter Salzburgs Munas Dabbur).

• Frankfurt ist eines von sieben Teams, welche die Gruppenphase ohne Niederlage überstanden haben. Nur zwei weitere Mannschaften konnten diesen Status im Sechzehntelfinale behaupten - Villarreal und Chelsea.

Die schönsten Tore des Sechzehntelfinals
Die schönsten Tore des Sechzehntelfinals

• Eintracht ist einer von vier Klubs im Achtelfinale, die erstmals in dieser Phase der UEFA Europa League mitwirken (zusammen mit Slavia Praha, Dinamo Zagreb und Rennes).

• Es gibt sieben ehemalige Sieger des UEFA-Pokals, bzw. der UEFA Europa League, die noch im Wettbewerb vertreten sind. Dies ist das einzige Duell zweier solcher Klubs.

Die Trainer
• Der Österreicher Adi Hütter wurde bei der Eintracht im Mai 2018 Nachfolger von Niko Kovač, den es zu den Bayern zog. Zuvor hatte er die Young Boys in Bern zur ersten Schweizer Meisterschaft seit 32 Jahren geführt. In seiner aktiven Zeit hatte er als Mittelfeldspieler sieben Jahre im Trikot von Salzburg verbracht, später kehrte er nach Engagements bei Altach und Grödig als Trainer zurück und gewann mit dem Klub 2014/15 das nationale Double. Die folgenden drei Jahre wirkte er in Bern.

• Nach einer durchwachsenen Spielerkarriere etablierte sich Luciano Spalletti als einer der führenden Trainer Italiens. Den ersten Durchbruch schaffte er bei Udinese, ehe 2005 der Wechsel zur Roma folgte. Mit den Giallorossi gewann er zweimal die Coppa Italia und wurde zweimal zum Trainer des Jahres in der Serie A gewählt, ehe er 2009 zu Zenit wechselte, wo er das russische Double holte. Es folge die Rückkehr zur Roma und die Vizemeisterschaft in der Serie A, ehe er im Juni 2017 zu Inter ging. In seiner Debütsaison führte er den Klub zum ersten Mal nach sieben Jahren in die UEFA Champions League.

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