Eintracht in nächster Runde

Frankfurt hatte gegen Limassol weniger Mühe, als es das knappe 3:2 erwarten ließe. Torschützen waren Luka Jović, Sébastien Haller und Mijat Gaćinović. Vierter Sieg im vierten Spiel.

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Eintracht Frankfurt hat sich vorzeitig für die K.-o.-Runde der UEFA Europa League qualifiziert. Nach einem 3:2 bei Apollon Limassol ist dem deutschen Pokalsieger einer der ersten beiden Plätze in der Gruppe H nicht mehr zu nehmen.

Nach gut einer Viertelstunde war es Luka Jović, der seine Mannen in Führung brachte, ehe in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit Sébastien Haller und Mijat Gaćinović nachlegten. Dann schlug Emilio Zelaya zu, und kurz vor Schluss erhielt Marc Stendera die Gelb-Rote Karte. In der Nachspielzeit verwandelten die Gastgeber durch Zelaya einen Elfmeter.

Im Gegensatz zum 3:0 in Stuttgart wechselte Adi Hüter auf drei Positionen: Für Jonathan de Guzmán, Filip Kostić und Ante Rebić, Torschütze beim 2:0 vor zwei Wochen, begannen Jetro Willems, Stendera und Gaćinović.

Dass die Mannschaft aus Limassol, die aber wegen ihres nicht UEFA-tauglichen Stadions in Nikosia spielte, ihre letzte Chance nutzen wollte, zeigte sie gleich von Beginn an, als nach wenigen Minuten ein geschickt getretener Freistoß von Chambos Kyriakou knapp über den Kasten strich – noch leicht abgefälscht von Stendera. Frankfurt hingegen agierte zunächst verhalten.

Stendera war es auch, der nach einer Viertelstunde das erste Warnzeichen abgab, als er aus 15 Metern abzog und den Ball flach am linken Pfosten vorbeijagte. Aber zwei Minuten später war die Kugel dann doch im Kasten. Nach schönem Zuspiel von Willems zögerte Jović nicht lange und ließ Ersatzkeeper Tasos Kissas bei seinem Schuss aus sieben Metern keine Chance. Bereits der 10. Saisontreffer des Serben, sein dritter im laufenden Wettbewerb.

Die 5.000 mitgereisten Fans – damit war diese Partie ein Heimspiel für die Eintracht, denn sie stellten die überwiegende Mehrheit der Zuschauer im eher spärlich besetzten GSP-Stadion - waren aus dem Häuschen.

Ihre weite Reise auf die ferne Mittelmeerinsel schien sich also gelohnt zu haben. Und wenn fünf Minuten vor der Pause Haller nicht bei einer Großchance in letzter Sekunde gestört worden wäre, wäre der Jubel noch lauter gewesen.

Aber auch die Gastgeber, die bald ohne Trainer Sofronis Avgousti auskommen mussten, weil dieser sich offenbar wenig freundlich geäußert hatte und deshalb auf die Tribüne musste, tauchten immer mal wieder vor dem Kasten auf. Doch der Bundesligist hatte das Geschehen weitgehend im Griff und ließ nicht wirklich etwas anbrennen.

Und als keine zehn Minuten im zweiten Abschnitt gespielt waren, legte die SGE nach. Nach einer Flanke von Gaćinović war Haller - wie schon in Frankfurt - zur Stelle, der mit rechts die Führung verdoppelte. Und drei Minuten später belohnte sich Gaćinović für sein gutes Spiel selbst, als er den Ball aus 16 Metern zwischen die Pfosten beförderte. Für die Frankfurter war es im zehnten Auswärtsspiel dieser Saison das 20. Tor.

Damit war das Spiel gelaufen, auch wenn die Gastgeber in der 71. Minute verkürzten, denn nach einem Freistoß wuchtete Zelaya den Ball mit dem Kopf in die Maschen. Einen weiteren kleinen Rückschlag musste die Eintracht kurz vor Schluss hinnehmen, als Stendera nach seiner zweiten Gelben Karte vom Platz gestellt wurde und deshalb im nächsten Spiel aussetzen muss.

Dass es weit in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter für die Gastgeber gab - Willems hatte João Pedro gelegt -, den Zelaya verwandelte, hatte keinen Einfluss mehr auf den Sieg der Frankfurter.

In drei Wochen steht das Heimspiel gegen das bereits ausgeschiedene Marseille auf dem Programm, in dem Platz eins sichergestellt werden könnte. Und auch Limassol, das mit dem 15. sieglosen Spiel in Folge in diesem Wettbewerb einen unrühmlichen Rekord ausbaute, ist ausgeschieden.

Adi Hütter, Trainer Frankfurt
Ich habe gestern gesagt, dass wir versuchen, den ersten Matchball zu nutzen. Das ist uns gelungen. Das ist sehr wichtig und für viele überraschend, dass wir in der schweren Gruppe nach vier Spielen mit zwölf Punkten dastehen. Ich hatte mir vorgenommen, wenn wir weiterkommen, zu den Fans in die Kurve gehen und mich für die Unterstützung zu bedanken. Heute hat das gepasst. Ich merke, dass ich mehr und mehr in Frankfurt ankomme und mich die Fans schätzen.

Kevin Trapp, Torhüter Frankfurt
Wir haben viel investiert. Wir haben uns qualifiziert - viele haben geglaubt, dass wir das nicht schaffen. Es war nicht einfach in dieser Gruppe. Wir sind auf dem richtigen Weg, dürfen aber nicht nachlassen. Jetzt wollen wir auch Erster bleiben. Aber jetzt müssen wir uns erstmal auf Schalke konzentrieren, das wird harte Arbeit.

Gelson Fernandes, Mittelfeldspieler Frankfurt
Man muss auch genießen, was wir gerade mit dem Team und dem Klub erleben. Aber natürlich auch weitermachen. Wir haben heute nicht so gut angefangen. Aber wir haben eine gute Truppe, gute Jungs. Es kann nicht immer schön sein bei der Doppelbelastung. Jetzt müssen wir uns gut erholen, wir sind nicht so frisch wie vor einigen Wochen. Sonntag kommt ein richtig starker Gegner.

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