Das waren die Gründe für Leipzigs Fehlstart

Trotz einer Aufholjagd in der zweiten Halbzeit musste sich RB Leipzig zum Auftakt der UEFA Europa League gegen den FC Salzburg geschlagen geben. Doch wie kam es dazu? Eine Analyse.

Mangelnde Einstellung

"Nicht alle Spieler haben verstanden, was da in Sachen Wucht und Dynamik auf uns zukommt", kritisierte RB-Trainer Ralf Rangnick seine Mannschaft nach dem Spiel ungewohnt deutlich. In der Tat ließen die meisten Akteure der Gastgeber die richtige Einstellung für dieses wichtige Auftaktspiel in der Europa League vermissen. In manchen Szenen in der ersten Halbzeit war sogar eine gewisse Überheblichkeit zu erkennen, die der Gegner prompt bestrafte.

Katastrophale erste Halbzeit

Die Zuschauer in der RB-Arena trauen ihren Augen nicht. So viele Fehlpässe und Unzulänglichkeiten wie in der ersten Hälfte dürften sie von den eigenen Spielern noch nie gesehen haben. "Die erste Halbzeit war unterirdisch", ärgerte sich Rangnick - und traf den Nagel mit dieser Einschätzung auf den Kopf. Wie einfach die Gäste vor der Pause durch Munas Dabbur und Amadou Haidara zu ihren Toren kamen, hätten sie wohl selbst nicht geglaubt.

Abwehrschwächen

Fredrik Gulbrandsen war der Matchwinner für Salzburg
Fredrik Gulbrandsen war der Matchwinner für Salzburg©AFP/Getty Images

Dem 0:1 war ein Fehlpass von Stefan Ilsanker vorausgegangen, und vor dem 0:2 ließ sich Dayot Upamecano von Andreas Ulmer viel zu leicht abschütteln. Es waren aber längst nicht die einzigen gravierenden Schnitzer in der Leipziger Defensive. "Ich bin froh, dass wir hier nicht fünf oder sechs Gegentreffer kassiert haben", sagte Rangnick anschließend mit einer Prise Galgenhumor. Auch Stürmer Yussuf Poulsen, der mit seinem Tor nach dem 1:2 durch Konrad Laimer für den Ausgleich gesorgt hatte, kritisierte das Abwehrverhalten: "Wir haben das ganze Spieler über nicht gut verteidigt."

Klasse des Gegners

Für Salzburgs Trainer Marco Rose war es auch wegen der Rückkehr in seine Heimatstadt ein "spezieller Sieg". Und er hat vor dem Spiel auch genau die richtigen Worte für seine Mannschaft gefunden. Im Gegensatz zu den Leipzigern war den Gästen von der ersten Minute anzusehen, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen wollten. "Wir wollten intensiver spielen als sie. Das haben wir sehr gut hinbekommen", lobte er sein Team. Während Salzburg nun mit drei Punkten im Rücken Celtic FC am 4. Oktober empfängt, steht RB bei Rosenborg am selben Tag schon unter Druck.

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