Ramos im siebten Himmel

Sevilla-Trainer Juande Ramos ist fest davon überzeugt, dass die Erfahrung seiner Spieler beim Elfmeterschießen gegen RCD Espanyol den Ausschlag zu Gunsten seiner Elf gegeben hat.

"Die meisten haben noch nie ein Europapokalfinale bestritten", erinnerte sich Juande Ramos, nachdem Sevilla FC das Finale des UEFA-Pokals 2007 gegen RCD Espanyol gewonnen hatte.

Sevilla FC-Trainer Juande Ramos ist fest davon überzeugt, dass die Erfahrung seiner Spieler beim Elfmeterschießen gegen RCD Espanyol den Ausschlag zu Gunsten seiner Mannschaft gegeben hat. Aber auch die im Hampden Park unterlegenen Katalanen, die 50 Minuten mit zehn Mann auskommen mussten, bekamen von ihrem Trainer Ernesto Valverde großes Lob ab, auch wenn er eingestehen musste: "Wir waren fast im Himmel, aber dann sind wir abgestürzt."

"Elfmeter-Lotterie"
Andrés Palop war der Hauptgrund für diesen Absturz, parierte der Keeper der Andalusier doch die Strafstöße von Luis García, Jônatas und Marc Torrejón. Doch nach dem 3:1-Erfolg gestand auch Ramos, dass sein Team eine gehörige Portion Glück gehabt hatte. "Ein Elfmeterschießen ist immer eine Lotterie", erklärte der 52-Jährige. "Bei dieser Anspannung kann alles passieren, die Beine werden schwer und die Spieler nervös. Wir haben die Erfahrungen des letzten Jahres nutzen können, deshalb waren wir erfolgreich. Und Palop war exzellent."

"Insgesamt besser"
In der letzten Saison setzte sich Sevilla in Eindhoven mit 4:0 gegen Middlesbrough FC durch, doch nach dem Ausgleich durch Albert Riera nach Adriano Correias Führung war schnell klar, dass es diesmal eine härte Nuss zu knacken galt. Frédéric Kanouté stellte den alten Abstand wieder her, doch fünf Minuten vor dem Ende war es Jônatas, der mit seinem Ausgleich für ein denkwürdiges Finale sorgte. "Wir gingen in Führung, sie haben ausgeglichen, wir sind wieder in Führung gegangen, sie haben wieder ausgeglichen", sagte Ramos. "Espanyol kam immer wieder zurück, sie waren ein extrem starker Gegner und haben sich viel Lob verdient, doch insgesamt war Sevilla die bessere Mannschaft."

Valverdes Hoffnung
Sein Gegenüber von Espanyol, Valverde, sah das nur bedingt anders: "Es gab einen Moment, als ich dachte, dass wir siegen würden. Kurz vor dem Platzverweis sahen wir richtig gut aus, hatten gute Möglichkeiten. Doch als Moisés Hurtado vom Platz flog, hat sich das Spiel gedreht. Sevilla attackierte wie immer und hatte zahlreiche Möglichkeiten. Aber die hatten wir auch, nur war ihr Torhüter exzellent." Vor allem im Elfmeterschießen, eine besonders bittere Erfahrung für Valverde, der vor 19 Jahren als Spieler schon einmal mit Espanyol gegen Bayer 04 Leverkusen ein Elfmeterschießen im Endspiel verloren hatte.

"Grausames Ende"
"Es muss irgendein Fluch im UEFA-Pokal-Endspiel über Espanyol liegen", reflektierte er. "Zweimal haben wir den Einzug geschafft, zweimal haben wir nach Elfmeterschießen verloren. Es war ein grausames Ende - wir hatten einfach Pech." Nun müssen sich die Katalanen wieder auf die letzten Spiele in der Primera División konzentrieren, gleiches gilt auch für Sevilla, das neben der Meisterschaft auch noch die Copa del Rey gewinnen kann. "Das ist ein fantastisches Jahr für uns. Wir haben den UEFA-Superpokal gegen Barcelona gewonnen und jetzt haben wir den UEFA-Pokal verteidigen können. Was auch immer jetzt noch passieren mag, diese Saison war ein voller Erfolg für uns", schloss Ramos.

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