Palops größter Tag

Sevilla FC - RCD Espanyol 2:2 (n.V., Sevilla siegt 3:1 n. Elfmeterschießen) Sevillas Torhüter Andrés Palop bescherte den Andalusiern den UEFA-Pokal.

"Die meisten haben noch nie ein Europapokalfinale bestritten", erinnerte sich Juande Ramos, nachdem Sevilla FC das Finale des UEFA-Pokals 2007 gegen RCD Espanyol gewonnen hatte.

Sevilla FC hat es als zweite Mannschaft geschafft, den UEFA-Pokal erfolgreich zu verteidigen. Nach einem dramatischen Finale gegen RCD Espanyol setzten sich die Andalusier in Glasgow im Elfmeterschießen durch.

Auf Reals Spuren
Der Titelverteidiger, der in den Spuren von Real Madrid CF wandelt, das 1985 und 1986 den Pokal gewann, ging in der 18. Minute durch Adriano Correia in Führung, doch Albert Riera gelang schon zehn Minuten später der Ausgleich. Espanyol, das schon 1988 das Finale im Elfmeterschießen verloren hatte, kassierte in der zweiten Hälfte eine Gelb-Rote Karte für Moisés Hurtado, rettete sich aber in die Verlängerung. Dort schien Frédéric Kanouté – der schon im letzten Finale getroffen hatte – Sevilla mit dem 2:1 auf die Siegerstraße gebracht zu haben, doch wieder kam Espanyol zum Ausgleich, diesmal war Jônatas mit einem abgefälschten Schuss erfolgreich. Im fälligen Elfmeterschießen wurde dann Sevillas Torhüter Andrés Palop zum Helden des Tages, indem er die Strafstöße von Luis García, Jônatas und Marc Torrejón halten konnte.

Erfahrene Elf
Sevillas Trainer Juande Ramos startete mit neun Spielern, die schon letztes Jahr im Finale auf dem Platz gestanden hatten, der Ex-Stuttgarter Andreas Hinkel saß nicht einmal auf der Bank. Der Schachzug von Ramos, auf Erfahrung zu setzen, schien frühzeitig aufzugehen, hatten doch Enzo Maresca und Kanouté schon nach wenigen Minuten Chancen zum Führungstreffer. Espanyol kam aber langsam in Fahrt und hatte seinerseits gute Möglichkeiten, vor allem David Garcías Linksflanke, die Luis García für Raúl Tamudo passieren ließ, sorgte für Gefahr, aber der Schuss des Kapitäns der Katalanen wurde eine leichte Beute von Andrés Palop.

Adrianos Führung
Moisés Hurtado war dann der nächste, der mit seinem Flachschuss Sevillas Torhüter zu einer Glanzparade zwang. Nur Sekunden später fiel der erste Treffer der Partie, aber auf der anderen Seite. Palop hatte die fällige Ecke abgefangen und den Ball schnell auf Adriano auf dem linken Flügel abgeworfen. Der Brasilianer lief David García auf und davon, zog in die Mitte und ließ Gorka Iraizoz keine Abwehrchance.

Rieras Antwort
Sevilla dominierte nun die Partie und wäre kurz darauf um ein Haar mit 2:0 in Front gelegen. Doch diesmal fand eine flache Hereingabe von Linksverteidiger Ivica Dragutinović in der Mitte keinen Abnehmer. Überraschend gelang Espanyol nur wenige Minuten später der Ausgleich, als Riera am Strafraumeck Daniel Alves austanzte und dann auch noch Glück hatte, dass sein Schuss vom Rechtsverteidiger Sevillas unhaltbar für Palop abgefälscht wurde. In einer rasanten Begegnung hatten beide Seiten vor der Pause noch gute Möglichkeiten für weitere Treffer, die beste davon vergab Luis Fabiano mit einem zu hoch angesetzten Volleyschuss nach erneuter Flanke von Dragutinović.

Palop in Aktion
Die zweite Hälfte knüpfte nahtlos da an, wo die erste aufgehört hatte. Beide Torhüter wurden schon in den ersten Minuten gefordert, bestanden aber ihre Prüfungen mit Bravour. Zunächst konnte Iraizoz einen 20-Meter-Schuss von Kanouté im Nachfassen parieren, dann boxte Palop einen Schuss von Tamudo mit einer Faust über die Latte, ehe er auch gegen Riera mit einer spektakulären Parade Schlimmeres verhindern konnte und den angeschnittenen Ball an die Querlatte lenkte.

Rote Karte
Espanyol verlor dann Moisés Hurtado durch Gelb-Rot, als dieser den eingewechselten Aleksandr Kerzhakov zu Fall brachte. Sevilla drängte nun die Katalanen immer weiter zurück in die eigene Hälfte und hatte die Partie fest im Griff. Kerzhakov, Kanouté, Dragutinović und Renato hatten gute Gelegenheiten, alles klar zu machen, doch Espanyol rettete sich mit viel Glück und einem guten Torhüter in die Verlängerung.

Dramatik pur

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