Der #UEL-Titel führt über Frankfurt

Nach einer grandiosen kämpferischen Vorstellung gegen Benfica steht Eintracht Frankfurt im Halbfinale der UEFA Europa League - alleine das ist schon ein herausragender Erfolg, muss aber noch lange nicht alles gewesen sein.

Feiern mit ihren Fans - das durften die Frankfurter in dieser Saison schon mehrfach
Feiern mit ihren Fans - das durften die Frankfurter in dieser Saison schon mehrfach ©Getty Images

Nach einer neuerlichen magischen Fußballnacht im Frankfurter Stadtwald und einem 2:0-Sieg gegen Benfica steht die Eintracht im Halbfinale der UEFA Europa League. Nicht nur Trainer Adi Hütter schwärmte von einem "überragenden Europapokal-Abend". UEFA.com-Reporter Jürgen Baumgartner glaubt, dass noch weitere solcher Nächte folgen können.

Titelambitionen? Ball flach halten, ist die Devise

Direkt nach dem Schlusspfiff überwog natürlich erst einmal die Freude über den großen Coup, immerhin steht die Eintracht erstmals seit dem UEFA-Pokal-Triumph 1980 wieder in der Vorschlussrunde eines europäischen Vereinswettbewerbs. Doch wer auf dem Weg ins Halbfinale drei Teams ausschaltet, die in der UEFA Champions League in die Saison gestartet sind, kann sicherlich nicht der krasse Außenseiter unter den letzten vier Teams sein, auch wenn Hütter ganz bescheiden erklärte: "Wir sind vielleicht der am wenigsten erwartete Halbfinalist. Chelsea ist Favorit."

Ans Limit - und darüber hinaus

Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr für Kevin Trapp
Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr für Kevin Trapp©Getty Images

Wer diese Eintracht gegen Benfica sehen durfte, der wurde Zeuge einer aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft, die teilweise auch über ihre Grenzen ging. Egal ob Filip Kostić und Danny da Costa auf den Außenbahnen, Sebastian Rode und Gelson Fernandes im Zentrum oder Ante Rebić im Angriff: Auf der Tribüne hatte man bei mehreren Akteuren das Gefühl, dass sie vor Müdigkeit eigentlich gleich umfallen müssten, aber im Gegenteil - gleich darauf zogen sie den nächsten Sprint oder setzten zur nächsten Grätsche an.

"Ich denke eigentlich nach jedem Spiel, so das wars dann... Aber dann erholt man sich die Tage wieder ganz gut und greift am nächsten Tag schon wieder an, 90 Minuten Vollgas", gab da Costa zu. Dieser unbändige Wille ist bewundernswert, und nachdem der Wille bekanntlich Berge versetzen kann, hat Frankfurt hier schon mal ein dickes Plus.

Herausragende zweite Reihe

Nach der Sperre von Evan N'Dicka und der Verletzung von Martin Hinteregger schlug gegen Benfica die Stunde von Simon Falette. Drei Monate stand dieser im zweiten Glied, doch als er gebraucht wurde, war er da - und wie! Hütter meinte sogar: "Ich möchte zwei Spieler hervorheben: Simon Falette und Ante Rebić. Simon hat genau das verkörpert, was uns auszeichnet." Der Hochgelobte meinte allerdings ganz bescheiden: "Meine Kollegen haben mir sehr dabei geholfen, ins Spiel zu finden."

Ungewöhnlicher Torjäger

Sebastian Rode erzielte das entscheidende zweite Tor für Frankfurt
Sebastian Rode erzielte das entscheidende zweite Tor für Frankfurt©Getty Images

Frankfurt ist ja bekannt für seine offensive Power und Torgefährlichkeit, doch den Namen Sebastian Rode ließt man eher selten in der Aufzählung der Torschützen. "Ich konnte es selbst kaum glauben, als er drin war, dass ich auch mal wieder ein Tor mache - und dann auch noch so ein wichtiges!", schmunzelte Rode. Vielleicht haben sich ja Rebić, Luka Jović und Co. ihre Tore für die weiteren Spiele aufgehoben...

Fazit: Alles ist möglich

"Auch wenn man es normalerweise nicht sagen will, aber international sind die Sinne dann doch ein bisschen mehr geschärft als am Wochenende", gab Rode freimütig zu. Wenn es der Eintracht gelingt, auch gegen Chelsea diese mentale Stärke auf den Platz zu bringen, können auch die Blues geschlagen werden. Das passende Schlusswort dazu liefert Mijat Gaćinović: "Wir glauben an uns. Wenn wir zu unserem Spiel finden, haben wir immer eine Chance." Gegen Chelsea, und genauso in einem möglichen Finale.

Oben