Salzburg patzt - klare Verhältnisse in Neapel

Salzburg muss sich der SSC Napoli deutlich geschlagen geben. Milik, Ruiz und ein Eigentor von Onguéné sorgen für viel Aufholbedarf der Bullen für das Rückspiel.

Arkadiusz Milik brachte Napoli in Führung
Arkadiusz Milik brachte Napoli in Führung ©AFP/Getty Images

SSC Napoli gegen FC Salzburg - noch nie waren sich beide Teams bisher gegenüber gestanden. "Es ist die größte Herausforderung, der wir uns jemals gestellt haben", sagte Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund am Tag vor dem Achtelfinal-Hinspiel im San Paolo von Neapel. Die Elf von Trainer Marco Rose hatte mit der gegnerischen Mannschaft von Trainerlegende Carlo Ancelotti tatsächlich viel Mühe.

Schon nach zehn Minuten verwandelte Arkadiusz Milik einen Pass in die Tiefe von Dries Mertens eiskalt zur Führung. Ein missglückter Ball von Jérôme Onguéné und ein Zuckerzuspiel von Mertens legten die Rutsche für das 1:0 des polnischen Goalgetters im Napoli-Dress. Eine sinnbildliche Aktion für die gesamte erste Hälfte.

Fabián Ruiz traf für Napoli zum zwischenzeitlichen 2:0
Fabián Ruiz traf für Napoli zum zwischenzeitlichen 2:0©Getty Images

Die Gastgeber waren giftiger und klar dominanter, auch wenn Salzburg durch Patson Daka den Ball sogar im Netz von Napoli-Keeper Alex Meret unterbrachte, jedoch stand der Bullenstürmer beim Torversuch im Abseits. Napoli blieb weiterhin eiskalt und brachte Marco Rose zur Verzweiflung, denn nach 18 Minuten stand es durch einen Treffer von Fabián Ruiz bereits 2:0.

Salzburg wirkte in der Folge noch mehr von der Rolle, so dass es sich Napoli sogar leisten konnte, einen Gang zurückzuschalten. Die Gäste kamen nun einen Hauch besser in die Partie, wirkten aber, als ob sie von der längeren Ballbesitzzeit ein wenig überfordert wären. Völlig ungewohnt für die Salzburger, die in der bisherigen Saison oftmals sehr souverän agierten.

In der Halbzeit-Pause analysierte der Sportdirektor der Gäste den Zwischenstand mit nüchternem Blick. "Wir haben gut ins Spiel gefunden, waren richtig gut drin. In der Phase danach haben wir dann aber auch zu viele Eigenfehler gemacht. Napoli hat diese kleinen Fehler eiskalt ausgenutzt und den Klassenunterschied deutlich gemacht", so Freund.

Keine zwei Minuten nach dem Seitenwechsel hatte Munas Dabbur die bis dato beste Gelegenheit für die Gäste, fand in Meret aber seinen Meister. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Bullen. Nur wenige Minuten später hatte Mertens mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze die nächste Topchance, jedoch auf der anderen Seite.

Jérôme Onguéné (verdeckt) unterlief ein Eigentor zum 3:0 für Napoli
Jérôme Onguéné (verdeckt) unterlief ein Eigentor zum 3:0 für Napoli©AFP/Getty Images

Gerade als die Partie wieder offen schien, brachte ein Eigentor von Onguéné das 0:3 aus Salzburger Sicht. Eine Flanke von Mário Rui, die eigentlich Dries Mertens hätte erreichen sollen, setzte unglücklich und unhaltbar per Kopf ins eigene Gehäuse.

Salzburg mühte sich oft, aber auch vergebens ab, das so wichtige Auswärtstor noch zu erzielen. Am nächsten kam dem Ehrentor Fredrik Gulbrandsen, der im Finish sogar zwei Gelegenheiten zur Ergebniskorrektor ungenutzt ließ. Und Napoli? Das steckte nicht zurück.

André Ramalho musste bei einem Schuss von José Callejón auf der Linie klären. Ancelotti brachte seinen Starspieler Lorenzo Insigne, und Milik und Co. ließen noch zwei hochkarätige Chancen aus.

Einziger Hoffnungsschimmer der Salzburger könnten die Gelb-Sperren fürs Rückspiel von Kalidou Koulibaly und Nikola Maksimović sein. Beide stehen nach den gelben Karten am heutigen Donnerstag in Salzburg nicht Verfügung. Jedoch auch Salzburgs Mittelfeldmotor Xaver Schlager muss im Rückspiel aus ebendiesem Grund zusehen.

Nach dem Spiel war bei den Salzburgern große Enttäuschung zu spüren, allen voran bei Kapitän Andreas Ulmer. "Die ersten Minuten haben uns gehört, wir sind richtig gut reingekommen, dann ist es aber schwierig geworden. Napoli hat gezeigt, welche Qualität sie haben. Ich glaube, dass wir jetzt nicht ans Ergebnis im Rückspiel denken sollen, sondern an die Performance und an das, was wir besser machen können. Alles andere werden wir dann sehen."

Stefan Lainer, der zu Beginn der Saison beinahe von der Salzach nach Neapel gewechselt wäre, reagierte ähnlich. "Ich denke, dass wir unsere Stärken nicht richtig auf den Platz gebracht haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Gegen so eine Mannschaft werden Fehler eben sofort bestraft", so der Verteidiger. "Wir können uns einige Dinge anschauen, die wir im Heimspiel besser machen müssen. Die Hoffnung für das Rückspiel ist aber da."

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