Wiens Fußballgott nimmt seinen Hut

Bei Rapid nennen sie ihn nur "Fußballgott": Steffen Hofmann, Rapid-Rekordspieler und Ehrenkapitän, verabschiedete sich nach 16 Jahren in Wien vom Profifußball, von Freunden und den Rapid-Fans.

Steffen Hofmann feiert das 2:0 gegen CSKA-Sofia im Oktober 2010
Steffen Hofmann feiert das 2:0 gegen CSKA-Sofia im Oktober 2010 ©Getty Images

Steffen Hofmann hat sich von der Fußballbühne verabschiedet. Über 25 000 Fans brachten ihrem Rapid-Idol die letzte Ehrerbietung auf und feierten ihn ein allerletztes Mal im Stadion. Dabei gewann eine Hofmann-Auswahl mit 4:2 gegen den SK Rapid.

16 Jahre trug der 37-jährige Deutsche das Rapid-Trikot. 2005 und 2008 durfte er sich mit Grün-Weiß über den Meisterteller in der Bundesliga freuen. Mehrere Male wurde er von Journalisten und Fußballer-Jurys zum Spieler des Jahres gewählt. Am 20. Mai 2018 war im Heimspiel gegen den SCR Altach Schluss mit dem Profi-Fußball. Sein letztes Pflichtspiel krönte er noch mit einem Tor zum 4:1-Endstand. 

Insgesamt 128 Tore und 208 Vorlagen erzielte Hofmann in 540 Pflichtspielen, davon 71 Partien im Europacup. Damit hält der Deutsche heute zwei Vereinsrekorde, die noch längere Zeit ungebrochen sein werden. Die Nummer 11 des SK Rapid hat als Kapitän in 16 Jahren alles für den Verein und für die Fans gegeben. Die haben ihm sogar verziehen, dass er 2006 für ein halbes Jahr in die zweite deutsche Bundesliga ging, um sich dort beim TSV 1860 München zu versuchen. Er kam wieder zurück zu Rapid, trug ab 2008 neuerlich die Kapitänsschleife und wurde zum zweiten und bisher auch letzten Mal österreichischer Meister.

Zumindest elf Jahre lang soll Hofmanns Trikotnummer 11 nicht mehr vergeben werden. Er durfte sie ein letztes Mal am heutigen Abend, der ganz nach dem Geschmack der Fans verlief, ausführen. Zum Karriere-Abschluss gewann Hofmann sein Abschiedsspiel gegen die Kampfmannschaft des SK Rapid. Die Auswahl aus Wegbegleitern und Ex-Rapid-Spielern besiegte die im Schongang agierende Bundesliga-Mannschaft der Hütteldorfer mit 4:2.

"Steffen und Friends", unter anderem mit noch aktiven Spielern wie Deni Alar, der erst vor wenigen Wochen zurück zu Rapid wechselte, Erwin Hoffer und Ümit Korkmaz, aber auch mit Carsten Jancker, Peter Hlinka oder Ex-Rapid-Torhüter Ladislav Maier, siegte dank vier Toren des Rapid-Ehrenkapitäns. Mit Owen Hargreaves war auch sein ehemaliger Mitspieler beim FC Bayern mit dabei. Trainer der Hofmann-Auswahl war Ex-Rapid-Meistercoach Peter Pacult.

Unter Tränen und zu den Klängen von "Time to say Goodbye" ging es noch einmal vor die Fantribüne und zu einem letzten, sentimentalen Ehrengang im nur von Mobiltelefonen und Feuerzeugen erleuchteten Stadion. "Es war wirklich großartig. Ich bin sehr dankbar für alles, was passiert ist. Ich sage Danke und Servus", so der Rapid-Rekordspieler. 

Auch wenn man Steffen Hofmann in Zukunft nicht mehr auf dem Spielfeld stehen wird, wird er weiter bei Grün-Weiß zu sehen sein, wenn auch nur mehr als Nachwuchs- und Talente-Manager. Zuvor geht es aber noch einmal in den Urlaub - ein Geschenk des Vereins und mit viel Augenzwinkern. Gemeinsam mit Ex-Rapid-Trainer Josef Hickersberger geht es nach Marbella, ausgerechnet zum Golfspielen.

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