Schlitzohr Steffen

Renato Steffen überzeugt mit seinem starken Auftritt beim Heimspiel gegen Titelverteidiger Sevilla auch die letzten Skeptiker unter den Fans des FC Basel.

Renato Steffen lässt die anfänglichen Pfiffe gegen ihn verstummen
Renato Steffen lässt die anfänglichen Pfiffe gegen ihn verstummen ©AFP/Getty Images

Renato Steffen gilt als frecher Hund, der auf dem Platz um wenig verlegen ist. Unvergessen seine Auseinandersetzung mit Taulant Xhaka, seinem heutigen Teamkollegen, als er noch das Dress der Berner Young Boys trug. Der Zank Steffen vs. Xhaka füllte die Zeitungsspalten wochenlang. Schmährufe gegnerischer Fans waren an der Tagesordnung.

In diesem Winter wechselte Steffen zum FCB. Kein Wunder, dass seine erste Einwechslung von manchen Pfiffen der Basler Fans begleitet wurde. Wetten, dass die spätestens mit dem Spiel gegen Sevilla Vergangenheit sind? Steffen fightete nicht nur selbstlos, eroberte Bälle, er powerte auch nach vorne. Und zeigte bei seiner Flanke auf Marc Janko, die zur besten Chance des Spiels führte, was auch technisch in ihm, dem starken Sprinter, steckt.

Dass er nach der Pause für den verletzten Michael Lang nach links wechseln musste? Kein Problem. Steffen ersetzte den etatmäßigen rechten Außenläufer problemlos.  Es ist ein weiterer Höhepunkt eines Emporkömmlings. Steffen, inzwischen 24 Jahre alt, kickte vor vier Jahren noch in der fünften Schweizer Liga und arbeitete als Maler im Baugewerbe.

Nun ist er nicht nur Stammkraft beim Branchenprimus, nachdem er beim FC Thun den Sprung in die Super League geschafft hatte und bei den Young Boys zum Kicker gehobener Klasse gereift war. Er ist auch Schweizer Nationalspieler - im Herbst 2015 debütierte er beim 7:0 gegen San Marino unter Vladimir Petkovic. Gut möglich also, dass Steffen im Kader der Schweizer bei der UEFA EURO 2016 in Frankreich dabei ist.

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