In den Schuhen des Vaters

Dario Zuffi wurde einst verehrt beim FC Basel - Sohn Luca inzwischen auch, dank seiner beiden unglaublichen Tore zum dramatischen 2:1-Sieg im Rückspiel der Runde letzten 32 gegen St-Etienne.

Luca Zuffi (l.) ist der neue Held in Basel
Luca Zuffi (l.) ist der neue Held in Basel ©Getty Images

Dario Zuffi war mal ein Held, in Basel zumindest. Von 1993 bis 1998 kickte er in Rot-Blau, war Teil jener Mannschaft, die 1994 die sechsjährige Trauerperiode des stolzen FCB in der Nationalliga B mit dem Wiederaufstieg beendete. Dario, 17-facher Schweizer Nationalspieler, ist heute Trainer im Nachwuchs des FC Winterthur - und stolzer Vater von FCB-Spieler Luca. Der mittlere seiner drei Söhne ist zwar ein anderer Spielertyp als der Vater. Nicht so antrittsschnell, nicht so frech auf dem Flügel - aber inzwischen mindestens so erfolgreich wie Zuffi senior.

Dass er ballsicher ist, nervenstark, einen feinen letzten Pass hat, gute Standards schlägt - das wusste man seit längerem. Schon bevor man ihn 2014 vom FC Thun holte. Basels Trainer Urs Fischer, der Luca schon in Thun trainierte, kannte die Vorzüge des bescheidenen, ruhigen Mannes ohnehin einzuschätzen.

Ab und zu macht er auch offensiv Furore. Sein Freistoßtor zur Basler Führung gegen St-Etienne? Weltklasse. Wie er die Nerven behält, als er in der 95. Minute den Ball von Michael Lang zugespielt bekommt? Brillant. Auch der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic kennt seine Stärken, berief ihn im vergangenen Herbst für die Spiele gegen San Marino und Estland in der Qualifikation zur UEFA EURO 2016 erstmals in sein Aufgebot.

Eigentlich ein Sechser, spielt Zuffi inzwischen oft auf der Zehn oder - wie gegen St-Etienne - auf der Acht. Experten sehen ihn als klassischen Zweiwegspieler - also als Spieler, der offensiv wirkt und defensiv gut arbeitet.

Das einzige Manko erkennt manch einer in fehlender Schnelligkeit. Er habe nur einen Gang, könne zu wenig variieren, könne zu wenig Tempo machen, wenn es nötig sei. Spielt Zuffi aber so wie gegen St-Etienne, werden auch die letzten Kritiker verstummen. Vater Dario, der jedes Spiel sieht, wenn es die Zeit zulässt, hat er längst überzeugt.

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