Die Bilder der Gruppenphase

Titelverteidiger Atlético Madrid und Juventus sind bereits ausgeschieden, während Napoli nach dramatischen Endspurten in Europa überwintert. UEFA.com hat sich einige Höhepunkte der Gruppenphase herausgepickt.

Edinson Cavani und Napoli machten während der Gruppenphase immer wieder Schlagzeilen
Edinson Cavani und Napoli machten während der Gruppenphase immer wieder Schlagzeilen ©Getty Images

144 Partien hat es in der Gruppenphase der UEFA Europa League gegeben, dabei fielen 390 Tore. Das sind die nackten Zahlen, aber natürlich steckt viel mehr dahinter. UEFA.com hat ein wenig genauer hingeschaut und eine Auswahl der bemerkenswertesten Ereignisse der Gruppenphase 2010/11 getroffen.

Titelverteidiger draußen
Eines ist jetzt schon klar, am Ende der Saison wird ein neuer Name in den Pokal eingraviert werden, weil Titelverteidiger Club Atlético de Madrid als Dritter der Gruppe B die K.-o.-Runde nicht erreicht hat. Von der Niederlage am ersten Spieltag bei Aris Thessaloniki FC haben sie sich nicht mehr erholen können, und als sie auch noch am 5. Spieltag daheim gegen die Griechen verloren, war ihr Schicksal praktisch besiegelt. Das späte Tor von Nikos Lazaridis sorgte für einen 3:2-Sieg des Außenseiters. So hätte Atlético am letzten Spieltag beim feststehenden Gruppensieger Bayer 04 Leverkusen gewinnen und darauf hoffen müssen, dass Aris, ungeschlagen in 25 Europapokalheimspielen, daheim gegen Rosenborg BK verlieren würde. Nichts dergleichen geschah.

Ehemalige Sieger
Andere ehemalige Gewinner machten es da schon besser. Der FC Zenit St Petersburg, der 2008 den UEFA-Pokal holte, gab keinen einzigen Punkt ab. Ligarivale PFC CSKA Moskva, Pokalsieger im Jahre 2005, hätte dies eigentlich auch schaffen können, aber am 6. Spieltag ließen sie gegen den AC Sparta Praha die Zügel ein wenig schleifen. Dennoch sind sie eine von acht ungeschlagenen Mannschaften neben Zenit, FC Porto, Paris Saint-Germain FC, Liverpool FC, PSV Eindhoven, Leverkusen und Juventus, das die bislang erst zweite Mannschaft wurde, die in allen sechs Partien
in der Gruppenphase eines UEFA-Vereinswettbewerbs unentschieden spielte.

Das Unerwartete erwarten
Oft ging es außerordentlich dramatisch zu, besonders wenn der SSC Napoli involviert war. Die Partenopei lag beim FC Utrecht mit 1:3 hinten und kam noch zu einem Remis, doch noch bemerkenswerter war es, was die Süditaliener am 2. Spieltag beim FC Steaua Bucureşti zuwege brachten. Die Mannschaft von Marius Lăcătuş führte nach 16 Minuten schon mit 3:0, ehe einer seiner Spieler des Platzes verwiesen wurde. Napoli kam langsam in Fahrt, erholte sich, und Edinson Cavani erzielte noch das 3:3 - in der 98. Minute. Der Uruguayer war es auch, der am 6. Spieltag, tief in der Nachspielzeit, das entscheidende Tor gegen die Rumänen schoss, das seine Mannschaft in die Runde der 32 brachte - auf Kosten von Steaua.

Süße Sensation
Aber Napoli hatte das Monopol auf ein 3:3 nicht gepachtet. Der Schweizer Zweitligist FC Lausanne-Sport schaffte dies bei Sparta, während ein Dreierpack Artjoms Rudņevs dafür sorgte, dass KKS Lech Poznań bei Juventus ebenfalls zu einem 3:3 kam. Der 22-Jährige bekam dafür allerorten Lob, das ihn offenbar so inspirierte, dass er am 5. Spieltag, als beide Teams abermals unentschieden spielten, erneut ein Tor schoss.
Damit war Lech durch, während Juve ausschied, aber Mannschaftskollege Semir Štilić, dessen Eckball in Poznan zum Tor von Rudņevs führte, war nicht so ganz zufrieden: "Artjoms hat mir für meine Vorlage noch nicht gedankt, aber irgend eine Art Lohn erwarte ich. Ich denke, dass es ein hübscher Kuchen tun würde."

Auf den Spuren Mourinhos?
Acht Jahre ist es her, dass ein junger und aufstrebender portugiesischer Trainer durch ein 3:2 gegen Celtic FC mit dem FC Porto den UEFA-Pokal gewann. Seitdem ist es mit José Mourinho immer weiter nach oben gegangen. André Villas-Boas, der schon unter dem Großmeister arbeitete, lehnt natürlich jeden Vergleich ab mit dem derzeit wohl besten Vereinstrainer der Welt, aber seit der 33-Jährige im Juni im Dragão
das Regiment
übernommen hat, führte er Porto an die Tabellenspitze der portugiesischen Meisterschaft und ungeschlagen in die Runde der letzten 32 der UEFA Europa League. Dabei half ihm natürlich auch Falcao, mit sieben Treffern bester Torschützes des Wettbewerbs.

Trainerkarussell
Wir bleiben bei den Trainern, denn allein sieben Vereine haben während der Gruppenphase ihre obersten Übungsleiter ausgetauscht, vier dieser Teams kamen weiter. Neben dem VfB Stuttgart sind dies Sevilla FC, der FC Dynamo Kyiv und PAOK FC. Zu den drei neuen Trainern, die dies nicht schafften, gehört Steauas Lăcătuş, dessen Mannschaft dem Sprung in die nächste Runde auf die unglücklichste Art und Weise verpasste, die möglich ist. Und AEK Athens FC kam aufgrund des direkten Vergleichs nicht weiter. Milen Radukanov, der fünfte Trainer des PFC CSKA Sofia in diesem Jahr, führte eine bis dahin punktlose Mannschaft in seinem ersten Europapokalspiel zu einem 2:1-Sieg beim SK Rapid Wien.
http://de.uefa.com/uefaeuropaleague/matches/season=2011/round=2000128/match=2003007/postmatch/report/index.html

Hattrick für Kapitän
Steven Gerrard, der über einhundert Europapokalspiele bestritten hat, braucht eigentlich nicht groß vorgestellt werden, doch erwähnenswert ist eine ganz besondere Heldentat, die sich an der Anfield Road zugetragen hat. Sein Liverpool FC lag gegen Napoli zur Halbzeit schon zurück, als der Kapitän eingewechselt wurde - es war sein einziger Einsatz in der Gruppenphase. 45 Minuten später verließ er den Platz mit dem Spielball unter dem Arm. Mit einem lupenreinen Hattrick in der letzten Viertelstunde hatte er die Partie komplett gedreht und seine Mannschaft der nächsten Runde einen wichtigen Schritt näher gebracht.

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