Hamburgs Finaltraum geplatzt

Lange Zeit sah der der Hamburger SV nach dem Treffer von Mladen Petrić wie der sichere Sieger aus, aber in nur sieben Minuten zerstörte Fulham mit einem Doppelschlag die Hamburger Finalträume.

Am Ende jubelte Fulham und steht am 12. Mai im Hamburger Finale
Am Ende jubelte Fulham und steht am 12. Mai im Hamburger Finale ©Getty Images

Der Traum des Hamburger SV ist geplatzt. Vor 22 500 Zuschauern im ausverkauften Craven Cottage des Fulham FC haben die Hanseaten unter dem neuen Interims-Trainer Ricardo Moniz den Einzug in das erste Finale der UEFA Europa League verspielt. Nach dem Führungstreffer von Mladen Petrić in der 22. Minute verlor der HSV mehr und mehr die Linie und musste sich am Ende mit 1:2 geschlagen geben.

Trotz der turbulenten Woche mit dem schwachen 1:5 gegen die TSG 1899 Hoffenheim und der anschließenden Entlassung von Trainer Bruno Labbadia zeigte sich die Mannschaft voll konzentriert und überzeugte am Anfang. Trainer Ricardo Moniz setzte im Sturm auf Petrić und Ruud van Nistelrooy. Auch Zé Roberto meldete sich fit und Youngster Dennis Aogo flog nachträglich nach London. Bei den Cottagers war der fragliche Bobby Zamora ebenfalls von Anfang an mit dabei.

In der zweiten Minute gab es die erste Schrecksekunde für den HSV. Zamora tauchte nach einem schönen Doppelpass mit Zoltán Gera vor Torhüter Frank Rost auf, doch der Keeper blieb lange stehen und parierte den Schuss von Zamora mit der linken Hand. Auf den Paukenschlag Fulhams folgte wenig und die Hanseaten bekamen das Spiel besser in den Griff. In der 14. Minute gab es den ersten gute Angriff der Hanseaten, doch Aaron Hughes klärte vor dem lauernden Petrić.

Was Zamora für Fulham ist, bedeutet Mladen Petrić für den HSV. In der 22. Minute hämmerte der kroatische Nationalspieler einen Freistoß aus 29 Metern mit links in das linke Kreuzeck. Torhüter Mark Schwarzer segelte so gut er konnte in Richtung des Balles, aber alle Bemühungen waren vergebens. Fulham war nun in der Pflicht, zwei Tore zu schießen und antwortete mit wütenden Angriffen. Brede Hangeland flankte scharf von der Grundlinie, verfehlte aber den heranstürzenden Duff im Strafraum knapp. Der Bundesligist beschränkte sich im Verlauf auf Konter und ließ Fulham kommen.

Beide Trainer vertrauten auch zu Beginn des zweiten Abschnitts ihrer Startelf und es bot sich ihnen das gleiche Bild. Der HSV kontrolliert, Fulham rannte an. Nach knapp einer Stunde verließ Fulhams gefährlichste Waffen den Platz. Zamora setzte sich erschöpft auf die Bank und Clint Dempsey war neu im Spiel. In der 63. Minute kam es zu einem Geniestreich der Londoner. Ein Freistoß auf Höhe der linken Eckfahne wurde kurz ausgeführt und Duff verfehlte den langen Pfosten um Haaresbreite. Nur drei Minuten später hätte Jarolím für Hamburg auf 2:0 erhöhen können, doch den harmlosen Schuss parierte Schwarzer locker.

In der 69. Minute schlugen die Cottagers eiskalt zu: Danny Murphy spielte einen langen Ball auf auf Davies, der den Ball aus vollem Lauf im Strafraum annahm. Demel war nicht im Bilde, Davies legte den Ball über ihn hinweg und vollstreckte unhaltbar für Rost zum 1:1. Der HSV war nun komplett verunsichert und Fulham drehte das Spiel tatsächlich noch. Nach einer Ecke herrschte Verwirrung im HSV-Strafraum, Gera nutzt die Möglichkeit und staubte nach 76 Minuten zum 2:1 ab.

Im Anschluss zog sich Fulham zurück, der HSV musste nun das Spiel machen, scheiterte aber wiederholt an der massiven Abwehr. In der Nachspielzeit hatte Van Nistelrooy noch einmal die Chance, verfehlte aber knapp. Damit war das Ausscheiden des Bundesligisten besiegelt - der Traum vom Finale im eigenen Stadion musste begraben werden.

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