Große Enttäuschung beim HSV

20 Minuten fehlten dem Hamburger SV zum Erreichen des UEFA-Europa-League-Endspiels im eigenen Stadion. Entsprechend groß war dann hernach auch die Enttäuschung bei Spielern und Offiziellen.

Ricardo Moniz scheiterte im ersten Pflichtspiel als HSV-Coach knapp am großen Triumph
Ricardo Moniz scheiterte im ersten Pflichtspiel als HSV-Coach knapp am großen Triumph ©Getty Images

Der Hamburger SV scheiterte im Halbfinale der UEFA Europa League mit 1:2 an Fulham FC, das sich nach einem 0:1-Rückstand stark zurück ins Spiel kämpfte und die Partie in nur sieben Minuten drehen konnte.

Mladen Petrić brachte die Gäste aus Deutschland in der 22. Minute mit einem sehenswerten Freistoß aus 29 Metern in Führung, doch die Hanseaten verloren zusehends ihre klare Linie und nach 69 Minuten stand es durch den Treffer von Simon Davies 1:1. Doch damit nicht genug - denn nur weitere sieben Minuten später markierte Zoltán Gera den 2:1-Siegtreffer und besiegelte das Ausscheiden des HSV.

Im Lager des Bundesligisten war die Enttäuschung riesig, die einmalige Chance verpasst zu haben, ein europäisches Endspiel im eigenen Stadion zu spielen, während die Londoner sich überschwänglich freuten, erstmals in der Vereinsgeschichte in einem Europapokalfinale zu stehen.

Ricardo Moniz, Trainer Hamburger SV
Die Enttäuschung ist extrem. Das zweite Mal in Folge [nach dem UEFA-Pokal-Halbfinale 2009] verpassen wir das Finale. Bereits in der ersten Halbzeit habe ich gesehen, dass wir uns zu früh zurückziehen. Es hätte uns klar sein müssen, dass so etwas gegen eine englische Mannschaft nicht funktioniert. Wir hatten zu wenig Ballbesitz, verlagerten nicht mehr, und zogen nicht mehr konsequent in den Strafraum. Damit machst du einen Gegner wieder stark und wir haben den Preis dafür bezahlt.

Bernd Hoffmann, Vorstandsvorsitzender Hamburger SV
Der Mannschaft kann man absolut keinen Vorwurf machen. Sie haben bis zur 70. Minute wirklich eine tolle Leistung gezeigt, hatten das Spiel im Griff. Nach dem 1:0 dachte ich, dass wir das Spiel nach Hause bringen, aber als das 1:1 aus dem heiteren Himmel fällt kommt das Publikum wieder auf und wir bekommen auch noch das 1:2. Das ist wirklich eine sehr bittere Stunde für uns. Wir haben jetzt zwei Jahre lang vom Finale im eigenen Stadion geträumt und 20 Minuten davor platzt der Traum. Das ist schon bitter.

Mladen Petrić, Hamburger SV
Warum es nicht gereicht hat ist schwer zu sagen. Nach dem 1:0 haben wir uns viel zu weit zurückgezogen, haben nicht mehr nach vorne gespielt. Dann kamen zu viele hohe Bälle und in der zweiten Halbzeit haben wir es nicht mehr geschafft, uns zu befreien und sind nicht mehr nachgerückt. Das war das Entscheidende heute. Das ist bis jetzt die größte Enttäuschung, die ich in meiner Karriere erlebt habe. Wir hatten die Riesenmöglichkeit, das Finale zu Hause zu spielen, haben es in der eigenen Hand und verspielen es.

Mark Schwarzer, Fulham FC
Der Start war ziemlich schlimm für uns. Sie hatten quasi nur einen Schuss auf das Tor und der war dann gleich drin. Das hat uns geschockt und es hat recht lange gedauert, bis wir wieder in Tritt kamen. In der zweiten Halbzeit wussten wir, dass, wenn wir ein Tor machen, dann können wir sie noch einmal unter Druck setzen. Es ist sehr schwer hier zu spielen, es ist ein enges Stadion und wir machen die Räume sehr eng. Das haben wir am Ende wirklich super gemacht. Ich freue mich auf das Endspiel, egal gegen wen es geht. Von Runde zu Runde hat keiner mit uns gerechnet, aber wir haben gezeigt, dass wir auch Fußball spielen können. In einem Endspiel über 90 oder 120 Minuten kann alles passieren.

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