"Spielen nicht Friede, Freude, Eierkuchen"

Das Rückspiel gegen PAOK Saloniki ist für Schalke nach dem 3:0 in Griechenland nur noch Formsache auf dem Weg ins Achtelfinale, dennoch werden es die Knappen nicht schleifen lassen.

Schalke lässt sich nach dem Sieg in Griechenland feiern
Schalke lässt sich nach dem Sieg in Griechenland feiern ©Getty Images

Wie soll man Motivation ziehen aus einem Duell, das schon längst entschieden scheint. Nach dem 3:0 vor einer Woche bei PAOK Saloniki ist Schalke das Weiterkommen ins Achtelfinale der UEFA Europa League praktisch nicht mehr zu nehmen. Trotzdem gehen sie das Spiel vor den eigenen Fans ernsthaft an.

Von einem Zitterspiel wagt natürlich niemand zu reden vor der auf Mittwoch vorgezogenen Partie. Wie sollte solch ein Gedanke auch entstehen, nachdem die Knappen das Hinspiel in Griechenland klar dominiert und dank der Treffer von Guido Burgstaller, Max Meyer und Klaas-Jan Huntelaar deutlich gewonnen hatten?

In diesem Spiel jedenfalls wollen sie nicht Geschichte schreiben, denn das würden sie, sollten sie wider Erwarten doch noch ausscheiden. Noch nie ist Schalke in 23 europäischen Saisons nach einem Auswärtssieg noch gescheitert. Und in 46 Jahren UEFA-Pokal und Europa League hat niemals eine Mannschaft einen Vorsprung von mindestens drei Toren im Rückspiel daheim noch hergeschenkt.

Dennoch soll der Schlendrian nicht einkehren. Das ist Schalke seinen treuen Fans, die trotz dieser Ausgangslage den Weg ins Stadion finden werden, schuldig. "Wir werden nicht Friede, Freude, Eierkuchen spielen können", sagte Kapitän Benedikt Höwedes. "Wenn ein Tor für PAOK fällt, kocht die Stimmung bei den gegnerischen Fans gleich wieder hoch."

Zur Selbstzufriedenheit gibt es beim Zehnten der Bundesliga wahrlich keinen Grund, wie am Sonntag das 1:1 in Köln gezeigt hat. Zwar wurde die kleine Serie auf fünf Pflichtspiele ohne Niederlage ausgebaut, aber wollen sie wirklich auch in der kommenden Saison europäisch spielen, muss mehr kommen. Mehr Leistung, mehr Punkte.

Deshalb werden sie das Spiel gegen Saloniki als bessere Übungseinheit sehen für das Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Hoffenheim. Nicht nachlassen, die Spannung aufrecht erhalten, nur so können jetzt noch fern scheinende Saisonziele erreicht werden.

Klar, am wahrscheinlichsten ist da der Gewinn des DFB-Pokals, auch wenn das Viertelfinale bei den Bayern stattfindet, was aber angesichts des Ligaspiels vor wenigen Wochen dort nicht unlösbar scheint. Noch größer, aber etwas unrealistischer, wäre es, anlässlich des 20. Jahrestags des Gewinns des UEFA-Pokals eine Wiederholung dieses Triumphs im Mai in Stockholm anzustreben.

Doch bis dahin aber gäbe es große Wackersteine aus dem Wege zu räumen. Wenn am Freitag das Achtelfinale ausgelost wird, warten wahrscheinlich europäische Leckerbissen wie Manchester United, Lyon, die Roma oder Beşiktaş. Angesichts dieser heiteren Aussichten ist das Luxusproblem eines hohen Vorsprungs aus dem Hinspiel gegen PAOK doch leicht zu verschmerzen.