Schalke bereit für nächsten Schritt

In der Gruppenphase hatte Schalke keine großen Probleme, doch nun mit dem Spiel bei Shakhtar Donetsk wird es richtig schwer in der UEFA Europa League.

Neuzugang Younes Belhanda kennt Shakhtar aus eigener Anschauung
Neuzugang Younes Belhanda kennt Shakhtar aus eigener Anschauung ©Getty Images

Natürlich konzentriert sich Schalke in dieser Saison auf das Erreichen der UEFA Champions League, dennoch wollen die Knappen in der UEFA Europa League weiterhin von sich reden machen. In der Runde der letzten 32 steht nun das Hinspiel an – in Lwiw bei Shakhtar Donetsk in der Ukraine.

Vielleicht war ja das 1:2 am Wochenende in Mainz ein Warnschuss zur rechten Zeit, nachdem S04 mit zwei Siegen in die Rückrunde gestartet war. Aber braucht es wirklich einen Warnschuss gegen eine international so renommierte Mannschaft wie Shakhtar, die 2009 immerhin den UEFA-Pokal gewann?

Zugegeben, in der Gruppenphase der Königsklasse haben sie sich in dieser Saison nicht mit Ruhm bekleckert, was bei Gegnern wie Real Madrid oder PSG aber nicht verwundert. Die einzigen drei Punkte wurden daheim gegen Malmö geholt.

Weit besser hat sich da Schalke im europäischen Unterhaus angestellt. Mit nur drei Gegentreffern in der Gruppe K wurde das Team aus dem Ruhrgebiet nicht nur Gruppensieger, sondern war gemeinsam mit Napoli die defensivstärkste Mannschaft, auch wenn die Gegner bei weitem nicht so namhaft waren wie die von Shakhtar.

Eine Menge über die Mannschaft von Mircea Lucescu weiß der per Leihe gekommene Winterneuzugang Younes Belhanda, der am Freitag sein Startelfdebüt für Schalke gab und in Mainz das einzige Tor seiner Mannschaft schoss – sein erstes in der Bundesliga. "Ich habe mit Dynamo Kiew häufig gegen Shakhtar gespielt. Uns erwartet eine technisch starke Mannschaft mit vielen Brasilianern, die den Ball gut laufen lassen", sagt der marokkanische Nationalspieler, der am Tag des Rückspiels in einer Woche 26 Jahre alt wird.

Einer der "vielen Brasilianer" aber fehlt den "Bergmännern" jetzt, denn für unfassbare 50 Millionen Euro hat der chinesische Erstligist Jiangsu Suning Alex Teixeira geholt, der in der ersten Saisonhälfte in der Liga auf 22 Treffer für den Tabellenführer kam – auf fast die Hälfte der Tore seines Teams. Und auch den gesperrten Fred braucht niemand zu fürchten. Doch Belhanda warnt und ist zuversichtlich zugleich: "Donezk hat noch viele andere gute Spieler, auf die es aufzupassen gilt. Ich bin guter Dinge, dass uns das gelingen wird."

Während Belhanda mit großer Sicherheit wieder in der Startelf stehen wird, könnte dies auch auf einen anderen Neuzugang zutreffen, auf Alessando Schöpf. Der Österreich, der aus Nürnberg kam, in den drei Rückrundenspielen jeweils eingewechselt wurde und beim 3:0 gegen Wolfsburg sogar traf, sorgte für viel Belebung in der Offensive und ist nun ganz heiß auf sein Debüt in Europa.


"Vor ein paar Monaten habe ich noch in der 2. Bundesliga gekickt, jetzt geht es in der Europa League auf die Reise. Das ist schon Wahnsinn. Als kleines Kind träumt man davon, sich international mit anderen Teams zu messen. Nun geht dieser Traum tatsächlich in Erfüllung."

Vielleicht trägt der 22-Jährige ja selbst dazu bei, dass er noch öfter in dieser Saison eine weite Reise machen darf. Und dass diese ab dem Herbst sogar noch ein Stockwerk höher stattfinden.