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Europas Wunderkinder: Donis Avdijaj

Donis Avdijaj hat trotz seiner jungen Jahre schon einige Schlagzeilen gemacht, hat eine feste Ablösesumme von fast 50 Millionen in seinem Vertrag und erklärt, warum er "kein verwöhnter Teenager" ist.

Donis Avdijaj im Einsatz für Deutschlands U19
Donis Avdijaj im Einsatz für Deutschlands U19 ©Getty Images

Diese Woche schauen wir uns einen Spieler an, der trotz seiner jungen Jahre schon einige Turbulenzen hinter sich hat, redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, bei einem Leihgeschäft aufblühte und in seinem Vertrag eine Ablöseklausel von fast 50 Millionen Euro besitzt.

Name: Donis Avdijaj
Klub: SK Sturm Graz (ausgeliehen vom FC Schalke 04)
Debüt: 21. Februar 2015 (3:3 gegen SC Wiener Neustadt)
Position: Mittelfeld/Angriff
Nationalität: Deutscher/Albaner
Geboren: 25.08.1996
Bevorzugter Fuß: rechts
Größe: 172 cm

Andere sagen …
"Donis hat das Zeug, um wie Max Meyer für Furore zu sorgen. Aber Talent reicht nicht, es kommt auch auf den Kopf an."
Schalke-Manager Horst Heldt

Obwohl er so jung ist, hat er schon eine eigene Meinung. Solche Typen wollen wir doch alle haben. Donis hat riesige Qualität, darum haben wir ihn geholt. Wenn er fit ist, sieht man seine Qualität. Ich bin mit ihm sehr zufrieden."
Sturm-Coach Franco Foda

"Donis hat sich gut entwickelt. In Graz ist er Publikumsliebling. Wir warten aber das Feedback von [Scout] Mike Büskens ab, danach werden André Breitenreiter und ich entscheiden."
Schalke-Manager Horst Heldt über die Frage, ob man Avdijaj im Winter zurück nach Schalke holen will

Seine Geschichte ...
Die Knappen-Schmiede der Schalker hat in den letzten Jahren Spieler wie Julian Draxler, Max Meyer oder zuletzt Leroy Sané hervorgebracht und eben auch Donis Avidjaj, dem nach zahlreichen Toren in der Jugendbundesliga ein so hohes Potenzial zugesprochen wurde, dass die Königsblauen in seinen Vertrag eine Ablösesumme von knapp 50 Millionen Euro festschrieben. Ein Autounfall, schwankende Form und vorschnelle Aussagen führten dazu, dass er den Sprung in den Profikader nicht schaffte – lediglich in der UEFA Champions League nahm in der damalige Trainer Jens Keller einmal mit zu einem Auswärtsspiel bei Chelsea, setzte ihn aber nicht ein.

Spielstil …
Avdijaj bringt alles mit, was man als Offensivspieler braucht: Er hat aufgrund seines niedrigen Körperschwerpunkts eine hohe Beweglichkeit, eine gute Technik und sehr gute Beschleunigung und ist vor dem Tor schon sehr abgeklärt. Trotzdem setzt er auch gerne seine besser postierten Mitspieler in Szene, Gegner lässt er im Eins-gegen-Eins mit Wendigkeit und Körpertäuschungen aussteigen.

Erinnert an …
Er ist vielleicht sogar etwas torgefährlicher, doch von der Statur und den Bewegungen her, wenn er mit vielen kleinen Haken seine Gegenspieler narrt, erinnert er an den ehemaligen deutschen Nationalspieler Mehmet Scholl, der in seiner Jugendzeit übrigens auch durch die eine oder andere unbedachte, wenn auch nicht ganz so drastische, Bemerkung auffiel.

Erstes Ausrufezeichen ...
Nachdem es so schien, als sollte seine Karriere in Deutschland stagnieren, musste ein Wechsel ins Ausland her, um für neuen Schub zu sorgen. Vergangenen Winter lieh Schalke den Sohn albanischer Immigranten nach Österreich zum SK Sturm Graz aus und dort hat er auch seine Torgefährlichkeit wieder gefunden: im Kalenderjahr 2015 gelangen ihm bisher zwölf Pflichtspieltore, weitere acht bereitete er vor. Mit dem Grazer Trainer Franco Foda hat er eine Art väterlichen Unterstützer gefunden, dessen Ratschläge er scheinbar gerne annimmt.

Gute Aussichten …
Der Schritt in die österreichische Bundesliga hat der Entwicklung des Teenagers offensichtlich gut getan und nun denken die Königsblauen, deren Personaldecke in der Offensive etwas dünn ist, über eine vorzeitige Rückholaktion im Winter nach. Avdijaj und sein Management scheinen nicht abgeneigt und S04-Coach André Breitenreiter hat bereits in Paderborn gezeigt, dass er mit unkonventionellen Typen umgehen kann.

Er sagt …
"Fußball ist ein Sport mit Emotionen. Und meine Emotionen müssen manchmal raus. Ich weiß, wie ich aufgewachsen bin. Ich lebte in ärmlichen Verhältnissen, habe Kleidung vom Staat bekommen. Von 'verwöhnter Teenager' kann also nicht die Rede sein. Ich sage, was ich für richtig halte. Ich will ehrlich sein und erwarte diesen Charakterzug auch von den Leuten, mit denen ich zusammenarbeite. Ich will mit dem Fußball erreichen, dass ich meine Familie stolz und glücklich mache. Ein Lächeln von meinem Vater macht alles gut, egal wie schlecht es mir geht. Er hat aus mir den gemacht, der ich bin, und er hatte es tausendmal schwerer als ich."