Aubameyang schießt Qäbälä ab

Qäbälä - Dortmund 1:3
Mit drei Toren hat Pierre-Emerick Aubameyang die Borussia in Aserbaidschan im Alleingang zum Sieg geschossen.

Pierre-Emerick Aubameyang schoss alle drei Dortmunder Tore
Pierre-Emerick Aubameyang schoss alle drei Dortmunder Tore ©AFP/Getty Images
  • Dortmund gewinnt überzeugend mit 3:1 bei Qäbälä FK und baut die Tabellenführung in der Gruppe C aus
  • Nach anfänglichen Problemen bringt Dreifachtorschütze Pierre-Emerick Aubameyang den BVB in Front (31.)
  • Es ist dies das erste Europapokal-Gegentor für die Gastgeber in Baku seit 480 Minuten 
  • Kurz darauf legt der Gabuner noch ein Tor nach (38.) und sorgt für die Vorentscheidung, ehe er im zweiten Abschnitt alles klar macht (72.), daran ändert auch das Ehrentor durch Dodô (90.+3) nichts
  • Beide Mannschaften treffen am 5. November im BVB-Stadion erneut aufeinander

Borussia Dortmund hat mit einem 3:1 den bislang überzeugendsten Sieg in der laufenden Saison in der Gruppenphase der UEFA Europa League gelandet und damit einen weiteren Schritt Richtung K.-o.-Runde gemacht. Für alle drei Dortmunder Tore sorgte Pierre-Emerick Aubameyang,

Nach dem 2:0 in Mainz stellte BVB-Trainer Thomas Tuchel auf zwei Positionen um. Wie in Pokalspielen in dieser Saison üblich, stand Roman Weidenfeller statt Roman Bürki im Kasten, außerdem wurde Henrikh Mkhitaryan aus politischen Gründen daheim gelassen, für ihn spielte Jonas Hofmann.

Dortmund begann vogelwild und erlaubte dem Außenseiter in den ersten zehn Minuten gleich drei ordentliche Chancen, zweimal rettete dabei in letzter Sekunde Matthias Ginter. Aber langsam fing sich der BVB, und als die erste Halbzeit halb rum war, gab es die erste gute Chance für den Tabellenzweiten der Bundesliga. Bei einem Konter über İlkay Gündoğan scheiterte Aubameyang aus aussichtsreicher Position knapp an Dmytro Bezotosniy.

Genau eine halbe Stunde war gespielt, da hatte der Gabuner mehr Glück, als er nach Vorlage von Marco Reus aus 20 Metern den Ball über den Keeper ins lange Eck beförderte. Es war das erste Gegentor der Gastgeber im eigenen Stadion auf europäischer Bühne seit 480 Minuten.

Fortan wurde die Aufgabe für die Borussia einfacher, die das Spiel immer mehr dominierte und sieben Minuten später durch Aubameyang nach Doppelpass mit Shinji Kagawa die Führung verdoppelte, als er aus kurzer Distanz und spitzem Winkel den Ball am Keeper vorbeischlenzte. Das 2:0 war zugleich der Halbzeitstand, obwohl die Gastgeber in der Nachspielzeit eine hundertprozentige Chance durch Vojislav Stanković vergaben, als der den Ball aufs 30 Zentimetern Entfernung über den Kasten bugsierte.

Im zweiten Abschnitt ließen es die Dortmunder wie jene Pferde angehen, die nicht höher springen, als es nötig ist. Chancen gab es kaum mehr - bis zur 72. Minute. Gerade hatte Hofmann eine der wenigen Möglichkeiten vergeben, da war erneut der Torschütze des Tages zur Stelle. Der eingewechselte Sven Bender versuchte es nach einer Ecke per Volleyschuss, der Keeper ließ den Ball prallen, und im zweiten Versuch brachte Aubameyang die Kugel aus kürzester Distanz im Kasten unter. Sein sechstes Tor im laufenden Wettbewerb.

Kurz darauf hätte Reus erhöhen müssen, auch Aubameyang hatte noch eine große Chance, aber es waren die Gastgeber, die in der Nachspielzeit durch Dodô trafen. Dortmund kann schon für die K.-o.-Runde planen, Qäbälä hat praktisch keine Chancen mehr aufs Überwintern in Europa.

Aubameyang macht den Unterschied
Der Gabuner wird immer wertvoller für die Dortmunder. Sein Torriecher, gepaart mit ausgeprägtem technischem Vermögen, sorgten für den Sieg, der trotz der Fehler am Anfang am Ende deutlicher ausfiel, als es das Ergebnis vermuten lässt. Für Aubameyang waren es die Tore vier, fünf und sechs im laufenden Wettbewerb.

Gegner ernst genommen
Bis auf Mkhitaryan, der aus politischer Vorsicht daheim geblieben war, stand die beste zurzeit zur Verfügung stehende Mannschaft auf dem Platz. Möglicherweise nahm diese in den Anfangsminuten den Gegner dennoch auf die leichte Schulter, aber spätestens, als das Team aus Baku dreimal gefährlich vor dem Tor aufgetaucht war, begann Dortmund, die Partie gänzlich zu dominieren, was mit 70 Prozent Ballbesitz und einer 60-prozentigen Zweikampfquote auch unterstrichen wird.