Return to Play: Die UEFA bereitet sich auf die sichere Rückkehr ihrer Elite-Wettbewerbe vor.

Mehr erfahren >

Talking Points: Die Duelle in der Europa League

'Catenaccio' scheint für die italienischen Teams in Europa der Vergangenheit anzugehören, und warum es für Young Boys auch anders hätte laufen können. Die UEFA.com-Reporter haben einiges anzumerken.

Napoli schoss bei Trabzonspor vier Tore
Napoli schoss bei Trabzonspor vier Tore ©AFP/Getty Images

Das Ende des Catenaccio?
Vier der fünf italienischen Mannschaften haben nach Unentschieden in den Hinspielen der Runde der letzten 32 der UEFA Europa League unterschiedlich heikle Aufgaben vor sich. Während der AS Roma und Torino FC daheim gegen Feyenoord bzw. Athletic Club  nicht über ein Remis hinauskamen, haben die drei Teams aus der Serie A, die auswärts antraten, durchweg positive Ergebnisse eingefahren. Der SSC Napoli gewann mit 4:0 bei Trabzonspor AŞ, der FC Internazionale Milano holte bei Celtic FC ein 3:3, und der ACF Fiorentina sicherte sich ein 1:1 bei Tottenham Hotspur.

Wenn man die Angriffslust von Napoli, Internazionale und Fiorentina sieht, könnte man mutmaßen, dass die italienische Defensivkunst der Vergangenheit angehört. Der 'Catenaccio' mag zwar verbannt sein, aber viele Jahre galt für Klubs vom Stiefel eine Regel: 'prima non prenderle' – zuallererst keine Treffer kassieren. Möglicherweise sind die Hinspiele ein Hinweis darauf, dass sich die Mentalität gewandelt hat. Die Roma und Torino müssen in der nächsten Woche treffen, wollen sie Europa erhalten bleiben. Paolo Menicucci

Roma - Feyenoord 1:1, Torino - Athletic 2:2, Trabzonspor - Napoli 0:4

©Getty Images

Soldado trifft endlich ins Tor
Die wichtigste Frage für Tottenham in den letzten Wochen war nicht mehr, ob Harry Kane sogar noch zulegen kann, sondern die, was passiert, wenn der sich mal verletzt. Sechs Minuten brauchten die Fans an der White Hart Lane nur auf die Antwort zu warten. Dann traf Roberto Soldado und erinnerte daran, warum die Spurs im Sommer 2013 30 Millionen Euro für ihn an Valencia CF bezahlt haben. Zeitweise machte er seitdem kaum nachdrücklich auf sich aufmerksam, aber möglicherweise entwickelt sich der Spanier nun zu jenem Mann, der für Kane in die Bresche springen kann, wenn der mal eine Ladehemmung hat. Mark Pettit

Tottenham - Fiorentina 1:1

 Young Boys verpassen große Chance
Das Spiel in Bern erinnerte daran, wie schmal der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg sein kann, und wie ein oder zwei Sekunden den Ausgang eines Spiels entscheiden können. Nicht etwa, dass Everton FC den Sieg nicht verdient hätte – Romelu Lukaku hätte sogar fünf Tore schießen können -, aber dennoch war der Sieg deutlich zu hoch ausgefallen aus Schweizer Sicht.

Nachdem Everton durch ein tolles Tor von Guillaume Hoarau zurücklag, brauchten die Gäste noch im ersten Abschnitt nur vier Minuten, um den Spieß umzudrehen. Aber zunächst konnten sie sich bei Tim Howard bedanken, dass dieser ein weiteres Tor von Hoarau verhinderte und auch beim Nachschuss von Raphaël Nuzzolo zur Stelle war. Und hätte James McCarthy nach dem erneuten Treffer von Lukaku einen Schuss von Sekou Sanogo Junior kurz vor der Pause nicht via Pfosten abgewehrt, dann hätte es nicht zur Pause 3:1 für die Blues gestanden und es wäre vielleicht ganz anderes in der zweiten Halbzeit gelaufen. Stattdessen komplettierte Lukaku seinen Dreierpack, zudem verschoss Hoarau einen Elfmeter, und so wurden die Young Boys klar geschlagen, obwohl Everton das Spiel mit nur noch zehn Mann beendete. Die Merseysider stehen mit einem Bein im Achtelfinale, doch eigentlich hätte alles ganz anders kommen können. Ian Holyman

©AFP/Getty Images

Young Boys - Everton 1:4
Wundenlecken in Bern

Salzburg muss Verlust von Stars kompensieren
Der Verlust eines Schlüsselspielers ist niemals einfach, doch noch schwerer wird es, wenn der Star noch vor Beginn der K.-o.-Phase geht. Der österreichische Bundesligatabellenführer FC Salzburg musste seinen Sturm umstellen, nachdem im Winter Alan, der beste Torschütze in der Gruppenphase der UEFA Europa League, nach China zu Guangzhou Evergrande FC gewechselt war, während der slowenische Spielmacher Kevin Kampl für zwölf Millionen Euro zu Borussia Dortmund ging.

Villarreal CF stand gegen die Österreicher lange am Rande einer Niederlage, weil sich die Gäste weit besser präsentierten, aber der Treffer von Jonatan Soriano bei seinem Wiedersehen mit Spanien sorgte dafür, dass das Duell weiter spannend bleibt.

Salzburg hat eine Reihe von Stürmern geholt, um den Verlust von Alan und Kampl zu kompensieren. So den 20-jährigen Takumi Minamino, den man auch den 'japanischen Neymar' nennt, der von Cerezo Osaka kam. Und Marco Djuricin wurde vom SK Sturm Graz losgeeist, wo er in 18 Ligaspielen elfmal getroffen hatte. Können diese Neuverpflichtungen den Verlust der beiden Stars wettmachen und dafür sorgen, dass Salzburg die nächste Runde erreicht? Delfin Ramirez

Villarreal - Salzburg 2:1
Die Lehren aus dem Spiel im El Madrigal

Oben