Return to Play: Die UEFA bereitet sich auf die sichere Rückkehr ihrer Elite-Wettbewerbe vor.

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Freiburg verspielt Sieg

SC Freiburg - FC Slovan Liberec 2:2
Freiburg lag nach Toren von Julian Schuster und Admir Mehmedi schon vorn, doch die Gäste kamen noch zum Ausgleich.

Nach seinem 2:0 konnte Admir Mehmedi noch jubeln
Nach seinem 2:0 konnte Admir Mehmedi noch jubeln ©AFP/Getty Images

Der SC Freiburg hat bei der Rückkehr auf die europäische Bühne einen Sieg verpasst. Zum Auftakt der Gruppe H der UEFA Europa League lagen die Breisgauer gegen den tschechischen Verein FC Slovan Liberec nach Toren von Julian Schuster (Elfmeter) und Admir Mehmedi schon mit 2:0 vorn, ehe sie im zweiten Abschnitt innerhalb von sieben Minuten zwei Treffer durch Vladyslav Kalitvintsev und Michael Rabušic kassierten und elf Minuten vor dem Ende auch noch Karim Guédé nach seiner zweiten Gelben Karte des Feldes verwiesen wurde. Kurz vor Schluss musste bei den Gästen Serhiy Rybalka vom Platz.

Trainer Christian Streich wechselte im Vergleich zur 1:2-Niederlage am Samstag beim FC Augsburg gleich auf fünf Positionen. In der Abwehr standen für Fallou Diagné und Nicolas Höfler nun Pavel Krmaš und Christian Günther auf dem Platz, zudem musste Francis Coquelin für Sebastian Kerk weichen, und im Sturm spielten Mike Hanke und Mehmedi für Sebastian Freis und Guédé.

Gleich von Beginn an machten die Hausherren Druck, und keine zwei Minuten waren gespielt, da hatte Freiburg seine erste handfeste Chance. Nach einer Flanke von Hanke von der rechten Seite kam Mehmedi mit dem Kopf an den Ball, beförderte die Kugel aber über das Gehäuse. Hanke war es auch, der weitere drei Minuten später die zweite Chance auflegte, doch der Hammer von Jonathan Schmid aus 22 Metern ging flach unten am Tor vorbei.

Und so ging es weiter. Diesmal war es Oliver Sorg, der in den Strafraum eindrang, zunächst am ersten Tschechen hängenblieb, es noch einmal versucht und Pech hatte, dass sein Schuss zur Ecke abgefälscht wurde. Aber dieser Eckball war ebenfalls gefährlich, doch der Schuss von Schmid wurde abermals von einem Gegenspieler abgefälscht. Es waren erst zehn Minuten gespielt.

Die nächste Chance? Sollte nur zwei Minuten auf sich warten lassen. Ein irres Geschoss aus der Distanz von Günther strich am langen Pfosten vorbei. Dann wieder Mehmedi. Nach Flanke von Günther fand er per Kopf in Keeper Přemysl Kovář seinen Meister. Es war ein Feuerwerk, das der Vorletzte der Bundesliga gegen den Dritten der tschechischen Liga abbrannte. Das Tor schien nur eine Frage der Zeit zu sein.

Und es war nur noch eine Frage von Minuten. Als Günther im Strafraum von Ondřej Kušnír gelegt wurde, zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Kapitän Schuster ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte (23.) Die begeisterten Fans sangen freudetrunken: "Wir holen den U-U-EFA-Cup und wir werden Deutscher Meister."

Nach einer halben Stunde die erste richtige Chance für die Tschechen. Nach Flanke von Michael Rabušic war es Dzon Delarge, der den Ball volley nahm und ihn aus kurzer Distanz - aber spitzem Winkel - ins Außennetz jagte.

Das war's aber auch schon, denn nun waren wieder die Freiburger dran, die in Mehmedi Mr. Hammer in ihren Reihen hatten. Den packte er aus, als er erst Rybalka mit einer Körpertäuschung übertölpelte und dann aus der Distanz derart scharf abzog, sodass der Slovan-Schlussmann wohl kaum eine andere Chance hatte, als die Kugel in den eigenen Kasten zu boxen (35.). Das 2:0 hatte bis zur Halbzeit bestand, obwohl Kerk noch ein tolles Geschoss abfeuerte, bei dem Kovář seine Mühe hatte.

Nachdem die Breisgauer in der ersten Hälfte Powerfußball gespielt und sich mächtig verausgabt hatten, ließen sie es im zweiten Abschnitt ruhiger angehen, sodass Slovan immer wieder gefährlich vor dem Tor auftauchte und aus heiterem Himmel den Anschluss erzielte. Doch den Fernschuss des eingewechselten Kalitvintsev hätte Oliver Baumann haben müssen, der Ball flutschte ihm durch die Finger (67.).

Jetzt wieder einen Gang zu- bzw. ein Tor drauflegen, schien die Devise beim SC, und es hätte beinahe wieder geklingelt, als Sorg aus 20 Metern abzog, doch um Zentimeter den Kasten verfehlte. Dafür fiel ein weiteres Tor auf der anderen Seite. Nach einem völlig unmotivierten Rückpass von Mehmedi sprintete Rabušic dazwischen und traf zum Ausgleich.

Und wenig später hätten die Gäste sogar in Führung gehen können. Zunächst hielt Baumann beim Schuss von Rabušic, den Abpraller setzte dieser an den Pfosten. Glück gehabt. Sekunden später aber die Gelb-Rote Karte für den zwölf Minuten zuvor eingewechselten Guédé, der erst zwei Minuten zuvor das erste Gelb gesehen hatte - beide Male wegen Handspiels - und nun vom Platz musste.

Jetzt musste Freiburg noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um wenigstens diesen einen Punkt im eigenen Stadion zu behalten. In der Nachspielzeit flog auch Rybalka nach einem taktischen Foul vom Platz, nach dem darauffolgenden Freistoß hatte Krmaš eine große Möglichkeit zum Siegtreffer, verschoss aber freistehend.

In zwei Wochen hat Freiburg die nächste Gelegenheit, Punkte auf dem Weg in die K.-o.-Runde zu sammeln, wenn das Auswärtsspiel in Spanien bei Sevilla FC auf dem Programm steht. Liberec indes empfängt daheim Estoril Praia.

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